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Luzern erwartet in den nächsten Monaten weniger Chinesen
Aus Info 3 vom 27.01.2020.
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Corona-Virus bremst Reisende Tourismus-Destinationen erwarten weniger Besucher aus China

China hat Gruppenreisen ins Ausland verboten. Das werden auch Destinationen wie Luzern und Interlaken spüren.

Der Direktor von Interlaken Tourismus beobachtet die Entwicklung aufmerksam. Bisher seien die Folgen des chinesischen Gruppenreiseverbots ins Ausland aber überschaubar, sagt Daniel Sulzer. In den vergangenen Tagen seien nur «ganz vereinzelt» Annullationen bei Hotels eingegangen.

Ähnlich tönt es bei Sulzers Kollege Marcel Perren, Tourismus-Direktor von Luzern. Immerhin: Für die nächsten Monate rechnet Perren mit «weniger Reisetätigkeit» wegen des Reisestopps in China. «Wir werden das spüren – wie der Tourismus in Europa und sogar weltweit», glaubt er.

Derzeit ist keine Prognose möglich

In Luzern ist die Hälfte der chinesischen Touristinnen und Touristen im Rahmen von Pauschalreisen unterwegs. Was deren Wegbleiben für die Leuchtenstadt bedeute, hänge davon ab, wie sich die Verbreitung des Virus weiter entwickelt, so Perren. Eine Prognose sei vorerst reine Spekulation.

Was der Luzerner Tourismusdirektor aber feststellt, ist eine gewisse Unsicherheit, zum Beispiel in der Hotellerie. Es würden sich viele Hoteliers melden. Deshalb habe man auf der Website die neusten Informationen aufgeschaltet, damit sie sich informieren könnten. «Dabei weisen wir vor allem auch auf die aktuellen Infos des Bundesamts für Gesundheit hin.»

Massiv weniger Gäste aus China erwartet

Dieses empfiehlt derzeit verstärkte Hygienemassnahmen wie häufiges Händewaschen sowie besondere Aufmerksamkeit bei Gästen mit Erkältungssymptomen. Das sei auch der Tenor in Interlaken, sagt Tourismus-Direktor Sulzer. Weitere Massnahmen seien derzeit nicht geplant.

Börsen reagieren auf Epidemie in China

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Jemand mit Atemmaske bedient einen Desinfektionszerstäuber in einem Raum voller Sitze.
Legende:Reuters

Die Meldungen über die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus' schlagen auf die Finanzmärkte durch. Der Swiss Market Index (SMI) verlor am Vormittag 1.6 Prozent. Auch an den anderen Börsen Europas – Frankfurt, London, Paris – geht es zu Wochenbeginn abwärts. Deren Indices liegen gegen Mittag um rund zwei Prozent im Minus. Am meisten unter Druck stehen die Hersteller von Luxusgütern, die in China grosse Geschäfte machen. So fiel der Kurs der Swatch Group am Vormittag um 4 Prozent, der von Richemont um 3.5 Prozent.

Schweiz Tourismus rechnet damit, dass in nächster Zeit 30 bis 50 Prozent weniger Gäste aus China in die Schweiz kommen werden. Der Tourismusverband empfiehlt den Dienstleistern auf der Homepage, den chinesischen Gästen, die dennoch in die Schweiz kommen, «respektvoll und herzlich zu begegnen».

Hoffen auf Japaner und Südkoreaner

Die beiden Touristiker aus Interlaken und Luzern sind darauf bedacht, die Situation nicht zusätzlich zu dramatisieren. Denn das wäre schlecht fürs Geschäft. So dürfte auch die These von Urs Kessler von den Jungfraubahnen eine willkommene Hoffnung sein: Weil viele asiatische Nachbarn derzeit nicht nach China reisen dürften, erwartet er in nächster Zeit, dass vermehrt Japaner und Südkoreaner nach Europa kommen werden.

Ob das reiner Zweckoptimismus ist, bleibt vorerst offen. Klarheit werden erst die Entwicklungen der nächsten Tage und Wochen schaffen.

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Stefan Gisler  (Stefan Gisler)
    Vielleicht gut für unser Luzern, kehrt dann (für eine gewisse Zeit) etwas Ruhe ein in Disney Luzern. Es sind zu viele, Masse statt Klasse.
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  • Kommentar von Bruno Hochuli  (Bruno Hochuli)
    Es wird sicher Einbussen beim Tourismus geben, aber viele Luzerner sind sicher auch froh, dass sie ein bisschen mehr Ruhe in der Stadt haben. In letzter Zeit wurde die Stadt regelrecht überschwemmt mit Touristen. Geld allein ist nicht alles. Mit weniger Andrang können die Gäste auch besser bedient werden. Alles hat zwei Seiten.
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  • Kommentar von PETER F. RITTER  (SKIFF)
    Tragik für China pur. Das aktuelle pol. System erlaubt es sofort massiv zu intervenieren und man scheint die richtige Kommunikationsart gefunden zu haben.
    Für die umsatzgetriebenen Tourismussmanager in der Schweiz wäre ev. der Zeitpunkt gekommen, hier einen Moment zu überlegen. Wenn man sieht was in Interlaken oder in Luzern abgeht, kann diese Massenlawine, woher sie auch immer kommt, nicht unsere Qualitätszukunft sein. Eine "Pause" schadet nicht und hilft vielleicht nachdenken ?
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