Zum Inhalt springen

Header

Audio
Verteilung Impfstoff Covid-19: «Kühne und Nagel» will mitmischen
Aus Echo der Zeit vom 20.10.2020.
abspielen. Laufzeit 03:50 Minuten.
Inhalt

Covid-19 Globale Impfstoffverteilung wird zur Mammutaufgabe

Der Logistikkonzern Kühne und Nagel will bei der Verteilung von Covid-19-Impfstoffen mitmischen – und bereitet sich vor.

Planung ist das A und O im Logistik-Geschäft. Aber die Verteilung der Covid-19-Impfungen rund um den Globus lässt sich nicht planen. Derzeit ist nicht einmal absehbar, welche Pharma-Firma wann eine Impfung auf den Markt bringt, wo die Impfungen dereinst hergestellt werden und wohin sie transportiert werden müssen.

Dennoch: Bei Kühne und Nagel laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Das Unternehmen hat bereits Verträge mit potenziellen Impfstoff-Herstellern unterzeichnet. Aber auch mit deren Lieferanten, beispielsweise Produzenten von Spritzen oder Glasviolen, in die der Impfstoff abgefüllt wird.

Konzernchef Detlef Trefzger.
Legende: Kühne und Nagel mit Sitz in Schindellegi hat das Geschäft mit der Lagerung und dem Transport von Pharma-Produkten in den vergangenen Jahren kräftig ausgebaut. Im Bild: Konzernchef Detlef Trefzger. Keystone

Die weltweite Verteilung werde dann etwas Zeit in Anspruch nehmen, sagt Kühne-und-Nagel-Konzernchef Detlef Trefzger: «Wir gehen davon aus, dass mit einem transparenten Projekt eine Verteilung innerhalb von 12 bis 18 Monaten möglich ist. Vielleicht auch teilweise gesteuert von supranationalen Organisationen.»

Fachleute rechnen damit, dass die Produktion von Covid-19-Impfungen nächstes Jahr anlaufen wird – so sie denn zugelassen werden. Und dass es 11 bis 15 Milliarden Impfdosen braucht, um rund drei Viertel der Weltbevölkerung zu impfen. Pro Person, so die Annahme, braucht es zwei Impfungen.

Logistische anspruchsvolle Aufgabe

Deren Verteilung von der Fabrik in die Arztpraxen und Apotheken ist logistisch anspruchsvoll. Besonders, weil die Impfungen bei -60 bis -80 Grad transportiert werden müssen. «Die Transporte in einer solchen Temperaturstufe sind heute schon für einzelne Produkte gang und gäbe. Mit den richtigen Behältnissen und Trockeneis lässt sich eine solche Temperatur bis zu zwei Tage halten», sagt Trefzger.

Und diese Temperatur muss auf der gesamten Transportstrecke unverändert bleiben: im Lager, im Flugzeug, bei der Feinverteilung mit dem Lastwagen. Temperaturschwankungen könnten das Produkt beeinträchtigen.

Man kann nur hoffen, dass supranationale Organisationen bei der Impfstoffverteilung Einfluss nehmen und auch die Regierungen untereinander zu Lösungen kommen
Autor: Detlef TrefzgerKonzernchef von Kühne und Nagel

Kühne und Nagel baut dieses sensible Geschäft mit der Pharma-Industrie seit Jahren systematisch aus. Weltweit verfügt der Konzern über 230 Umschlagplätze speziell für Pharma-Produkte.

Regierungen buhlen um Impfstoffe

An Lager- und Transportkapazitäten für die Verteilung der Covid-19-Impfungen sollte es also nicht fehlen, sagt Trefzger: «Wir sprechen vielleicht von 10 bis 12 Prozent des weltweiten Pharma-Luftfrachtbedarfes, der zusätzlich benötigt wird. Wir rechnen nicht mit einem Engpass, aber es muss geplant werden.»

Welche Länder dereinst zuerst beliefert werden und welche Länder wie viele Impfdosen erhalten – darauf hat Kühne und Nagel keinen Einfluss. Regierungen buhlen bei den Pharma-Firmen derzeit um eine bevorzugte Belieferung. «Man kann nur hoffen, dass supranationale Organisationen hier Einfluss nehmen und auch die Regierungen untereinander zu Lösungen kommen», sagt Trefzger.

Dass Kühne und Nagel dank der Corona-Pandemie das grosse Geschäft mache, stellt der Konzernchef in Abrede. Sein Unternehmen ist gleichwohl ein mächtiger Player – und dank der langjährigen Erfahrung im Pharma-Geschäft gut positioniert, um auch bei der Verteilung des Covid-19-Impfstoffes eine wichtige Rolle zu spielen.

Echo der Zeit vom 20.10.2020, 18 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

10 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Aktuell sind keine Kommentare unter diesem Artikel mehr möglich.

  • Kommentar von Peter König  (Vignareale)
    Unverbesserliche sture Impfgegner, und egoistisch dazu.
    Es ist dann frühe genug, wenn der Impfstoff verfügbar
    ist wenn sie ja oder nein sagen
  • Kommentar von Fritz Hostettler  (hoss)
    Zuerst müssen mal alle gefragt werden ob sie geimpft werden wollen. Und da Danke ich schon zum Voraus all denen die sich der Impfung verweigern. So bleibt genug übrig für die Anderen.
  • Kommentar von Schan Luis  (SchanL)
    Ich mache mir gar keine Sorgen bzgl. Impfungszwang. Denn mein Nachrichtendienst aus China hat gesagt, dass es keine funktionierenden Impfstoffe gegen die Wuhan Viren geben wird.
    Also ich konzentriere mich darauf, wie bis 2030 nicht infiziert zu werden.