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Ist die SNB ein Währungsmanipulator?
Aus Rendez-vous vom 31.07.2020.
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Halbjahresergebnis der SNB Ein eindrückliches Abbild der Marktturbulenzen

Die Coronakrise hat an der Börse tiefe Spuren hinterlassen. Dies zeigt sich in den Zahlen der Schweizerischen Nationalbank auf eindrückliche Art und Weise.

Die Schweizerischen Nationalbank (SNB) hat den Auftrag, in der Schweiz für Preisstabilität zu sorgen. Die Steuerung geschieht auch über die Börse. So hält die Nationalbank etwa tonnenweise Goldbarren und -Münzen, quasi als sichere Reserve. Der Goldpreis ist in der Krise regelrecht explodiert und die Goldbestände der SNB deshalb 7.1 Milliarden Franken mehr Wert. Das war in der Krise die wichtigste Stütze für die Nationalbank.

Sie kauft und verkauft aber auch fleissig Aktien. Und hier kommt sie mit einem blauen Auge davon. Nach dem Aktien-Crash im März erholten sich die Kurse schneller als gedacht. Der Kursverlust für die SNB: «nur» 4.4 Milliarden Franken. Aber sie bekam auf ihren Aktienbeständen weniger Dividenden ausbezahlt. Firmen kürzten oder strichen diese, um in der Krise liquid zu bleiben.

Bei anderen Anlageklassen ist die Situation schwieriger – etwa bei den Zinsen. Die internationale Entwicklung zu immer tieferen Zinsen war letztes Jahr besonders stark, geht aber auch dieses Jahr weiter.

Das führt bei der SNB zu weniger Zinsertrag (-0.6 Milliarden Franken im Vergleich zur Vorjahresperiode) und weniger Kurserfolg auf den Zinspapieren (-3.4 Milliarden Franken). Kommt hinzu, dass die SNB den Schweizer Geschäftsbanken in der Krise einen höheren Freibetrag einräumte, wenn diese Geld bei ihr parkieren. Auch das schmälert den Zinsertrag.

Momentaufnahme in unsicheren Zeiten

Schwierig die Lage auch bei den Devisen. Hier spürt die Nationalbank die Euro- und Dollarschwäche. 6.8 Milliarden Verlust auf den Devisenanlagen sind das Resultat. Und es wäre noch mehr, hätte die SNB diese Fremdwährungen nicht mit Milliardenkäufen gestützt.

Unter dem Strich resultierte im ersten Halbjahr ein Plus von knapp 770 Millionen Franken. Damit kann die Nationalbank zufrieden sein – im Wissen darum, dass dies nur eine Momentaufnahme ist – eine Momentaufnahme in unsicheren Börsenzeiten.

SRF 4 News, 31.07.2020, 08:00 Uhr

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Künzi  (Unbestimmt)
    Vieles wird vom Doller abhängen. Russland steigt aus dem Dollar aus, was China macht ist ungewiss. Wenn der Dollar einbricht wird das auch Auswirkungen auf Amerikanische Aktien haben. Es ist also ein sehr schwer einschätzbares Umfeld und dieses Jahr ist ein Gewinn eher eine Glückssache.
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  • Kommentar von Paul Schoenenberger  (Beaumont)
    Ein Abbild des Finanzwahnsinnns unserer Zeit zeigt sich im Aktienindex S&P500 (die 500 grössen Gesellschafgen der USA), Chronologisch seit dem Dot.com Boom bis heute.
    1.3.2000 index 1420,60 dann der grosse Fall
    1,12,2002 index 841.15 dann zum Immobilien Boom
    1.3.2007 index 1530.62 dann die grosse Finanzkrise
    1.12.2008 index 735.09 dann die Bankenrettung und die wahnsinnige Geldvermehrung
    31.7.2020 index 3271,12
    Schuld der Notenbanken
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  • Kommentar von Paul Schoenenberger  (Beaumont)
    Seit dem finanziellen Tiefpunkt von 2009 wo man nur die Banken und Börsen aber nicht die Wirtschaft gerettet hat (vermeintlich) hat das Drucken von Geld ein Uebermass angenommen und die Senkung der Zinssätze auf 0 und auf unter null hat das Finanzsystem komplett aus den Fugen gebracht. Schuldzuweisungen kommen heute etwas spät und Aussicht auf eine gütliche Lösung der Probleme scheint illusorisch.
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