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Nestlé-Präsident Paul Bulcke setzt auf grün
Aus Samstagsrundschau vom 17.04.2021.
abspielen. Laufzeit 29:31 Minuten.
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Nestlé-Präsident mit Klimaplan Fleischersatz von Nestlé: mehr als eine Spielerei?

Nestlé will «grün» werden: Bis 2030 will der Konzern seinen CO2-Ausstoss halbieren, und bis 2050 netto eine Null erreichen. Dazu gehört auch, dass der weltgrösste Lebensmittelkonzern mit Sitz in Vevey klimafreundlichere Produkte erfindet – etwa Fleischersatz aus pflanzlichen Proteinen.

Das sei nicht nur gut für die Umwelt, sondern das rechne sich auch für die Investoren und Investorinnen und Aktionären und Aktionärinnen, ist Nestlé-Präsident Paul Bulcke überzeugt. In der «Samstagsrundschau» von Radio SRF sagt er: «Der Kunde erwartet, dass wir umweltfreundliche Produkte produzieren – heute noch viel mehr als früher. Wenn wir das richtig machen, werden unsere Marke und unsere Produkte einen Wettbewerbsvorteil haben.»

Paul Bulcke in Nahaufnahme (Aufnahme von 2018)
Legende: «Wenn wir das richtig machen, werden unsere Marke und unsere Produkte einen Wettbewerbsvorteil haben» ist Nestlé-Präsident Paul Bulcke überzeugt. Reuters

Dass Fleischkonsum das Klima belastet, ist unbestritten. Unklar ist hingegen, ob Burger, Würste und Geschnetzeltes aus pflanzlichen Proteinen wirklich die Lösung sind, wenn es dereinst darum gehen wird, eine Erdbevölkerung von 10 Milliarden nachhaltig zu ernähren. Damit «pflanzliches Fleisch» zum echten «Game-Changer» werden kann, müsste es wohl in grossen Mengen und deutlich günstiger als Fleisch erhältlich sein. Beides ist beim heutigen Fleischersatz, wie ihn unter anderem Nestlé verkauft, nicht der Fall.

Für Verwaltungsratspräsident Bulcke ist «pflanzliches Fleisch» dennoch mehr als eine Spielerei für die vermögende Kundschaft im reichen Westen: «Wenn man einen Soja-Burger mit einem Fleisch-Burger vergleicht, ist das punkto Treibhausgas-Belastung zehnmal besser. Das ist ein grosser Unterschied», betont der belgisch-schweizerische Doppelbürger. Seines Erachtens macht es deshalb Sinn, intensiv an vegetarischen Proteinen weiterzuforschen.

Bulcke bleibt unverbindlich beim Fleischersatz-Ziel

Obwohl der 66-Jährige, der schon seit über 40 Jahren im Dienst des Konzerns steht, die Bedeutung von pflanzlichem Fleischersatz betont, will er sich nicht auf eine konkrete Zahl festlegen, wie gross dieses Geschäft bei Nestlé dereinst werden soll: «Nein, weil wir sagen, dass wir noch immer dem Konsumenten die Freiheit lassen.»

Ein konkretes, quantitatives Ziel wünschten sich aber einige ökologische Kreise als Teil des Klimaplans, den Nestlé im Dezember präsentiert hatte, und dem 95 Prozent der Aktionäre und Aktionärinnen an der Generalversammlung diese Woche zugestimmt haben. Bulcke bleibt mit Blick auf das Geschäftspotenzial von pflanzlichen Proteinen unverbindlich. Er sagt nur so viel: «Ich bin relativ zuversichtlich, dass das relevant sein wird.»

Samstagsrundschau,17.04.2021, 11:30 Uhr

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66 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    "NÉSTLÉ" - beschämendes "Vorbild" für skrupellose "Konzern-Verantwortungslosigkeit" weltweit und seit Jahrzehnten gegenüber NATUR - TIER - MENSCHEN aus egoistischer Profitgier = NÉSTLÉ Schweiz!!
  • Kommentar von Andreas Buser  (AnMaBu)
    Als seit über 30 Jahren Vegetarier habe ich mal ein solches Nestle Produkt probiert. Es schmeckt scheusslich mit einen leichten Beigeschmack nach Motorenöl. Die Zutatenliste unendlich lang, was auf eine sehr hohe, industrielle Verarbeitung schliessen lässt. Fazit: wertlos für die Ernährung, bedenklich für die Gesundheit.
    1. Antwort von Roland Kunz  (Roland Kunz)
      @ Andreas Buser
      Es gibt nicht "ein solches Nestlé Produkt", es gibt eine ganze Pallete. Nennen Sie das Produkt, dem Sie all die schlechten Eigenschaften nachsagen beim Namen. Lassen Sie alle Interessierten selber nachsehen und schmecken, ob Sie Recht haben. Alles andere ist billige Effekthascherei und ev. sogar Verleumdung.
    2. Antwort von Thomas Trefzer  (ttre)
      Wo kein Markt besteht müssen halt erst mal Bedürfnisse geschaffen werden. Es lebe das Geld. ;-). En Guäte.
  • Kommentar von Denise Hänggi  (DHaenggi)
    Nestlé will grün werden? Da lachen ja die Hühner!
    Um auch nur einen Schimmer Grün zu erhalten, muss Nestlé den Grundwasser-Raubbau in Südafrika und Frankreich beenden!!!
    1. Antwort von Andreas Würtz  (Andhrass)
      Genau. Das wäre mal ein richtiger Schritt