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Der Strompreis und seine Geheimnisse
Aus HeuteMorgen vom 04.06.2020.
abspielen. Laufzeit 01:53 Minuten.
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Energiepreise im Keller Der Strom ist ein teurer Fall von gestern

  • Die Welt hat derzeit zu viel Strom. Kraftwerke produzieren mehr Strom als Privathaushalte und vor allem die Industrie in der Krise braucht.
  • Das Resultat: Die Strompreise sind am Boden. Die unmittelbaren Auswirkungen für Stromkonzerne und Konsumenten sind überschaubar, die langfristigen aber sehr ungewiss.

Auf dem Strommarkt wird kurz- und langfristig gehandelt. Wer heute oder morgen Strom liefert, erhält je nach Tageszeit wenig bis nichts.

«Preise zum Einsturz gebracht»

Andreas Tresch, Partner beim Beratungsunternehmen Enerprice, erklärt: «Wir haben Strom, der produziert wurde, der aber von den Endkonsumenten nicht gebraucht wird. Das heisst, dieser Strom landet am Kurzfrist-Markt und hat dort durch das Überangebot die Preise zum Einsturz gebracht.»

Den grössten Teil des Stroms, den grosse Produzenten heute liefern, haben sie allerdings schon vor zwei bis drei Jahren verkauft. Alpiq zum Beispiel ist bekannt für solche Absicherungsgeschäfte. Michel Kolly, Leiter Energiehandel: «Wir haben schon seit langem unsere Produktion für dieses Jahr und die nächsten zwei, drei Jahre verkauft – auf gutem Niveau. Deshalb sind wir voll geschützt.»

Dauer der Tiefpreisphase ungewiss

Im Moment wartet Alpiq also ab und verkauft möglichst keinen Strom auf lange Frist - in der Hoffnung, dass die Preise wieder steigen. «Aber wenn es sehr lange dauert mit den tiefen Strompreisen, werden wir auch einmal betroffen sein.»

Wie lange die Tiefpreisphase dauert, ist offen. Steigt die Nachfrage wieder und werden gleichzeitig mehr Kraftwerke im nahen Ausland altershalber abgeschaltet, steigen die Preise möglicherweise bald wieder an. Fällt die europäische Wirtschaft aber in eine Rezession, ist auch ein weiteres Absinken gut denkbar.

Schweizer Haushalte profitieren (noch) nicht

Klar ist nur: Die Schweizer Haushalte profitieren vorerst nicht von den tiefen Preisen am Strommarkt. Denn der Strom, der heute aus der Steckdose kommt, den hat der lokale Versorger vor einiger Zeit schon eingekauft – zu einem deutlich höheren Preis.

Wenn, dann macht sich die Corona-Krise auf der Stromrechnung frühestens in ein bis zwei Jahren bemerkbar.

Heute Morgen vom 04.06.2020, 06 Uhr

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Trefzer  (ttre)
    Wenn endlich sämtliche Kosten wie Entsorgung, Endlager und Umweltschäden (Co2 etc.) korrekt eingerechnet würden wäre der Strompreis (bzw. Energiepreis) bei den heutigen Herstellungs oder Fördermethoden ein vielfaches höher. Leider kann diese Richtigstellung nur auf politischer Ebene durchgesetzt werden. Der Wandel muss kommen....P.S. es ist nicht so, dass ich gerne mehr für Strom oder Treibstoff bezahle aber eine Korrektur (Kostenwahrheit) ist dringend nötig.
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  • Kommentar von Thomas Trefzer  (ttre)
    Es sollte unbedingt Wasserstoff als Speichermedium gefördert werden. Damit könnten Überproduktionen ausgeglichen werden, Sonnenenergie gespeichert und es würde ein umweltfreundlicher und sauberer Brennstoff für etliche Anwendungen zur Verfügung stehen...
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    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Ob diese Technologie förderungswürdig ist, darf noch bezweifelt werden. Sie kann sicher ihre Nische finden, aber das soll sie doch gefälligst eigenfinanziert tun. Wenn es darum geht Sonnenenergie zu speichern, dann gibt es mindestens in der CH günstigere Arten. Ausserdem fördert man in Deutschland z.B. die Entwicklung von Organic Flow Akkus, die fast voll recyklierbar sind und zur Hauptsache auf Abfallmaterial aus der Papierindustrie basiert (Lignin). Die Effizienz ist mehr als 2x besser.
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  • Kommentar von Adrian Weber  (Pöbel)
    Dynamische Strompreise wären näher an der Produktionsrealität und würde einen stabilisierenden Effekt auf die Versorgungssicherheit haben. Die Technologie für adaptiven Stromkonsum ist vorhanden. Kann das bitte politisch diskutiert werden?
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    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Dynamische Strompreise sind ja das was am Kurzfristigen Markt im Moment vorhanden ist. Einen Vorteil kann ich leider nicht erkennen.
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