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Nebeneffekt des Brexit Spekulanten wetten auf ein schwaches Pfund

Wenn es beim Brexit harzt, fällt das Pfund – ein bekanntes Muster. Einige setzen jedoch gezielt auf den Währungszerfall.

Legende: Audio Charlotte Jacquemart: «Währungswetten sind sehr risikoreich» abspielen. Laufzeit 02:34 Minuten.
02:34 min, aus Info 3 vom 15.11.2018.

Worum geht es? Die britische Regierung steckt in der Krise. Das macht auch dem Pfund zu schaffen. Premierministerin Theresa May hat zwar einen Deal angekündigt. Doch nach den Rücktrittsankündigungen mehrerer Minister aus ihrer Regierung ist die Währung auf Talfahrt. Das Pfund hat im Verlauf des Tages über 1,5 Prozent an Wert verloren – für eine Währung ist das viel.

Wie kommt es dazu? «Es ist eigentlich ganz einfach», sagt SRF-Wirtschaftsredaktorin Charlotte Jacquemart. «Das Pfund ist ein eigentliches Barometer für die Brexit-Verhandlungen geworden. Kommen gute Nachrichten zum Brexit, steigt das Pfund. Kommen negative, fällt es.»

Mit Pfundwetten zum Milliardär

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George Soros
Legende:Keystone

Auf das britische Pfund wurde früher schon spekuliert. Bekannt ist der Investor George Soros, der in den 90er Jahren gegen das überbewertete Pfund wettete. Er tat dies, indem er sich Pfund auslieh und sie gegen andere Währungen tauschte. Er behielt recht, das Pfund verlor an Wert. Damit verdiente er Milliarden.

Heute Morgen waren es nun mehrheitlich negative News. «Verstärkt wird der Fall des Pfundes aber auch von Spekulanten, die darauf wetten, dass es zwischen der EU und Grossbritannien keine Vereinbarung geben wird», so Jacquemart weiter. In dem Fall würde der Pfundkurs weiter sinken.

Wie funktioniert das genau? Es gibt verschiedene Methoden, mit Währungen zu spekulieren. Jacquemart macht ein Beispiel: «Ich verspreche jemandem, ihm eine Währung zu einem bestimmten Preis zu verkaufen. Ich selber gehe aber davon aus, dass der Kurs bis zum versprochenen Verkaufszeitpunkt sinkt.» Sinke der Preis der Währung dann tatsächlich, liege der Verkaufspreis höher als der effektive Kurs und man mache einen Gewinn, so die Wirtschaftsredaktorin. «Steigt der Kurs aber wider Erwarten, verliere ich Geld. Dann habe ich mich verspekuliert.» Solche Wetten seien also sehr risikoreich.

Welche Folgen kann das haben? Spekulieren sehr viele Anleger zum gleichen Zeitpunkt auf dieselbe Bewegung – in diesem Fall den Abwärtstrend beim Pfund –, so kann sich eine Bewegung verstärken. «Die Spekulationen auf das Pfund hat in den letzten Tagen wieder zugenommen», weiss Jacquemart, denn beispielsweise für Hedgefonds sei das ein gefundenes Fressen.

Wie geht es mit dem Pfund weiter? «Es kommt darauf an, wie es mit den Brexit-Verhandlungen weitergeht», sagt Jacquemart. Komme es zu keiner Einigung, dürfte die britische Währung weiter fallen. «Kommt ein erfolgreicher Deal mit der EU zustande, dann wird das Pfund wohl wieder steigen.»

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6 Kommentare

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  • Kommentar von martin blättler (bruggegumper)
    Anscheinend steht George Soros,einer der übelsten Währungsspekulanten der Neuzeit,der ganze Währungssysteme ins Schwanken brachte und Milliarden abzockte, unter Naturschutz,weil er sein Gewissen und seinen Platz im Paradies als Altruist zu retten versucht.
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  • Kommentar von Armin Spreter (aspre)
    Wer würde derzeit sein Kapital in Pfund anlegen? Selbstverständlich ruft die Situation zu Leerverkäufen auf.
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  • Kommentar von Peter Imber (Wasserfall)
    Vor etwa 60 Jahren war ein britisches Pfund CHF 10 und ein amerikanischer Dollar CHF 5 wert. Diese beiden Währungen haben also nicht erst in den letzten zehn Jahren viel an Wert verloren. Zeigt die unglaubliche Stärke des Schweizer Frankens. Und die Stärke und Stabilität der Schweizer Wirtschaft über eine lange Zeitspanne. Dank sei allen in diesem Land, die dazu beigetragen haben. Es ist nicht alles schlecht, was die Politik und das Volk hier machen...
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