Niemand schlägt Italien. Mit 23 Kilogramm pro Kopf und Jahr ist das Land der Spitzenreiter, wenn es um den Konsum von Pasta geht. Auch in der Schweiz greifen die Menschen häufig zu Pasta. Hierzulande sind es neun Kilogramm pro Kopf und damit weltweit Platz sechs. Das entspricht rund 90 Tellern Spaghetti pro Kopf und Jahr.
Italienische Pasta ist weltweit beliebt. Als grösster Produzent stellt das Pasta-Mutterland jährlich vier Millionen Tonnen her und erwirtschaftet damit einen Umsatz von über acht Milliarden Euro.
Neben den Stammmärkten wie Deutschland, den USA, Grossbritannien, Frankreich und Japan sind auch neue, wachsende Absatzmärkte für die italienischen Teigwaren hinzugekommen. So haben laut der International Pasta Organisation Mexiko, Argentinien, Äthiopien und Sri Lanka ihren Import von italienischer Pasta um mehr als 50 Prozent gesteigert (Stand 2024).
Angesichts der italienischen Dominanz ist die Schweiz ein kleines Produktionsland für Teigwaren – aber sie ist eines. Rund 40'000 Tonnen Schweizer Pasta produzieren Hersteller pro Jahr und erwirtschaften damit einen Umsatz von etwa 125 Millionen Franken. Mehr als die Hälfte davon (22'000) kommen aus dem Migros-Konzern.
10'000 Tonnen stammen aus der Produktion von Bschüssig. Die Marke des Thurgauer Unternehmens Pasta Premium beschäftigt rund 40 Angestellte und erzielt einen Jahresumsatz von rund 20 Millionen Franken.
Gegen die ausländische Konkurrenz zu bestehen, beschreibt Geschäftsführer Beat Grüter im «Eco Talk» als schwierig. Sein Exportanteil ist verschwindend klein. Ende der Nullerjahre war das anders, der Export lag teilweise bei 17 Prozent. «Das ist eine Wechselkursthematik», sagt er. Die Schweiz sei schlicht zu teuer.
Hinzu kommt, dass die Absatzkanäle im Inland begrenzt sind. Bschüssig ist weder bei Coop noch bei Migros schweizweit im Sortiment zu finden. Weshalb nicht? «Es wäre nett, wenn Sie diese Frage den beiden Grossverteilern stellen würden», sagt Grüter. Er deutet an, dass die Kundschaft andere Produkte wünsche. Seiner Ansicht nach gebe man Swissness zu wenig weiter.
Um einen neuen Versuch zu starten, bei in- oder ausländischen Grossverteilern ins Regal zu kommen, müsse man eine siebenstellige Summe in die Hand nehmen. Zwei solcher habe er ausgegeben, um von Plastik- auf Papierverpackungen und auf Solarstrom umzustellen. «Jetzt müssen wir uns erst einmal erholen und schauen, wie das Geld wieder hereinkommt.»
Immerhin kann er seit mehreren Jahren Schwingerkönig Matthias Sempach als Werbeträger verpflichten. Auf diesen Coup ist er sehr stolz – auch wenn er zugeben muss, dass er auf das Werbebudget von italienischen Herstellern wie Barilla neidisch ist. Dessen Aushängeschild hiess bis 2024: Roger Federer.