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Neue Umfrage zu Fachkräftemangel überrascht
Aus Rendez-vous vom 29.09.2022.
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Kampf gegen Fachkräftemangel Besonders als Fachkräfte gefragt: Mütter nach der Kinderpause

Eine Umfrage zeigt: Die Firmen werden kreativ, um das dringend benötigte Personal zu rekrutieren.

Der Fachkräftemangel in der Schweiz ist derzeit eines der dominierenden Themen. Nun zeigt eine Umfrage, welche Wirtschaftszweige am stärksten betroffen sind. Überraschendes Ergebnis: Im Gesundheitswesen ist der Mangel weniger akut als in der IT-Branche oder im Detailhandel.

So findet nicht einmal ein Drittel aller Gesundheitsbetriebe, dass der Fachkräftemangel bei ihnen «sehr hoch» sei. Und das, obwohl seit der Pandemie allseits bekannt ist, dass es überall an Pflegepersonal mangelt.

IT und Detailhandel besonders betroffen

In der Tat habe der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen nicht abgenommen, sagt Pascal Scheiwiller. Er ist Geschäftsführer des Personalunternehmens von Rundstedt, das rund 1000 Personalchefs nach ihrem Fachkräftemangel befragt hat.

Vielmehr sei es so, dass der Mangel an Fachkräften in anderen Branchen noch grösser sei, deshalb sei der Gesundheitsbereich in der Rangliste der Umfrage ins Mittelfeld abgerutscht.

Am schlimmsten ist der Fachkräftemangel laut Umfrage in der IT-Branche und im Detailhandel. Dort sagen rund die Hälfte der befragten Personalverantwortlichen, dass sie händeringend nach Leuten suchten.

Wohlfühlfaktoren im Zentrum

Schweizweit werben Firmen deshalb überall um Fachkräfte. Höhere Löhne zu bezahlen, sei für die Personalverantwortlichen aber keine Lösung, sagt Scheiwiller. «Das ist nicht nachhaltig, denn die Leute gehen auch schnell wieder, wenn sie andernorts mehr Lohn erhalten.»

Man setze vielmehr auf Wohlfühl- oder Soft-Faktoren. Das heisst: eine gute Firmenkultur, selbständiges Arbeiten und flexible Arbeitszeiten. Die Arbeit soll einfach Spass machen. Doch damit lassen sich offenbar noch nicht genug Fachkräfte rekrutieren. Denn die Firmen weiten ihre Suche aus.

Gesucht: Frauen nach der Mutterschaft

So würden jetzt bislang benachteiligte Personengruppen stärker berücksichtigt: Frauen nach langer Mutterschaft, ältere Arbeitskräfte, Arbeitslose oder Quereinsteiger. «Die Firmen lassen viel mehr Mobilität zu», sagt Scheiwiller.

Laut der Umfrage ist vor allem die Bereitschaft spürbar, viel mehr Mütter einzustellen, die wegen Babypausen seit über zehn Jahren nicht mehr gearbeitet haben.

Über die Hälfte aller befragten Unternehmen rekrutiert jetzt Frauen, die bisher grosse Mühe gehabt hätten, in ihren alten Job zurückzufinden. Der zunehmende Druck durch den Fachkräftemangel hat also durchaus auch seine guten Seiten.

SRF 4 News, Rendez-vous vom 29.9.2022, 12:30 Uhr

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14 Kommentare

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  • Kommentar von SRF (SRF)
    Guten Abend, liebe Userinnen und User, vielen Dank für die spannende Debatte - für heute schliessen wir die Kommentarspalte und wünschen Ihnen einen schönen Abend. Liebe Grüsse, SRF News
  • Kommentar von Thomas Leu  (tleu)
    Frauen nach der Mutterschaft wieder ins Arbeitsleben integrieren ist ein erster Ansatz. Es gibt heute keinen Grund mehr für Frauen, zu Hause sitzen zu bleiben, bis die Kinder 18 Jahre alt sind. Zudem lesen wir hier auf einer anderen Seite über Altersarmut. Das sollte nicht sein, wenn man die Menschen bis zum Pensionsalter arbeiten lässt und, falls nötig halt auch noch einen/eine 60jährigen schult. Tun wir das nicht, wird uns, trotz gewonnener Abstimmung, die Altersvorsorge aus dem Ruder laufen.
  • Kommentar von Roger Stahn  (jazz)
    «Der zunehmende Druck durch den Fachkräftemangel hat also durchaus auch seine guten Seiten.» Für den Detailhandel mag das ja zutreffen, jedoch nicht für das Ingenieurwesen und Technische Berufe, IT, Elektrizität und Energie, Elektronik und Automation. Gemäss dem Bundesamt für Statistik BfS liegt der Frauenanteil in den Informatik-Berufen gerade einmal bei 7.2 Prozent – die Tendenz ist sogar leicht rückläufig. Frauen für technische Berufe begeistern zu können, ist mehr Wunschdenken als Realität.
  • Kommentar von Monika Mitulla  (momi)
    Die entlassenen fünfzigjährigen Mitarbeiter schulen, einstellen und besser entlöhnen - so wäre allen geholfen. Würde beispielsweise allen Pflegekräften 500 oder 1000 Franken mehr bezahlt, wäre die Mangellage rasch vorbei.