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Lohnsenkungen statt Stellenabbau bei Swissport
Aus HeuteMorgen vom 01.09.2020.
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Flughafendienstleisterin Swissport-Angestellte kämpfen um ihren Lohn

Neue Besitzer und neues Geld lassen eigentlich aufatmen. Wären da nicht drohende Lohnkürzungen um bis zu 20 Prozent.

Seit Montag ist klar, dass Swissport neue Besitzer und neues Geld erhält. Für die gut 4000 Swissport-Mitarbeitenden in der Schweiz ist das zwar beruhigend. Doch nun geht es um Lohnkürzungen von bis zu 20 Prozent. Das sind bis zu tausend Franken im Monat. Vor zwei Wochen hatte die Gewerkschaft VPOD die Nachverhandlungen zum Gesamtarbeitsvertrag wegen dieser massiven Forderung abgebrochen.

«Lassen uns nicht instrumentalisieren»

Jetzt aber sitze man wieder am Verhandlungstisch, bestätigt Stefan Brülisauer vom VPOD. Allerdings lehne man generelle Lohnsenkungen und auch das Streichen von Nacht- und Wochenend-Zulagen nach wie vor ab. «Wir sind in einer Krise, das verstehen wir auch. Wir werden unseren Teil zu dieser Krise beitragen», sagt Brülisauer. «Aber wir lassen uns nicht dafür instrumentalisieren, dass man jetzt die Krise dazu nutzt, Sparpakete durchzuboxen, die man schon lange in der Schublade hatte.»

Mit Krise meint Brülisauer die Corona-Krise. Diese setzt den Airlines weltweit so sehr zu, dass sie massiv sparen müssen. Diesen Spardruck geben die Airlines weiter – auch an die Bodenabfertiger. Swissport könne Flugzeuge, Gepäck und Passagiere aber nur dann billiger abfertigen, wenn die Lohnkosten sinken würden, betont deren Sprecherin Nathalie Berchtold. Denn: «Das Ziel aus Sicht von Swissport ist natürlich ganz klar, dass wir konkurrenzfähig bleiben, da an den Schweizer Flughäfen wirklich eine grosse Konkurrenz herrscht.»

Die Fronten sind verhärtet

Die Konkurrenten von Swissport können unter anderem deshalb billiger anbieten, weil sie keine Gesamtarbeitsverträge kennen. «Diese Konkurrenz gibt es ja schon seit zehn Jahren, die ist nicht neu», will Gewerkschafter Brülisauer dieses Argument nicht gelten lassen und ergänzt: «Bis jetzt hat Swissport in Zürich jedes Jahr Millionengewinne geschrieben.»

Die Fronten zwischen der Gewerkschaft und Swissport sind verhärtet. Und trotzdem hoffen beide Seiten, dass die Verhandlungsrunden im September einen Kompromiss bringen.

SRF 4 News, Heute Morgen, 01.09.2020, 06:00 Uhr

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Christophe Bühler  ((Bühli))
    Eine strategisch wichtige Firma wurde an Chinesen und dann weiter verscherbelt. Eigentlich keine Schlagzeile. Der Schweizer Bürger wollte das offensichtlich so, sonst wäre die Firma wohl kaum verkauft worden..
    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Das Parlament wollte seinerzeit alles deregulieren und privatisieren und das Parlament war schon damals mehrheitlich bürgerlich.
  • Kommentar von Werner Winzeler  (Wernher)
    Warum erfährt man hier nicht, werd der neue Investor ist? Bisher war Swissport in den Händen des chinesischen HNA-Konzerns, der als intransparent gilt.
  • Kommentar von Samuel Nogler  (semi-arid)
    Bei solchen Themen dienen dazu Stimmung zu machen, weil es sonst den mitleidenswerten Zuschauer langweilig werden könnte. Grosses Kino wird hier geboten.

    In dieser Krise sollte jeder bereit sein Opfer zu bringen. Lohnkürzungen sind nicht schön, in gewissen Fällen aber notwendig. Selbstverständlich ist es für uns Laien unmöglich dies abzuschätzen, die weder die Höhe der Löhne, noch die wirkliche Situation der Firma, noch die verschiedenen Schicksale der Mitarbeiter kennen.
    1. Antwort von Matthias Mueller  (Koryo)
      Hast du überhaupt die geringste Ahnung, wie wenig Swissport-Angestellte ohnehin schon verdienen? Ich gebe dir ein Beispiel. Erster Monat, 80% Pensum, 2650 Franken netto. Reicht dir das so bezüglich "Opfer bringen"?
    2. Antwort von Willi Fetzer  (wi)
      Ja das stimmt, wir kennen viele Parameter nicht! Jedoch steht im Bericht, dass Swissport in vielen Jahren davor Millionengewinne eingefahren hat! Davon hatten die Mitarbeiter schon lange nicht mehr profitiert, da wurden sie schlichtweg übergangen! Jetzt wo's schlechtgeht sind sie wieder wichtig und sollen Opfer bringen! Wie im richtigen Leben: Profit dem Kapital, Verlust der Allgemeinheit! BRAVO Gewerkschaft wenn ihr da nicht mitmacht!
    3. Antwort von Samuel Nogler  (semi-arid)
      @Koryo: Wieso dieser freche Kommentar? In meinem Beitrag habe ich doch klar geschrieben, dass ich die Situation dort nicht kenne. 2650 ist sicherlich wenig (sollten Ihre Zahlen stimmen), es gibt bei jener Firma aber wohl auch solche, die 8000 und mehr pro Monat verdienen. Lohnkürzungen sind gewiss das kleinere Übel als eine Entlassungswelle.