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Epic fordert den iPhone-Konzern heraus
Aus SRF 3 Wirtschaft vom 14.08.2020.
abspielen. Laufzeit 03:27 Minuten.
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Klage wegen App-Store-Gebühr Fortnite-Entwickler Epic legt sich mit Apple an

  • Apple und Google haben das Spiel Fortnite aus ihren Stores geworfen. Epic, die Firma, die das Game herausgibt, reagiert darauf mit einer Klage.
  • Streitpunkt ist die Höhe der Gebühr, die Apple und Google dafür verlangen, dass ein Spiel im App Store respektive auf Google Play angeboten wird.
  • Die beiden Konzerne verlangen rund 30 Prozent der Einnahmen, die mit der App generiert werden. Mit Epic wehrt sich erstmals ein grosser Spielehersteller juristisch gegen diese Gebühr.

Ganze Schulklassen und Scharen von Gamern spielen es: Fortnite ist das beliebteste Online-Game in der Schweiz. Bei dem Spiel geht es ums Überleben. Man spielt es alleine oder mit Freunden im Netz. Dass es momentan nicht in den Stores der beiden grossen Anbieter angeboten wird, bedeutet, dass auch keine Upgrades heruntergeladen werden können.

Längerfristig könnte dies das Ende des Games bedeuten. Epic hatte den Rauswurf provoziert: Die Firma hatte versucht, ein System aufzubauen, bei dem die Spielerinnen und Spieler für Upgrades nicht mehr über den App Store zahlen, sondern direkt bei Epic. Darauf entfernten Google und Apple das Spiel aus ihren Stores. Der neueste Schritt in der Eskalation ist nun eine Klage.

Zu grosse Abhängigkeit von Apple

Apple habe eine Monopolstellung, kritisiert Epic. Alle Nutzerinnen und Nutzer von iPhones und iPads seien auf den App Store angewiesen. Ebenso von Apple abhängig seien zudem die Softwareentwickler, wenn sie an die Millionen von Menschen, die diese Geräte benutzen, herankommen wollten.

Fortnite kam vor drei Jahren heraus und wird inzwischen von 350 Millionen Menschen, die sich weltweit registriert haben, gespielt. Das Spiel selbst ist gratis, aber man kann sogenannte In-App-Käufe tätigen, zum Beispiel für andere Kostüme für die Spielfiguren. Epic hat damit – alleine via App Store – umgerechnet schon über eine Milliarde Franken eingenommen.

Anti-Apple-Tweet der Fortnite-Entwickler

Ob Apple seine Marktstellung ausnutzt, muss nun ein Gericht beurteilen. In den USA und in Europa laufen bereits ähnliche Untersuchungen der Wettbewerbsbehörden. Sollte sich Epic gegen Apple durchsetzen, hätte das Folgen für alle Anbieter, die ihre Produkte über Apple oder Google vertreiben.

SRF 3, 14.08.2020, 07:45 Uhr;

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Maximilian Roth  (ak_ka72)
    Verständlich von Apple, 30% zu verlangen. Ich nehme mal MediaMarkt als Beispiel: Firma XY möchte ins Regal aufgenommen werden. Jetzt wird sie aufgenommen, möchte aber keinen Anteil zahlen, und wird dann rausgeschmissen. MediaMarkt hat Dutzende Fillialen, Tausende von Mitarbeitern, Millionen von Kunden, und sie bieten dann einer Firma die Möglichkeit, ihre Produkte zu verkaufen. Natürlich will dann MediaMarkt / Apple einen Teil vom Kuchen, sie betreiben nämlich die ganze Infrastruktur!
    1. Antwort von René Baron  (René Baron)
      Es geht ja nicht darum dass man nichts bezahlt sondern darum, dass 30% viel zu viel ist um "nur" die Infrastrukturkosten zu decken.
      Krass wird es, wenn Apple selber ihr Monopol nutzt, um ihre eigene Software, oder die von Firmen an denen Apple beteiligt ist begünstigt oder Firmen bevorzugt welche liebe 100 verschiedene Apps anbieten als EINE Gesamtlösung.
  • Kommentar von René Baron  (René Baron)
    Ich bin gespannt was draus wird und finde es super dass da endlich mal was in Bewegung kommt...
    Mich wundert es eigentlich mehr, dass Konsumentenschützer und Anti-Trust-Behörden nicht schon längst eingeschritten sind. Darum doppelt cool, wenn es nun ein "Underdog" tut!
    1. Antwort von Hans Vetsch  (Psan)
      Epic ist alles andere als ein Underdog. Die haben dank Fortnite soviel Geld dass sie nicht wissen wo sie damit hin sollen.
    2. Antwort von René Baron  (René Baron)
      @Vetsch:
      Darum habe ich bewusst Hochkommas verwendet. Denke aber, dass die Wenigsten die Firma Epic kennen, die gerade mal knapp in Appels Portokasse passt.
  • Kommentar von Michel Koller  (Mica)
    Das Geschäftsmodell mit den Gebühren in den App-Stores von Google und Apple erinnern etwas an Wegelagerei. Würde Zeit, dass man dort man interveniert.