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Homeoffice-Pflicht: Arbeitgeber sind nicht euphorisch
Aus SRF 4 News aktuell vom 07.01.2021.
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Kampf gegen das Coronavirus Arbeitgeber sind nicht begeistert von der Homeoffice-Pflicht

Der Bundesrat schlägt vor, die Empfehlung zum Homeoffice in eine Pflicht umzuwandeln. Die Arbeitgeber aber bevorzugen andere Massnahmen.

Auf dem Tisch liegt die Option, beim Homeoffice die Schraube anzuziehen, schon lange. Doch erst jetzt greift der Bundesrat diese Option auch auf. Denn verschiedene Umfragen bei Unternehmen zeigen: Firmen setzen momentan weniger konsequent auf Homeoffice als noch während der ersten Welle der Pandemie im Frühling.

Das beobachtet auch Valentin Vogt, der Präsident des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes: «Bei den Banken war es so, dass wir im Frühjahr etwa 85 Prozent Homeoffice hatten. Dann ging es auf etwa 50 Prozent zurück und jetzt sind wir bei 60 bis 70 Prozent.»

Der Arbeitgeberverband ist von einer Homeoffice-Pflicht nicht begeistert.
Legende: Der Arbeitgeberverband ist von einer Homeoffice-Pflicht nicht begeistert. Keystone

Nicht alle Jobs sind dafür geeignet

Dennoch ist Vogt überzeugt, dass eine Homeoffice-Pflicht wenig bringen würde. «Unsere Schätzungen gehen davon aus, dass sich nur etwa 25 bis 30 Prozent der Jobs für Homeoffice eignen.» Denn die Bäckerin, der Pöstler, die Ärztin oder der Schreiner können ja nicht zu Hause arbeiten. Die Taskforce des Bundes sieht das offenbar anders: Sie fordert schon länger eine Homeoffice-Pflicht, sofern die Möglichkeit besteht.

Zusätzliche Trennwände im Büro

Mit Blick auf die Bürojobs sagt Vogt, Homeoffice sei nur eine von mehreren Möglichkeiten, mit denen Unternehmen Kontakte und Ansteckungen unter ihren Angestellten reduzieren können.

«Viele Unternehmen haben sich entschieden, technische Massnahmen einzuführen, zum Beispiel zusätzliche Wände. Sie haben auch organisatorische Massnahmen getroffen, etwa die Abstände im Büro vergrössert und die Schichten versetzt. Sie haben auch die persönliche Schutzausrüstung deutlich verbessert», so Vogt.

Dennoch kommen Menschen, die zur Arbeit pendeln, tendenziell mit mehr anderen Menschen in Kontakt, als wenn ihr Radius lediglich Bürotisch, Briefkasten und Küche umfasst. Ob Homeoffice – wo immer möglich – bald Pflicht wird, will der Bundesrat nächste Woche entscheiden.

Video
Aus dem Archiv: Berufsverbände für Homeoffice
Aus Tagesschau vom 27.12.2020.
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Heute Morgen vom 07.01.2020

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30 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
    Nicht alle Büroarbeitenden fahren mit dem ÖV dahin, sowenig wie alle in einem Grossraumbüro arbeiten. Im Grunde genommen ist eine individuelle Analyse notwendig, um darüber zu entscheiden, ob Homeoffice tatsächlich was bringt. Irgendwie kann man sich dem Gefühl nicht entziehen, dass hier eine realitätsferne Perspektive auf die Arbeit gelebt wird - die gar nicht mehr weiss, was eigentlich genau abläuft!
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  • Kommentar von René Baron  (René Baron)
    Ich fordere das die sämtliche Verwaltungen auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene sich zu 100% Homeoffice verpflichten inklusive Parlament, Räte, Kommissionen, Ausschüsse etc.
    Es ist einfach unglaublich wie viele Beamte immer noch in den Zügen nach Bern sitzen!
    Wer Homeoffice predigt, sollte zuerst mal selber Homeoffice tun - und zwar sofort - damit man weiss wovon man reded. Gilt auch für Journalisten und Reporter die völlig unverständlich immer noch auf freier Wildbahn anzutreffen sind!
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  • Kommentar von Remo Kucera  (Remo Kucera)
    Ich mag es meine wichtige Daten bei einer Person abzugeben wo ich am Ende nicht weiss, ob und wer noch im Hintergrund steht und auch ob man das Netz genug abgesichert hat.
    Ebenso mag ich auch Fachgespräche mit Leuten, wenn im Hintergrund ein Krawall ist.

    Ja, einiges eignet sich für Home-Office einfach wirklich weniger. Vor allem wenn es um sensible Daten geht.
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    1. Antwort von René Baron  (René Baron)
      Gerade dann wenn Homeoffice ein Problem bei sensiblen Daten darstellt, hat die dafür verantwortliche Firma mit grösster Wahrscheinlichkeit in grundsätzliches Problem weil sie sowohl die Digitalisierung wie deren wichtigste Grundlage - die Datensicherheit verschlafen und definitiv nicht im Griff hat.
      Ich würde mir schon überlegen, ob ich mit einer Firma die aus Datenschutzgründen kein Homeoffice kann noch länger zusammenarbeiten möchte oder lieber zur Konkurrenz wechsle die mit der Zeit geht.
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