Zum Inhalt springen

Header

Video
Neat-Güterverkehr zu wenig ausgelastet
Aus 10 vor 10 vom 18.05.2021.
abspielen
Inhalt

Per Kran auf die Bahn? Vier-Meter-Korridor: Das bremst die Verlagerung auf die Schiene

Der Vier-Meter-Korridor auf der Gotthardachse hat den Bahntransport von grossen Lastwagenanhängern ermöglicht. Doch nicht alle Anhänger sind fit für die Schiene.

Der Güterverkehr soll von der Strasse auf die Schiene verlagert werden. Deshalb plant und baut der Bund seit den 1990er-Jahren die Neue Eisenbahn-Alpentransversale (Neat). Um die Verlagerungswirkung der Neat-Achse zu verstärken und die Lastwagenfahrten durch die Alpen zu reduzieren, wurde auch die Gotthardstrecke ausgebaut – für eine Milliarde Schweizer Franken. Seit vier Monaten können bis zu vier Meter hohe Lastwagenanhänger auf Züge verladen und durch den sogenannten Vier-Meter-Korridor transportiert werden.

Doch die Kapazitäten des Korridors werden erst teilweise genutzt. Aktuell befahren ihn rund 150 Güterzüge pro Tag – ausgelegt ist er für doppelt so viele. Ein Grund, wieso der Korridor weit unter seiner Kapazität bleibt: Erst gut ein Zehntel der Lastwagenanhänger, sogenannte Sattelauflieger oder Trailer, sind so konstruiert, dass sie sich überhaupt per Kran auf die Bahn verladen lassen.

Nicht Kranbares kranbar machen

Da die Kranfähigkeit von Anhängern für das Verlagerungsziel entscheidend ist, ist laut Hupac-Gruppe, dem grössten Schweizer Anbieter für kombinierten Transport, die Politik gefragt. «Was wir jetzt noch brauchen, ist der Wille der Industrie und der Politik, alle Trailer kranbar zu machen. Und dann auch zu sagen, nicht kranbare Trailer fahren halt nicht mehr durch die Schweiz», sagt Konzernchef Michail Stahlhut, Konzernchef.

Eine Initiative dieser Art würde einen Innovationsschub seitens der Hersteller auslösen. Andere Länder wie Deutschland unterstützten die Konvertierung von Flotten in kranbare Sattelauflieger. Das Bundesamt für Verkehr sagt auf Anfrage, das Anliegen der Hupac würde geprüft.

Erhöhung LSVA – die Geister scheiden sich

Ein Weg, um eine Neuorientierung von Seiten der Transporteure herbeizuführen, ist gemäss SP-Nationalrat John Pult die Erhöhung der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA): «Das würde unmittelbar bei der Verlagerung helfen, und würde auch helfen, dass mehr Transportunternehmen investieren würden in kranbare Lastwagen».

Ganz anderer Meinung ist SVP-Nationalrat und Transportunternehmer Benjamin Giezendanner: «Das ist der falsche Weg. Das würde dem Konsumenten im Portemonnaie weh tun und keinen einzigen Lastwagen mehr verlagern». 50 Prozent seiner Anhänger-Flotte liessen sich bereits per Kran auf den Güterzug verladen. Schweizer Transporteure hätten bereits viel unternommen. Nun sei es an den europäischen Kollegen, mehr zu tun, um ihre Lastwagen weg von der Strasse auf die Schiene zu bringen.

10 vor 10 vom 18.05.2021, 21:50 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

4 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Bruno Hochuli  (Bruno Hochuli)
    Es würde wohl schneller gehen, wenn keine übergrossen und schweren Laster mehr durch den Autobahntunnel fahren dürften, wenn es nur um die Durchfahrt der Schweiz geht. Oder die Strassengebühr so erhöhen, dass die Transporteure schneller handeln. Es geht nur durch Druck, Freiwilligkeit kann man vergessen, das ist meist ein Wort ohne Bedeutung für Viele.
  • Kommentar von Joël Wessner  (C:\virus.exe)
    Solange die Anlagen im grenznahen Gebiet um Basel nicht weiter ausgebaut werden, ist an eine Verdoppelung der Kapazität nicht zu denken.
    Die Bahninfrastruktur inklusive der Betriebsführung nördlich des Rheins ist heute bereits völlig überlastet.
    Licht am Ende des Tunnels ist in Sicht: DB Netz prognostiziert eine Besserung ab 2040.
  • Kommentar von Daniel Bachmann  (Dänu82)
    Ja Herr Pult Sie haben recht. Auf der Autobahn hat es nun viel mehr Lkws die noch weiter vom Osten her kommen. Die Arbeiten da bekanntlich noch günstiger und mit tollen Geschäftspraktiken. Wäre toll von Ihnen wenn Sie diese Auswirkungen auf ausländische Arbeitsbedingungen auch mit einfliessen lassen und dies auch versuchen zu unterbinden.