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Coiffeure, Bau- und Gartencenter öffnen wieder
Aus Tagesschau vom 27.04.2020.
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Geschäfte öffnen wieder Ein weiter Weg zurück zur Normalität

Endlich! Nach sechs Wochen wieder die Haare schneiden lassen und nun zügig den Garten neu bepflanzen. Ein Quäntchen Normalität ist mit der heutigen Teilöffnung der Wirtschaft auch in die Schweiz zurückgekehrt. Doch ganz normal ist das alles nicht.

Menschen kaufen weniger ein

Der Konsum dürfte noch wochenlang tief bleiben, von Wirtschaftswachstum spricht dieses Jahr niemand mehr. Auch wenn die Leute heute vor den Gartencentern und Heimwerkermärkten Schlange standen – die Frage bleibt, ob das anhalten wird.

Ein Blick zum Beispiel nach Österreich zeigt, dass nach einer Woche Öffnung noch immer deutlich weniger eingekauft wird als vor der Krise. Und in Schweden, wo die Geschäfte durchgehend geöffnet waren, lagen die Ausgaben für Konsumgüter im März fast 40 Prozent unter denen des Vorjahres. Die Menschen meiden Ansammlungen und kaufen auch deshalb weniger ein.

Fast ein Drittel unter Kurzarbeit

Dazu kommt die Unsicherheit über die Entwicklung der Wirtschaft. Fast ein Drittel der Arbeitnehmenden in der Schweiz steht unter Kurzarbeit. Das bedeutet meist eine substanzielle Lohneinbusse. Eine Situation, in der man grössere Anschaffungen eher verschiebt; die wirtschaftliche Unsicherheit und der geringere Verdienst wiegen zu schwer.

Und auch wenn in der Schweiz dereinst keine Einschränkungen bei den Ladenöffnungen mehr bestehen werden, wird die Normalität noch kaum zurückkehren. Die Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH schätzt, dass gut zwei Drittel der volkswirtschaftlichen Kosten der Corona-Krise in der Schweiz auf die internationale Entwicklung zurückgehen. Gründe: Internationale Lieferketten sind unterbrochen, die Exportnation Schweiz wird wohl deutlich weniger Güter ins Ausland verkaufen können.

Die neue «Normalität»

Mit jedem Öffnungsschritt der Läden gewöhnen wir uns an einen Teil der neuen Realität. Wir wissen nun schon seit ein paar Wochen, dass man beim Detailhändler draussen Schlange steht und sich die Hände desinfizieren sollte. Nun lernen wir, wie wir uns im Gartenmarkt verhalten sollten.

Das zeigt, dass die Normalität, wie wir sie kannten, auf sich warten lässt. Und auch die wirtschaftliche Krise ist noch lange nicht überwunden – nicht in der Schweiz, und schon gar nicht weltweit.

Fabian von Allmen

Fabian von Allmen

SRF-Wirtschaftsredaktor

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Fabian von Allmen ist Wirtschaftsredaktor beim Schweizer Fernsehen. Zuvor arbeitete er für die «Tagesschau» und «10vor10».

Tagesschau vom 27.04.2020, 13 Uhr

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Dampf  (Samichlaus)
    Was ist Normalität?
    Das was wir hatten,vor COVID19?
    Das war für mich,nicht normal!
    Normaliträt kommt von Norm,und es gibt ganz viele Normen!
    Die Welt steht still im Moment,also hätten wir die grosse Chance,für ein gerechteres Finanz- und Wirtschaftssystem!
    Ein Finanz-und Wirtschaftssystem,dass den Menschen dient,und nicht umgekehrt wie es jetzt ist!
    Diese Krise zeigt schon eines,ganz deutlich!
    Die grossen werden noch grösser und die kleinen sterben!
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    1. Antwort von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
      "es gibt ganz viele Normen!" Man könnte auch sagen Ansichtssache. Obs um Lebensstil geht, Existenzminimum, vertretbare obere Vermögensgrenze, Pestizide, Grenzwerte von Schadstoffen... was auch immer, es ist Ansichtssache. CHN zB findet nichts daran, bis 2030 100e neue Kohlekraftwerke zu bauen, Bolsonaro scheint es notwendig, Regenwälder rasch abzuholzen, ich persönlich fände ein Verbot von Pestiziden od.Lebensmittelzusätzen usf normal. Die Natur macht alles vor, nur interessiert es kaum keinen.
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  • Kommentar von Christoph Ansermot  (Nergal)
    Zum Thema Lieferketten sind unterbrochen:
    1. Mar 19, 2020 XYZ picked up shipment (Seit 40 Tage in Transit)
    2. Mar 24, 2020 Shipment In Transit to Destination (Seit 35 Tage in Transit)
    3. Apr 02, 2020 Dispatched by US Carrier (Seit 26 Tage in Transit)

    Alle drei Lieferungen wären eigentlich Express und seit diesem Eintrag bei allen drei keine Updates mehr. Solange diese drei nicht bei mir eingetroffen sind, werde ich im Ausland garantiert nichts mehr online bestellen.
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  • Kommentar von Luca Moser  (MLU_13)
    Die Krise wird wohl noch andauern und ich hoffe SEHR, dass das (a)social distancing etc. NICHT zur NORMALITÄT wird!!
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    1. Antwort von Nicole Peter  (nicolettagram69)
      Bis zu einer Impfung, wird dies GANZ SICHER die neue NORMALITÄT bleiben. Denn ich glaube kaum, dass bei so vielen unbekannten Fakten über dieses Virus (Immunität, Gefährlichkeit etc.), sehr viele Menschen Interesse daran haben, sich damit anzustecken! Ich jedenfalls nicht.
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    2. Antwort von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
      N.Peter, nachzulesen: Grippeimpfung zB schüzt angeblich bei älteren Personen zu 30-50, bei jüngeren 70-90%. Fragt sich, war es nun die Impfung od.eher das eigene Immunsystem, das die Krankheit verhinderte? Viren mutieren, ich bin überzeugt, dass Impfungen das Immunsystem schwächen u.gleichzeitig - wie auch bei Antibiotika od.Pestiziden - die Resistenzen fördern. Bin nun Mitte 70, seit 33J nicht mehr krank gewesen, habe mich noch nie gegen Grippe impfen lassen, würde es auch gegen Covid 19 nicht.
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