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Auch Renault soll bei älteren Dieseln betrogen haben
Aus HeuteMorgen vom 09.06.2021.
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Manipulationen an Dieselautos Auch Renault soll Abgaswerte frisiert haben

Der französische Autohersteller ist offiziell ins Visier der Justiz geraten. Er musste schon mal 80 Millionen Euro bereitstellen.

Nach jahrelangen Untersuchungen hat die französische Justiz ein Ermittlungsverfahren gegen Renault wegen mutmasslichen Betrugs eingeleitet.

Wie Renault mitteilte, geht es um Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen «älterer Generationen». Die Justiz untersucht den Fall seit rund viereinhalb Jahren.

Gesundheit der Bevölkerung geschädigt?

«Es geht nicht nur um Betrug, sondern auch um die mögliche Schädigung der Bevölkerung», sagt SRF-Korrespondent Daniel Voll in Paris. Durch die möglicherweise zu hohen Abgaswerte könnten Menschen gesundheitlich beeinträchtigt worden sein.

Für diesen Straftatbestand sieht das Gesetz für die Verantwortlichen Gefängnisstrafen von bis zu sieben Jahre vor. Und für den Renault-Konzern könnte es teuer werden, so Voll: «Die Busse kann bis zu zehn Prozent des Umsatzes betragen, also 4.3 Milliarden Euro.»

80 Millionen Euro bereitstellen

Renault wies die Betrugsvorwürfe zurück. Man habe sich stets an französische und europäische Vorgaben gehalten, in den Renault-Autos gebe es keine betrügerische Software, hiess es.

Der Hersteller mit Sitz in Boulogne-Billancourt bei Paris muss nach eigenen Angaben schon mal eine Kaution von 20 Millionen Euro für mögliche Entschädigungen und Strafgelder hinterlegen. Zudem ist eine Bankgarantie von 60 Millionen Euro fällig, um mögliche Schäden auszugleichen.

VW löste Dieselskandal 2015 aus

Der «Dieselgate»-Skandal war seinerzeit von Europas grösstem Autohersteller VW ausgelöst worden. Die Affäre um millionenfach gefälschte Stickoxid-Abgaswerte mittels Software-Manipulationen flog im September 2015 in den USA auf und kostete den VW-Konzern Milliarden Euro.

SRF 4 News, HeuteMorgen vom 9.6.2021, 06.00 Uhr;

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Patrick Lohri  (Patrick Lohri)
    Der eigendliche Skandal ist, dass der Gesetzgeber der die Normen und Prüfverfahren festlegt, immer wusste, dass diese Normen ohne "Ad-Blue" Technologie nicht einhaltbar sind! Folglich müsste "wenn schon dann schon" der Gesetzgeber mit ins Visier genommen werden!
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Patrick Lohri: Grenzwerte und andere technischen Massnahmen die der Staat überprüfen muss sind erstens teuer und zweitens korruptionsanfällig, weil das Fachwissen nicht beim Staat, sondern bei den Produzenten liegt. Der Staat muss sich dann alles high Tech Wissen für alle möglichen Kontrollen selber auch noch aneignen. Da wird es immer welche geben, die das ausnutzen. Das ist systemisch bedingt, weil nicht alle Anbieter nur das Gute tun, sondern diese Schlupflöcher ausreizen.
    2. Antwort von Philippe Sauter  (PhilS)
      So wie ich das verstehe wurden die Vorgaben basierend auf dem Stand der Technik definiert.
      Sobald also einer angefangen hat diese Tests zu fälschen wurde der Stand der Technik verzehrt. Dann mussten alle anderen Automobilhersteller auch anfangen ihre Tests zu fälschen um die Bestimmungen zu erfüllen.

      Aber grundsätzlich haben sie recht, es ist eine dämliche Idee den Zahlen dieser Hersteller zu vertrauen unf sie so ins Gesetz zu übernehmen besonders wenn man ahnt wie sie diese Zahlen erreichen
  • Kommentar von Thomas Leu  (tleu)
    @ Alle: Genau deshalb wäre eine CO2-Steuer auf Treibstoffe, wie wir das in der Schweiz bereits bei Brennstoffen (Heizöl, etc.) kennen, das mit Abstand einfachste und fairste. Die Steuer wird bei den Mineralölimporteuren beim Import erhoben. Wer mehr tanken muss, weil er schwere verbrauchsstarke Autos fährt, zahlt halt mehr für's Benzin und wird sich zweimal überlegen ob er so ein Auto benötigt. Die korruptionsanfälligen Grenzwerte, die man manipulieren kann, kann man dann in's Nirwana schicken.
    1. Antwort von Patrick Lohri  (Patrick Lohri)
      CO2 und NOx sind nicht das Selbe Herr Leu!
    2. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Patrick Lohri: In Fachkreisen spricht man von Treibhausgasen. CO2 hat darin lediglich den grössten Anteil. Weitere THGs sind CH4, N2O sowie synthetische Gase. Das BAFU hat die exakte, international koordinierte, Liste. Die Gase werden in CO2-Äquivalente umgerechnet, weil das einfacher zum Handling ist. Die Zusammensatzung der Treibhausgase ist bei allen fossilen Energieträgern unterschiedlich. Dank der Umrechnung kann man exakt ausrechnen, wie viel die Steuer pro Liter oder Gallone ausmacht.
  • Kommentar von Stefan Berreth  (Stefan Berreth)
    Die "optimierung" der messwerte auf dem prüfstand verhält sich nach einem ähnlichen muster wie doping im sport. Einer fliegt auf, die medien und die justiz stürzten sich auf den fall, aber eigentlich wissen alle in der branche, dass die leistungen ohne doping für alle teilnehmer sehr unwahrscheinlich konsistent zu erreichen sind. Mich wundert mehr dass ähnliche manipulationen bei anderen als VW nicht auch schon längst gefunden wurden.