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Rückläufiger Werbemarkt Gewinn bei Tamedia um die Hälfte eingebrochen

Legende: Audio Tamedia verdient nur noch halb so viel abspielen. Laufzeit 00:55 Minuten.
00:55 min, aus HeuteMorgen vom 28.08.2018.
  • Es sieht nicht rosig aus bei Tamedia: Der Gewinn betrug im ersten Halbjahr noch knapp 40 Millionen Franken.
  • Der Wert entspricht praktisch der Hälfte gegenüber dem Vorjahr.
  • Tamedia erklärt sich den kleineren Gewinn durch den stark rückläufigen Print-Werbemarkt und durch den Konkurs des Werbevermittlers Publicitas.
  • Der Umsatz ist bei gut 477 Millionen Franken etwa gleich geblieben.

Der Medienkonzern Tamedia konnte dank den kommerziellen digitalen Angeboten, den Beteiligungen und der Übernahme der Firma Neo Advertising den Umsatz halten. Der Umsatzanteil der digitalen Angebote erhöhte sich dabei auf 39,3 Prozent von 37,1 Prozent im Vorjahr, wie Tamedia mitteilt.

Gelitten hat das Medienhaus aber weiter unter dem Rückgang der Printwerbung bei den Bezahlmedien. In diesem Segment verzeichnet Tamedia einen deutlichen Einbruch um 42 Prozent auf 21,6 Millionen Franken.

Rückläufige Gewinne auch bei Pendlerzeitungen

Tiefer ausgefallen ist das Betriebsergebnis laut Mitteilung auch insbesondere wegen des Konkurses von Publicitas, wegen der Schliessungskosten der Print-Ausgabe von Le Matin und dem tieferen Ergebnis der Zeitungsdruckzentren. Der Umsatz dieses Segments habe sich aufgrund eines weiter rückläufigen Werbemarktes um 4,3 Prozent auf 285,0 Millionen Franken reduziert.

Tamedia streicht Stellen

Einerseits würden zusätzliche Investitionen in den wachsenden Digitalbereich der Zeitungen getätigt. Andererseits werde Tamedia die Kosten dort anpassen, wo es möglich sei, wie Tamedia-CEO Christoph Tonini sagt.

Dazu gehört der bereits angekündigte Abbau von 20 Vollzeitstellen im Bereich Editorial Services. Punktuell könne es jedoch auch in den Redaktionen gewisse Anpassungen geben, sagte Tonini. Dabei soll es zu keinen Kündigungen kommen.

Rückläufige Gewinne erwirtschaftete Tamedia jedoch auch mit den Pendlerzeitungen. Dieses Segment konnte zwar dank der Übernahme von Neo Advertising den Umsatz um 5,5 Prozent auf 75,8 Millionen Franken steigern. Der EBITDA jedoch sank um 22 Prozent auf 14,7 Millionen Franken.

Job Cloud mit guter Entwicklung

Den Gewinn steigern konnte Tamedia dagegen im Segment Marktplätze und Beteiligungen. Der EBITDA erhöhte sich um 12 Prozent auf 53,2 Millionen Franken. Der Umsatz stieg um 5,7 Prozent auf 124,9 Millionen Franken. Vor allem die Stellenplattformen Job Cloud habe sich gut entwickelt, schreibt dazu Tamedia.

Zur Übernahme des Werbevermarkters Goldbach heisst es in der Mitteilung, dass bereits mehr als 98 Prozent der Aktien im Besitz von Tamedia seien. Für die noch im Publikum verbliebenen Aktien hat Tamedia das Kraftloserklärungsverfahren eingeleitet.

Tamedia erhöht Beteiligung an Zattoo

Mit den Halbjahreszahlen teilt Tamedia auch mit, dass das Unternehmen seinen Anteil am Internet-TV Angebot Zattoo auf über 50 Prozent erhöht hat. Durch die Partnerschaft zwischen Tamedia und Goldbach ergeben sich laut Mitteilung neue Synergien für die Vermarktung von Zattoo in der Schweiz und Deutschland.

Die Mehrheitsübernahme von Zattoo durch Tamedia steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die eidgenössische Wettbewerbskommission.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Zweiter Versuch, einen unbequemen Kommentar anzubringen: Wäre Qualitätsjournalismus im Spiel, der alle Hintergründe und Zusammenhänge aufzeigt, würde das Medienjaus kaum darben. Politisch nicht neutraler Mainstream-copy-paste-Journalismus generiert keine Abonnenten.
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  • Kommentar von Christian Baumann (Christian Baumann)
    "Gelitten hat das Medienhaus aber weiter unter dem Rückgang der Printwerbung bei den Bezahlmedien" Kann es sein, dass der Konsument Werbung - egal in welcher Form - einfach nur noch satt hat?
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  • Kommentar von Thomas Lauber (Executive Yachtreisen)
    Bekanntlich verlieren die grossen Tageszeitungen jeden Monat an Abonnenten. Das heisst die Zeitungen verlieren an Attraktivität, aber die Anzeigepreise sind nicht günstiger geworden. Wie lange geht es, bis die Zeitungen realisieren die Anzeigepreise interessanter zu gestalten? Der Online-Markt lässt grüssen.
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