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Schwierige Zeiten für Jungunternehmer
Aus SRF 4 News aktuell vom 29.04.2020.
abspielen. Laufzeit 02:47 Minuten.
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Firmengründung trotz Corona «Es gibt kein Zurück»

Wer mit seinem Traum vom Virus eingeholt wurde, schwitzt Blut und braucht Mut. So wie die Wirtin Zorica Radojkovic.

In den Wochen zwischen dem 16. März und dem 17. April liessen sich 75 Einzelunternehmen neu im Handelsregister des Kantons Bern eintragen. Dass es so viele sind, erstaunt sogar den Leiter des Handelsregisteramts. Erstaunlicherweise sei es während der Coronakrise nicht zu einem Einbruch bei der Zahl der Firmengründungen gekommen.

Weshalb also starten Unternehmerinnen und Unternehmer jetzt mit ihrer Firma? Und erst noch mit einem Gastronomiebetrieb wie beispielsweise Zorica Radojkovic?

Ziel «Apéro-Hütte»

Die Jungunternehmerin will in einem alten Haus eines Stadtberner Tennisclubs ihr Bistro, eine Apéro-Hütte, eröffnen. Auf der Terrasse ihres künftigen Lokals wird aufgetischt: Kaffee, eine Fleisch-Käse-Platte samt hausgemachter Berner Züpfe.

Zorica Radojkovic.
Legende: Zorica Radojkovic: Der Umbau läuft, doch wann es losgehen kann, ist noch ungewiss. ZVG

Radojkovic lacht über das ganze Gesicht. Auf der Terrasse stapeln sich an der Hauswand neue Holzbänke und Tische, drinnen wurde der Boden neu verlegt, Wände warten auf frische Farbe, es schaut nach Baustelle aus.

Die Geduldsprobe

Jetzt den eigenen Gastrobetrieb zu eröffnen, wo doch Gastronomie in einem Lokal oder auf der Terrasse verboten ist. Was heisst das? Radojkovic seufzt: «Viel Geduld haben und die Hoffnung nicht verlieren, dass es nachher weitergeht.»

Also weiter umbauen und dann irgendwann starten. Radojkovic hat bei der Bank Hilfe beantragt und den Kredit erhalten – um ein bisschen besser schlafen zu können, wie sie sagt. Denn schon jetzt müsse sie Lieferanten bezahlen: «Die wollen das Geld im Voraus. Doch man hat es mangels Verdienst noch nicht.»

Die Schulden

Wegen der Finanzen hat Radojkovic lange gehadert, ob sie ihr Projekt tatsächlich durchziehen will. Doch sie will. Das bedeutete aber auch, dass sie ihr Unternehmen verschuldet, um nicht bei anderen Schulden machen zu müssen. «Starten mit einer Schuld ist fast so belastend wie die Unsicherheit, wann ich überhaupt wieder arbeiten kann», sagt sie.

Warten auf den Start

Radojkovic weiss nicht, wann sie startet. Bald. Das möchte sie. Und es sei egal wie. Denn sie sei ohne Einkommen, habe nur Auslagen, sollte fertig umbauen. Die Unsicherheit sei schwierig: Wie weit reicht das Geld? Wie lange kann sie ihr Partner finanziell noch unterstützen?

Jetzt ist das geplant, jetzt ziehen wir es durch. Es gibt kein Zurück. Es kommt gut.
Autor: Zorica Radojkovic

Die Unternehmerin möchte möglichst rasch wieder auf eigenen Beinen stehen und nicht zur Belastung für andere werden. Trotz aller der Schwierigkeiten hätte sie aber nie auf ihr eigenes Bistro verzichten wollen – nach all den Vorbereitungsarbeiten im letzten Jahr: «Jetzt ist das geplant, jetzt ziehen wir es durch. Es gibt kein Zurück. Es kommt gut, auf jeden Fall.»

SRF 4 News, 29.04.2020, 06:15 Uhr

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Nico Stäger  (Nico Stäger)
    Grossen Respekt vor ihrem Mut und den von jedem, der sich in diesem Land noch als Selbständiger oder Unternehmer engagiert. Früher wurde man wenigstens nur abgezockt. Heute wird einem das Gewerbe einfach mal so gleichgültig verboten und wenn man sich zu seinen Problemen äussert, dann wird man auch noch verhöhnt und beschimpft.