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Handelsaktivitäten an der Schweizer Börse
Aus Börse vom 20.07.2020.
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Profiteure der Coronakrise Wie Julius Bär trotz Krise einen Rekordgewinn einfuhr

Die steigenden Handelsaktivitäten an der Schweizer Börse verhalfen der Privatbank zu einem starken Ergebnis.

Als vorläufige Krisengewinnerin darf sich die Privatbank Julius Bär sehen: in der ersten Jahreshälfte erwirtschaftet die Vermögensverwalterin einen Rekord-Gewinn von knapp einer halben Milliarde Franken. Grund sind die im März gestiegenen Handelsaktivitäten an der Schweizer Börse.

Bereits im Februar hatten die Anleger mehr Wertpapiere gehandelt, doch dann folgte der sprunghafte Anstieg: Die Schweizer Börsenbetreiberin SIX meldet für den März 80 Prozent mehr Handelsumsatz im Vergleich zum Februar. Die Folgemonate waren wieder ruhiger. Für Julius Bär, die bei jeder Transaktion eine kleine Kommission mitverdient, bedeutete dies besonders hohe Gewinne.

Nervöse Anleger und Spekulation

Dass der März ein besonders aktiver Monat war, hat laut Thomas Stucki, Anlagechef der St. Galler Kantonalbank, mit der Nervosität der Anleger zu tun: «Die Leute waren verunsichert und verkauften darum teilweise auch Aktien an den Börsen.» Andere hätten dagegen die tiefen Kurse Mitte März genutzt, um neu einzusteigen. Mit anderen Worten: der Börsen-Crash im März löste einen regelrechten Handels-Boom aus.

Investiert wurde in dieser Zeit besonders in Pharma- und Technologie-Titel. Deren Titel liegen teils noch immer deutlich über dem Niveau von Anfang Jahr. Weniger stark gefragt waren dagegen Finanz- und Airline Aktien.

Schwindende Vermögenszahlen

Zum Rekordergebnis der Julius Bär hat auch das vorhandene Kostensenkungsprogramm beigetragen. Während der Krise wurden die Massnahmen – unter anderem der Abbau von 300 Vollzeitstellen – wie vorgesehen weitergeführt.

Trotzdem vermeldet die Julius Bär nicht nur gute Nachrichten: Die von der Bank verwalteten Vermögen sanken im ersten Halbjahr um 24 Milliarden Franken. Damit liegen die verwalteten Vermögen im Vergleich zum Jahresanfang 6 Prozent im Minus. Grund sieht Julius Bär in der schlechten Marktentwicklung und dem erneut erstarkten Schweizer Franken.

Weiterhin steht die Bank unter besonderer Beobachtung der Aufsichtsbehörde Finma, die wegen Geldwäschevorwürfen im Zeitraum von 2009 bis 2018 Massnahmen verhängte.

Die Aufsichtsbehörde hat der Bank unter anderem untersagt, bis zur Behebung der Mängel komplexe Firmenakquisitionen durchzuführen. Dennoch zeigt sich die neue Führung der Julius Bär in der Medienmitteilung zuversichtlich. Ihre Position sei ausgezeichnet, obwohl die vollen Auswirkungen der Coronakrise noch vor ihnen lägen.

SRF Börse, 20.07.2020, 19:25 Uhr

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Wie schon lange: Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer. Und die Mehrheit der Gesellschaft nimmt das einfach hin, obschon es gute Initiativen gab, z.B Kapitalbesteuerung, die ohne Not, wohl auch aus egoistischen Gründen, gebodigt wurden.
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  • Kommentar von mahmut alane  (holundder)
    Die reichen werden auch während der Krise reicher. Kapitalismus bevorzugt reiche Menschen und Unternehmen dermassen, dass sie gar nicht verlieren können. Da jemand aber verlieren muss-wie immer Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren-Kapitalismus halt.
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