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«Die Fusion kommt nicht unerwartet»
Aus SRF 4 News aktuell vom 28.02.2019.
abspielen. Laufzeit 02:10 Minuten.
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Fusion von Sunrise und UPC Ein starker zweiter Platz

Die Gerüchte hörten nie mehr auf. Schon kurz nachdem die Wettbewerbsbehörden im 2010 die Fusion von Orange und Sunrise verhindert hatten, wurde immer wieder spekuliert, wie durch Übernahmen oder Fusionen der übermächtigen Swisscom in der kleinen Schweiz beizukommen wäre. Nun also versucht es die Sunrise durch die Übernahme von UPC.

Der Zusammenschluss könnte diese von vielen erhoffte Konkurrenzsituation schaffen. Sunrise hat im Mobilfunk mindestens zur Swisscom aufgeschlossen – und hat mit Huawei im 5G-Aufbau einen starken Technologiepartner an der Seite. UPC bringt ein gut ausgebautes Kabelnetz, starke Internet-Angebote und ein attraktives Fernsehportefeuille (TV-App, Sportrechte) in die Verbindung ein. Damit hat die neue Sunrise eine gute Ausgangslage, um die Swisscom bei den Bündelangeboten (Mobile, TV, Festnetz) zu ärgern.

Kein Preissturz bei Bündelangeboten

Für die Kundinnen und Kunden ist die neue Ausgangslage interessant. Denn Sunrise wird rasch versuchen, interessante Angebote zu präsentieren, um die Kundschaft von der Fusion zu überzeugen. Ausserdem scheint es, als wolle der neue Chef von Salt, der kleinsten unter den drei grossen Telekom-Firmen, die gerade entstehende Dynamik für sich nutzen.

Es ist allerdings alles andere als sicher, ob die Fusion langfristig zu tieferen Preisen bei den Bündelangeboten oder bei den Mobilfunkabos führen wird. Sunrise muss die Fusionskosten wieder einspielen. Zudem kommen auf alle drei Anbieter hohe Investitionen im 5G-Ausbau zu. Und weil im Festnetz-Bereich ein Konkurrent wegfällt, wird der Druck, sich gegenseitig zu unterbieten dort kleiner.

Ausserdem ist die Swisscom auch nach der Fusion fast viermal grösser. Sie hat die finanziellen Möglichkeiten, die Konkurrenz in Schach zu halten. Und ganz zuletzt sind die Kundinnen und Kunden in der Schweiz eher langsam im Wechseln eines Angebots.

Sunrise muss Hürden überwinden

Auf Sunrise kommen ausserdem grosse Herausforderungen zu. Sie muss rasch zwei Unternehmenskulturen zusammenführen. Die Angestellten von UPC und Sunrise werden schnell Klarheit haben wollen, wie es für sie weitergeht. Die Privat- und Geschäftskunden müssen von dem neuen Angebot überzeugt werden – und die seit einiger Zeit andauernde Abwanderung von UPC-Kunden stoppen.

Investoren müssen überzeugt werden, sich finanziell stärker zu engagieren. Denn der Preis für die Übernahme ist hoch. Zudem muss die Wettbewerbskommission überzeugt werden, dass dieses Mal alles anders ist als 2010.

Diese Zeit der Unsicherheit werden sowohl die Swisscom als auch Salt versuchen, mit Charmeoffensiven für sich auszunutzen.

Philip Meyer

Philip Meyer

Wirtschaftsredaktor, SRF

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Philip Meyer berichtet als Wirtschaftsredaktor seit fünf Jahren für Radio SRF über IT- und Telekomunternehmen sowie alte und neue Medien. Er ist zudem Chef vom Dienst im Newsroom von Radio SRF.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Heim  (Ursus)
    Konkurrenz belebt das Geschäft. Mit der Konsentration der Mobilfunkanbieter auf dem schweizerischen Markt, ist jetzt der eidgenössische Preisüberwacher gefordert. Denn jetzt wird der Löwenanteil der Abonnente unter zwei Playern aufgeteilt. Am Ende darf der Kunde bei der Preisgestaltung nicht den kürzeren ziehen, sonst braucht es eine gezielte, klare Intervention.- Liberaler Markt hin oder her!
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  • Kommentar von Peter Wespi  (PeterWespi)
    Nach der Support-Katastrophe bei Sunrise letzten Monat mit dem Resultat, dass ich dieser Firma den Rücken gekehrt habe, wird es sicher spannend sein, wie sich diese Fusion auch in diesem Bereich auswirken wird. Momentan weiss die linke Hand nicht, was die rechte macht. Das kann ja lustig werden...
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  • Kommentar von Thomas Leu  (tleu)
    Wer glaubt, die Anbieter eines Duopols würden sich einen unerbittlichen Preiskampf liefern ist naiv. Das haben wir jahrzehntelang bei Migros und Coop gesehen, die sich gemütlich arrangiert haben. Für Swisscom und Sunrise ist es ein Vorteil, dass Cablecom weg ist. Für die Kunden bedeutet jeder Anbieter der ausscheidet weniger Auswahl und weniger Wettbewerb.
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