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Swiss baut weniger Stellen ab als angekündigt
Aus Rendez-vous vom 15.06.2021.
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Hunderte Stellen gestrichen Swiss-Abbau trifft Kabinen- und Bodenpersonal

Fast 500 Swiss-Angestellte verlieren definitiv ihren Job. Verschont bleibt das Cockpit-Personal beim Stellenabbau.

550 Kündigungen verschickt die Swiss. Das ist das Ergebnis des Konsultationsverfahrens mit den Gewerkschaften. Von den 550 Betroffenen können allerdings deren 58 trotz Kündigung bleiben. Sie arbeiten entweder mit reduzierten Pensum weiter oder in einer neuen Funktion. Knapp 500 Angestellte verlieren aber definitiv ihren Arbeitsplatz bei der Swiss.

Pilotenkündigung abgeblasen

Auffällig ist, dass niemand im Cockpit entlassen wird, obschon die Swiss ursprünglich auch hier 120 Stellen hätte streichen wollen. Ist das eine Folge des Kündigungsschutzes, den das Cockpit-Personal in ihrem Gesamtarbeitsvertrag festgeschrieben hat?

Insgesamt 1700 Stellen gestrichen

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Insgesamt 1700 Stellen gestrichen
Legende: Keystone

Insgesamt wird die Swiss bis Ende Jahr laut eigenen Angaben insgesamt rund 1700 Vollzeitstellen abgebaut haben, davon zwei Drittel über freiwillige Massnahmen und durch die natürliche Fluktuation. Damit schrumpft der Personalbestand um über ein Fünftel gegenüber dem Bestand vor der Pandemie. Die Flotte im Umfang von 90 Flugzeugen wird um 15 Prozent verkleinert – fünf Langstreckenflieger und zehn Kurzstreckenflieger werden ausgeflottet. Dabei sei Helvetic überproportional betroffen, schreibt Swiss. Durch die Massnahmen bei der Anzahl Flugzeuge und Flüge will die Fluggeselschaft insgesamt 500 Millionen Franken einsparen. (sda)

Die Swiss winkt auf Anfrage von SRF ab: Man habe sich aus betriebswirtschaftlichen Gründen auf eine andere Lösung geeinigt. Statt teuer ausgebildete Pilotinnen und Piloten zu entlassen, würden alle Pilotinnen und Piloten ihr Pensum auf Anordnung um bis zu zwölf Prozent reduzieren.

Kabinen- und Bodenpersonal muss bluten

Anders sieht es in der Kabine, am Boden und bei der Technik aus. In diesen Bereichen verlieren fast 500 Angestellte ihre Jobs. Die Gewerkschaft des Kabinenpersonals, Kapers, reagiert enttäuscht.

Ein Wort von Swiss-Chef Vranckx

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Ein Wort von Swiss-Chef Vranckx
Legende: swiss

Swiss-Chef Dieter Vranckx bedauert es laut der Mitteilung «ausserordentlich, diese einschneidenden Massnahmen aufgrund der strukturellen Veränderungen in der Luftfahrt ergreifen zu müssen: Es tut mir für alle Mitarbeitenden sehr leid, die von einer Kündigung betroffen sind. Wir sind aber überzeugt, dass dies der richtige Weg ist, um den Bankenkredit zurückzahlen zu können und die Swiss wieder investitions- und wettbewerbsfähig aufzustellen.»

Man habe gehofft, dass nach den einschneidenden Sparmassnahmen, denen man vor einigen Monaten zugestimmt habe, ein Stellenabbau verhindert werden könne, heisst es von Kapers.

Unzufriedene Arbeitnehmervertreter

Auch bei der Gewerkschaft VPOD, die das Bodenpersonal vertritt, ist die Ernüchterung gross. Sie kritisiert in einer Medienmitteilung den Ablauf der Konsultation und will mit den Betroffenen die Kündigungen als «missbräuchlich» anfechten.

Schliesslich entwickle sich der Luftverkehr ja jetzt positiver als zunächst gedacht, schreibt die Gewerkschaft. Anders sieht das die Swiss: Sie ist überzeugt, dass der Luftverkehr mittelfristig 20 Prozent tiefer zu liegen kommt als vor der Pandemie. Und für das Gesamtjahr 2021 rechnet die Swiss mit einem Angebot von rund 40 Prozent im Vergleich zu 2019.

