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Temporärarbeit ist bei Jungen und Hochqualifizierten gefragt
Aus Tagesschau vom 07.12.2021.
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Flexible Jobs im Trend Hochqualifizierte arbeiten vermehrt temporär

Mehr Effizienz für Arbeitgeber – mehr Freiheiten für Angestellte: Temporärarbeit für Hochqualifizierte ist gefragt.

Erkan Isik ist ein gefragter Mann. Der 44-jährige Wirtschaftsinformatiker mit Mastertitel arbeitet seit acht Monaten temporär bei Swisscom. «Der Hauptvorteil sind die Flexibilität und die Möglichkeiten, auf verschiedenen Gebieten zu arbeiten, was man vielleicht als Interner zu Beginn nicht kann», sagt Isik.

«Ich mache die Arbeit von drei verschiedenen Abteilungen», sagt er. Isik ist in einem hochspezialisierten Bereich der IT tätig: SAP-Architektur. Die Nachfrage von Unternehmen nach seinen Fähigkeiten sei in den letzten Jahren stark gewachsen, sagt er. «Ich kann aussuchen, wo ich arbeiten möchte.»

Hier arbeiten am meisten Hochqualifizierte temporär:

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  • Pharma & Medizinaltechnik: 31 Prozent
  • IT: 21 Prozent
  • Banken & Versicherungen: 9 Prozent
  • Gesundheit & Soziales: 7 Prozent

Fachkräftemangel spielt eine Rolle

Bei Swisscom arbeiten rund fünf Prozent mit einem Temporär-Vertrag. Vor allem im IT-Bereich sind Spezialisten gefragt – die man zum Teil für Festanstellungen gar nicht fände, sagt Sprecherin Sabrina Hubacher: «Für uns sind temporäre Mitarbeitende ein Vorteil, wenn wir für ein Projekt schnell jemanden brauchen.» Die Rekrutierungszyklen dauern sehr lange, sagt sie. Man benötige sechs bis acht Monate, bis jemand angestellt sei.

Innerhalb von zehn Jahren stieg der Anteil an hochqualifizierten Temporär-Angestellten, ausgebildet an Hochschulen oder Unis, von 13 auf 28 Prozent im Jahr 2020. Das zeigen Zahlen des Bundesamts für Statistik, die der Personaldienstleister-Verband Swissstaffing aufbereitet hat.

Grafik: Hochqualifizierte Temporär-Angestellte
Legende: SRF

Das Risiko der Arbeit auf Zeit sei die Ungewissheit. Erkan Isik kann damit leben. Doch er sagt auch: «Man muss sich ständig weiterbilden, damit man in verschiedensten IT-Bereichen fit bleibt.» Nur so bleibe man marktfähig für neue spannende Aufträge. Anders als bei einer Festanstellung müsse man sich bei potenziellen Arbeitgebern ständig neu verkaufen – in den verschiedensten Fachbereichen.

Mehr Junge wollen temporär arbeiten

Temporär-Angestellte haben Anrecht auf Sozialleistungen, sind diesbezüglich also abgesichert. Das sei ein weiterer Vorteil, sagt Jana Jutzi, Geschäftsführerin von Careerplus, einem Personalvermittler spezialisiert auf Hochqualifizierte.

Der Temporär-Trend werde sich noch verstärken, glaubt sie. «Gerade jüngere Leute der Generation Y oder Z haben ein sehr ausgeprägtes Bedürfnis nach Flexibilität.» Sie seien gut ausgebildet und damit prädestiniert, in diesen Teil des Arbeitsmarktes einzutreten und das Wachstum der Temporärarbeit voranzutreiben.

Tagesschau, 07.12.2021, 19:30 Uhr

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9 Kommentare

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  • Kommentar von SRF News (SRF)
    Guten Abend liebe Community. Wir schliessen die Kommentarspalte an dieser Stelle und bedanken uns für Ihre Kommentare. Liebe Grüsse, SRF News
  • Kommentar von Kris Kronig  (Kris)
    Man könnte meinen, dass aus den Versorgungsengpässen in der Pandemie keine Lehren gezogen wurden. Wer zur Gewinnsteigerung alles bis ans Limit optimiert – ob es nun Lagerbestände, Produktionskapazitäten, Logistik oder halt Arbeitsplätze sind – schafft eine Struktur mit wenig Spielraum, die sehr anfällig auf disruptive Ereignisse ist.

    Je mehr Flexiblisierung auch im Arbeitsmarkt eintritt, desto abhängiger wird man davon, dass alles «reibungslos» läuft. Gilt für Arbeitnehmer und Arbeitgeber.
  • Kommentar von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
    Die Flexibilisierung der Arbeitswelt dient insbesondere den Arbeitgebern, die so Kosten sparen. Ein konkretes Beispiel sind private Sprachschulen. Da setzt man nicht auf Temporärarbeit, sondern auf Arbeit auf Abruf. Als Arbeitnehmer trägt man dann einen grossen Teil des Unternehmensrisikos, ohne aber für dieses Risiko belohnt zu werden, wenn es gut läuft. Miserable Löhne, keine Beteiligung an Gewinnen, aber das Tragen des Risikos: Wenn es schlecht läuft, hat man keine Arbeit und keinen Lohn.
    1. Antwort von Kris Kronig  (Kris)
      Herr Kleffel

      Sie gehen vom aktuellen Szenario aus, wo der Arbeitnehmer abhängiger vom Arbeitgeber ist und das Angebot an Arbeitnehmern grösser ist, als die Nachfrage. Dann spielt die Flexibilisierung tatsächlich den Arbeitgebern in die Hände.

      Spannend wäre die Flexibilisierung unter umgekehrten Vorzeichen zu betrachten.

      Wie aber käme man dorthin?