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Bilanz der Bergbahnen im Corona-Jahr
Aus Schweiz aktuell vom 16.03.2021.
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Ein Jahr nach Shutdown Schweizer Seilbahnen blicken auf ein turbulentes Jahr zurück

Vor einem Jahr wurde die Wintersaison abrupt beendet. Die Ungewissheit forderte viel von den Seilbahnbetreibern.

«Es war ein unglaublicher Entscheid, es war ein Schock. Das hat es so noch nie gegeben», erinnert sich Berno Stoffel, Direktor des Verbands Seilbahnen Schweiz, an den Tag, an dem es hiess, die Seilbahnen müssten die Personenbeförderung einstellen.

«Pistenfahrzeuge waren unterwegs und plötzlich musste man sagen: Brecht die Übung ab. Die Saison ist vorbei!» Diesen Moment werde er wahrscheinlich sein ganzes Leben nicht vergessen.

Verband der Schweizer Seilbahnbranche

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Seilbahnen Schweiz (SBS) ist der Verband der Schweizer Seilbahnbranche. Als ordentliche Mitglieder gehören ihm rund 350 der etwa 500 Seilbahnunternehmen aus allen Regionen des Landes an; darunter zahlreiche grosse und mittelgrosse Unternehmen wie auch kleinere Bahnen.

Danach folgten mehrere ungewisse Monate, für mehrere Wochen stand die Schweiz still – so auch die Bergbahnen. Diese kamen in der Wintersaison 2019/20 mit einem blauen Auge davon, denn sie war bereits fast beendet.

Einzig das Ostergeschäft fiel dem Coronavirus zum Opfer. Die Hoffnungen richteten sich in der Folge auf den Sommer. Auslandsreisen waren wegen Reisebeschränkungen und Sorgen vor dem Virus bei vielen Schweizerinnen und Schweizer kein Thema.

Schwacher Sommer trotz mehr Schweizer Gästen

So blieb ein Teil der Schweizer Bevölkerung gezwungenermassen im Land. Eine Luftveränderung war für viele dennoch angesagt. «Jene aus dem Mittelland oder der Stadt gingen in die Berge. Es gab sehr viele Bewegungen Ost-West und West-Ost. Es gab wohl noch selten so viele Französischsprachige in Appenzell und so viele Deutschsprachige in Montreux», sagt Stoffel. Die ausländischen Touristen konnten sie dennoch nicht ersetzen.

Es gab wohl noch selten so viele Französischsprachige in Appenzell und so viele Deutschsprachige in Montreux.
Autor: Berno StoffelDirektor Geschäftsstelle SBS

Zwar gab es durchaus einige Destinationen, die im Sommer ein gutes Geschäft machten. Der Kanton Graubünden verzeichnete beispielsweise rund 15 Prozent mehr Gäste als im Vorjahr.

Karte mit Prozentzahlen
Legende: Veränderung der Passagierzahlen in Prozent in Schweizer Seilbahnen in der Sommersaison 2020. SRF SBS

Bahnen, die auf internationale Touristen ausgerichtet waren, vermissten diese aber schmerzlich. Das Berner Oberland und die Zentralschweiz hatten jeweils nur etwa halb so viele Gäste wie im Jahr zuvor. Insgesamt verringerte sich über die ganze Schweiz gesehen die Anzahl der Gäste um 28.5 Prozent.

Im Winter war Flexibilität gefragt

Der Ausblick auf die Wintersaison 2020/21 war erneut ungewiss. Können die Skigebiete öffnen? Wenn ja, wie sehen allfällige Kapazitätsbeschränkungen aus? Schlussendlich entschied sich der Bundesrat im Dezember für eine Kapazitätsbeschränkung in Seilbahnen auf zwei Drittel der Passagiere. Die Seilbahnen konnten aufatmen.

Die Situation blieb volatil. Darauf mussten sich die Bahnen einstellen, erklärt Stoffel: «Man hat gelernt, extrem flexibel zu sein und nicht zu wissen, was morgen kommt.»

Auch in der Kommunikation mit Gästen mussten sich die Seilbahnen verbessern. In der laufenden Wintersaison sieht es für die Seilbahnbetriebe nach einem Minus von rund 30 Prozent aus. Man sei aber froh, dass man die Anlagen, im Gegensatz zu anderen Ländern, überhaupt habe laufen lassen können, sagt Stoffel.

Schweiz aktuell, 16.03.2021, 19:00 Uhr

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Vielleicht ist dieser Winter ein Vorgeschmack auf das, was die Skiorte langfristig erwartet? Was hilft eine pandemiefreie Saison, wenn der Schnee ausbleibt? Wenn das Klima weiter so aufheizt, bis auch der mit Millionen Litern Wasser und viel Energie hergestellte Kunstschnee ganz einfach wegschmilzt?Eine Chance für ein Umdenken? Oder beschneien die alpinen Gemeinden ihre Skigebiete einfach weiter und hoffen dabei inständig auf die Rückkehr der Massen - mit allen Konsequenzen für die Umwelt?