SRF 4 News, Rendez-vous vom 15.6.2021, 12.30 Uhr

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Charles Grossrieder  (View)
    Ein Kündigungsschutz im Gesamtarbeitsvertrag der Cockpit Crew aber nicht aller Angestellten?
    Kann nur auf Druck der ALPA kommen nehme ich an?
    Fraglich ist nicht die Klausel, eher, dass innerhalb der selben Company diesbezüglich Unterschiede existieren; welche ganz klar eine Bevorzugung gewisser Angestellten heraus zu heben scheint.
    Solche Probleme Ungleichheiten innerhalb der Company sind unfair, zumal schon die die höheren Löhne und Bonis für‘s Ausbildungs- und Verantwortung‘s + da sind.
  • Kommentar von Patrick Janssens  (patrickjanssens)
    Man sollte sich merken: Betriebe/Wirtschaft kennen keine Heimat, keine Heimatliebe.
    Eigentlich sollte man gesetzlich festlegen: gibt es Massenentlassung muss für jede Anzahl x Entlassenen ebenfalls einer aus der Chefetage entlassen werden.
    Ab einem bestimmten % Entlassungen dürfen im Entlassungsjahr keine Dividenden gezahlt werden an Aktieninhaber, dürfen auf der Chefetage keine Boni ausgezahlt werden.
    1. Antwort von Astrid Meier  (Swissmiss)
      Der Lufthansa-Konzern hat weder für 2019 noch für 2020 Dividenden ausbezahlt. Dass es keine Swiss Aktien gibt, für die es Dividenden geben könnte, ist sicher bekannt. Dafür, dass die Lufthansa in dieser Krise keine Boni an ihre Vorstandsmitglieder und Führungskräfte auszahlt, haben die geldgebenden Staaten schon gesorgt. Kommt dazu, dass weder Vorstand noch Chefs des Konzerns etwas für die unschöne Situation können.
    2. Antwort von Werner Gürr  (FrMu)
      "Betriebe/Wirtschaft kennen keine Heimat, keine Heimatliebe." Wichtige Beobachtung. Diesem Segment ist ein Souveränitätsverlust wegen RAs/ Verträgen mit der EU egal. Sobald die Lage sich in Bezug auf das Verhältnis zur EU so verändert, dass die Kasse nicht mehr stimmt, ziehen sie ab. Da könne die Aufrechten in der CH noch lange rufen: "Aber wir wollten doch nur unsere Souveränität behalten". Die Antwort aus der Ferne lautet : "Ich bin jetzt in der EU und deine Souverãnität ist mir wurscht."
  • Kommentar von Patrick Steiner  (vb22)
    Und nun sind wir alle gefragt.
    Die Swiss, als ein Stück Heimat, bedarf unserer Unterstützung.
    Wenn es für viele diesen Sommer in die Ferien geht, fliegen Sie doch mit Swiss.
    Die Swiss hat tsd. Gestrandete im 2020 nach Hause geholt, hat während Monaten mit der Luftfracht wichtige Güter ins Land gebracht.
    Und nicht zu vergessen: Auch Swiss-Mitarbeiter sind Konsumenten: Coiffeur, Autogarage, Event, Kleider, etc.
    Wir sitzen alle im gleichen Boot.
    1. Antwort von Peter Boos  (Brionese)
      Oh ja, diese Zeiten sind halt vorbei. Richten Sie diese Bitte an die Muttergesellschaft Lufthansa. Dort scheint man weniger sentimental zu sein. Der Bund hat der Swiss bereits mit Krediten geholfen, was eigentlich die Aufgabe des Aktionärs Lufthansa gewesen wäre. Trotz Krediten Arbeitsplätze werden nicht geschützt.
    2. Antwort von Astrid Meier  (Swissmiss)
      Nein, der Bund hat der Swiss nicht mit Krediten geholfen, die gaben die Banken. Der Bund hat nur Sicherheit für die Kredite geboten, die aber nicht benötigt wurde.
      Zum Kommentar von P. Steiner: genau! Und auch der Kopilot bei Swiss verdient einen anständigen Lohn, den er versteuert. Nicht wie bei einigen ausländischen Billigairlines, die Copiloten sogar bezahlen lassen dafür, dass sie im Cockpit ihre Sporen abverdienen dürfen. Kein Witz, siehe pay-to-fly oder P2F.
    3. Antwort von Patrick Steiner  (vb22)
      Herr Boos: Danke für Ihr Interesse am Thema.
      Nur erlauben Sie mir, die Fakten für Ihre Stellungnahme zu berichtigen. Die Swiss hat vom Bund keinen Rappen bekommen. Lediglich eine Staatgarantie für Bankkredite.
      Dies im Unterschied zu tsd. anderer Firmen, welche effektiv Steuergelder als C-19 Härtefall erhalten haben. Und von diesen anderen Firmenkrediten kommen mind. 10% nicht zurück (mehr als 150Mio)