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Legende: Audio Kurzfristig sind Whistleblower mühsam abspielen. Laufzeit 05:05 Minuten.
05:05 min, aus SRF 4 News aktuell vom 30.01.2019.
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Schutz von Whistleblowern Europa hat die Schweiz überholt

Whistleblower sind in der Schweiz schlecht vor Kündigung geschützt. Der Bundesrat will das jedoch nicht ändern.

Die Schweiz und ihre Whistleblower: Der jährliche Korruptionsindex der Organisation Transparency International gibt der Schweiz in Sachen Schutz für Whistleblower schlechte Noten. Wer in der Schweiz auf Missstände in seiner Firma hinweist, riskiere, seinen Job zu verlieren, schreibt die Organisation in ihrem Bericht.

Der Vergleich mit Europa: «Europa hat uns überholt», sagt Andreas Freimüller von Swiss Leaks, der Anlaufstelle für Whistleblower in der Schweiz. Die Gesetzgebungen zum Schutz von Leuten, die für die Allgemeinheit wichtige Informationen aus einem geheimen oder geschützten Zusammenhang an die Öffentlichkeit bringen, sei in der EU effizienter.

Lauer Kampf gegen Missstände in der Schweiz: «Bürgerliche Parteien werden stark von der Wirtschaft beeinflusst», so Freimüller und die Schweiz habe ein bürgerlich dominiertes Parlament. Wenn man die schwierigen Dinge verschweige, könne man länger Geld verdienen.

«Das wirkt sich so aus, dass die Gesetze nicht so gestaltet werden, dass Missstände aufgedeckt werden.» Seit fünf Jahren werde an dem Gesetz gearbeitet. Auch das zeige, dass das Parlament nicht spezielles Interesse daran habe.

Botschaft des Bundesrates: In der Botschaft zum neuen Gesetz habe die Landesregierung den Kündigungsschutz nicht gestärkt, so Freimüller. «Die Leute, die zu unserer Anlaufstelle kommen, haben existenzielle Ängste, ihre Stelle zu verlieren und nie mehr eine zu finden.» Das mache es für sie schwierig, die Missstände öffentlich aufzudecken.

Verstärkter Kündigungsschutz: Wenn in der Praxis eine Geschäftsleitung einem Whistleblower negativ gegenüberstehe, werde sie ihn früher oder später hinaus ekeln wollen oder können. «Doch das Gesetz ist der Boden, auf dem eine neue Haltung gedeihen könnte.» Das Gesetz müsse solche Leute grundsätzlich schützen

Vorschlag des Bundesrates: Wer in seiner Firma nichts erreicht, kann neu zur Polizei gehen. Doch die Hürden seien noch immer zu hoch angesetzt, sagt Freimüller.

Whistleblower und die Wirtschaft: Kurzfristig kann es für eine Firma teuer sein, wenn sie etwas ändern muss. Längerfristig haben Whistleblower einen selbstreinigenden Effekt, der für die Wirtschaft positiv sei, sagt Freimüller.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    Es liegt nicht nur an der Politik. In den Unternehmen herrscht die Meinung vor, dass das Kader Kader ist und somit in seine Befugnisse gehört gewisse, für Mitarbeiter nicht nachvollziehbare Entscheidungen zu treffen. Je höher die Position, desto schwerwiegender die somit legitimierten Verfehlungen. Wer kennt nicht den Fall, dass Lieblingchen ohne entsprechende Qualifikation eine höhere Position bekommt? Warum ist Lohntransparenz immer noch tabu? Bei solchen Dingen fängt es an...
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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Diese "Art" von "Zivilcourage", ist in vielen Bereichen des Schweizer Verwaltungsapparates, der Wirtschaft/Industrie/Sozial- und Gesundheits-Un-Wesen, nicht zu vergessen die POLITIK (Lobbyismus - Vetternwirtschaft - Intransparenz von Spendengeldern bei gewissen "Parteien") etc nicht erwünscht! Wenn es um viel "Geld/Profit/lukrative VR-Mandate-Geschäfte, Volks-Steuergelder-Missbrauch" geht, ist "Transparenz - aufdeckendes Whistleblowing" nicht unbedingt erwünscht!
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  • Kommentar von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
    Ein Whistelblower hat seine Firma bereits verlassen,mental... anonst haette er nicht "gewhistelt"... der soll auch keinen Kuendigungs -schutz haben aber hat mE Anrecht auf eine normale Kuendigung und natuerlich Anrecht auf PK etc.. aber dass er nicht weiter arbeiten kann ist ja Verstaendlich.
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    1. Antwort von Adolf Stoll  (konzept)
      Ihre Haltung hört sich jetzt so an als wäre der Whistleblower das Problem. Jemand der Ungerechtigkeiten anprangert kann sonst hundert Prozent hinter seinem Unternehmen stehen. Nur wenn die Firmenkultur ist, dass lieber verborgen bleibt was nicht so recht läuft, dann muss der Whistleblower geschützt werden.
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