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Vranckx: «Die Flugkapazität beträgt aktuell 20 Prozent»
Aus News-Clip vom 04.03.2021.
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Fluggesellschaft in der Krise Neuer Swiss-CEO: «Der Markt wird nach Corona anders aussehen»

Die Pandemie hat die Schweizer Airline Swiss hart getroffen. Sie hat für 2020 einen operativen Verlust von 654 Millionen Franken gemeldet. Das Passagiervolumen der Swiss sei 2020 auf ein Viertel von 2019 geschrumpft. Im Vorjahr hatte noch ein Gewinn von 578 Millionen Franken resultiert. Der neue CEO Dieter Vranckx über die schwierige Lage der Fluggesellschaft.

Dieter Vranckx

Dieter Vranckx

Swiss-CEO

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Der belgisch-schweizerische Doppelbürger ist seit 1998 in verschiedenen Führungsfunktionen in der Airline-Branche tätig. Von 2013 bis 2016 war er bei der Swiss als Verkaufs- und Marketingchef für die Märkte Schweiz, Deutschland und Österreich zuständig. Vranckx wohnt im Kanton Zürich, ist verheiratet und hat zwei Kinder.

SRF News: Sie sind nun zwei Monate im Amt, und das in der schwersten Krise der Swiss. Wie schwierig ist es, in einer solchen Situation zu starten?

Dieter Vranckx: Es gibt immer zwei Teile: Zum einen die Mitarbeiter, und zum anderen das Geschäft, kennenlernen. Mitarbeiter während des Homeoffice kennenzulernen, ist eine Herausforderung. 2020 war ein enorm schwieriges Jahr. Wir haben aber die Schweiz durch einen minimalen Flugplan mit der Welt anbinden können, was für das Frachtgeschäft äusserst wichtig war.

Die ständigen wechselnden Rahmenbedingungen sind für uns sehr einschneidend.

Wie gravierend steht es aktuell um die Swiss?

Die Flugkapazität ist momentan bei 20 Prozent, für den Sommer hoffen wir, dass die Kapazität bis 65 Prozent gesteigert werden kann. Die ständigen wechselnden Rahmenbedingungen sind für uns sehr einschneidend.

Wie sieht die Swiss in den nächsten zwei Jahren aus?

Momentan sind wir im Krisenmanagement. Der andere Teil betrifft die Aufstellung für die Zukunft, wo wir die Jahre 2023 und 2024 anschauen. Es ist klar, dass der Markt nach Corona anders aussehen wird, und hier müssen wir uns Gedanken machen.

1000 Stellen sollen bei der Swiss abgebaut werden, wovon 500 bereits abgebaut wurden. Wie muss man sich diesen Abbau vorstellen?

Der Abbau ist mit freiwilligen Massnahmen zustande gekommen, beispielsweise durch Frühpensionierungen oder das Nichtersetzen von Mitarbeitern, welche das Unternehmen verlassen.

Sie planen in diesem Jahr, 50 Prozent der Vorjahreskapazität zu fliegen. Könnte es nicht auch sein, dass in der kommenden Zeit deutlich mehr Angestellte entlassen werden müssen?

Wir sind froh, dass es das Instrument der Kurzarbeit gibt. Die strukturelle Anpassung der Swiss, auch was die Mitarbeiter betrifft, ist Thema für 2022 und 2023, also mittel- und langfristig. Deshalb ist es schwierig, die Kapazität von 2021 für diese Berechnungen zu verwenden.

Die Kurzarbeit läuft noch bis Mitte August. Was bedeutet das für die langfristige Planung bezüglich des Personals?

Wir werden uns anschauen, was die neuen Marktbedingungen für uns bedeuten. Was bedeutet weniger Nachfrage? Was bedeutet weniger Geschäftsreisen? Höchstwahrscheinlich wird es eine Verkleinerung der Unternehmensstruktur geben.

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Vranckx: «Für uns ist es ein Gesundheitspass»
Aus News-Clip vom 04.03.2021.
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Stichwort Impfpass: Dürfen ab dem Sommer nur noch geimpfte Personen bei Ihnen mitfliegen?

Für uns ist es kein Impfpass, sondern ein Gesundheitspass. In diesem Gesundheitspass sollten die Impfung, aber auch Testresultate ersichtlich sein. Ein solcher Pass sollte am besten weltweit einheitlich sein.

Das Gespräch führte Dennis Hoffmeyer.

Tagesschau, 4.3.2021, 12:45 Uhr;

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Andy Gasser  (agasser)
    Swiss und andere grosse Flaggen-Carrier werden nach der Krise wohl einige Monopole haben. Konkurrenten auf der lukrativen Langstrecke wie Norwegian und Emirates werden wohl weniger stark präsent sein. Dort wird Swiss wohl die Preise massiv anziehen und die Qualität weiter absenken.
    1. Antwort von Max Wyss  (Pdfguru)
      Nur FWIW, Norwegian hat sich vor ein paar Monaten vollständig aus dem Langstreckengeschäft zurückgezogen und die betreffenden Maschinen entweder stillgelegt, verkauft, oder an die Leasinggesellschaften zurückgegeben.
  • Kommentar von Peter Piana  (rupsel)
    Swiss zuerst vom Parlament an die Lufthansa verschachert, nachher wird
    der Gewinn nach Deutschland transferiert über Jahre. Das Parlament oder Bundesrat stecken wieder Millionen rein und nun kommt ein neuer CEO von Lufthansa und erzählt uns was wir schon lange wiesen.
    Kauft die Swiss zurück in eine gute Auffanggesellschaft und verwaltet sie so
    wie es sich gehört in der Schweiz. Dan würden auch die Gewinne nach der Corona Zeit hierbleiben.
  • Kommentar von Henri Duhamel  (Duhamel)
    Nach Corona wird es wohl einen Flug-Boom geben. Die Menschen werden ihre Freiheit nutzen nach der langen Zwangsisolation.
    1. Antwort von Astrid Meier  (Swissmiss)
      Swiss machte ihr Geld bisher mit den Geschäftsreisenden, die in der teureren Businessklasse buchte. Ich bin nicht sicher, ob der Flugboom von Ferienreisenden den allfälligen Verlust im Businesssektor aufheben können. Aber wenn man sich so die Hotels in der Schweiz anschaut, haben Sie sicher recht, die Leute wollen dringend wieder mal weg von Zuhause.