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Für Fitnesszenter hat sich die Öffnung nicht gelohnt
Aus HeuteMorgen vom 17.05.2021.
abspielen. Laufzeit 02:09 Minuten.
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Schwächelnde Gyms Den Schweizer Fitnesscentern droht eine Konkurswelle im Sommer

Seit der Wiedereröffnung waren die Betriebe nur zu 40 Prozent ausgelastet. Die Fixkosten seien damit nicht gedeckt.

In den Fitnesscentern trainieren derzeit deutlich weniger Leute als vor der Krise, sagt Claude Ammann. Er ist Präsident des Schweizerischen Fitness- und Gesundheitscenter-Verbandes.

Es kommen vor allem Leute zu uns, die durch den Lockdown grosse Probleme wie Rückenschmerzen oder Bluthochdruck bekommen haben.
Autor: Claude AmmannPräsident vom Schweizerischen Fitness- und Gesundheitscenter-Verband

«Wir sind im Moment wieder bei einer Besucherinnen- und Besucherfrequenz von 40 Prozent. Es sind vor allem hauptsächlich Leute, die durch den Lockdown grosse Probleme wie Rückenschmerzen oder Bluthochdruck bekommen haben.»

Fixkosten machen 60 Prozent des Umsatzes aus

Aus finanzieller Sicht hat sich die Öffnung für die meisten Betreiber laut dem Branchenverband deshalb bis jetzt nicht gelohnt, denn Fitnessunternehmen hätten hohe Fixkosten. Tatsächlich können Miet- und Personalkosten laut dem neuesten Branchenbericht im Schnitt bis zu 60 Prozent vom Umsatz ausmachen – vom Umsatz in einem normalen Jahr. Eben dieser Umsatz fehlte während der Schliessung, sagt Claude Ammann.

Vermieterinnen und Vermieter kommen uns vor allem bei den Mieten am wenigsten entgegen.
Autor: Claude AmmannPräsident vom Schweizerischen Fitness- und Gesundheitscenter-Verband

Er erklärt: «Die finanzielle Situation ist vor allem deshalb desolat, weil uns unsere Vermieterinnen und Vermieter vor allem bei den Mieteinnahmen am wenigsten entgegenkommen. Dort entstehen jetzt grosse Probleme.»

Ausserdem komme jetzt dann der Sommer, während dem die Leute mehr Zeit draussen statt in den Fitnessräumen verbringen. Viele Betreiber und Betreiberinnen warten deshalb vergeblich darauf, zum jetzigen Zeitpunkt neue Abos abschliessen zu können.

Hanteln im Fitnesszentrum vor Spiegtelwand, Frau dehnt sich.
Legende: Neben den Fitnesscentern durften seit den letzten Lockerungen Mitte April auch Restaurantterrassen und Kinos wieder öffnen. Auch der Breitensport mit bis zu 15 Personen wurde erlaubt. Sportarten mit Körperkontakt sind lediglich draussen und nur mit Maske möglich. Keystone/Archiv

Hinzu kommt, dass viele Kunden und Kundinnen erwarten, dass ihre Abos wegen des Unterbruchs und der Schliessung nun verlängert werden.

Einige seien kulant, andere nicht

Diese Erwartungshaltung der Fitnesskundschaft sei ein grosses Problem, sagt Claude Ammann: «Wir haben ja diese Schliessungen nicht freiwillig gemacht und sind jetzt aus Kundenfreundlichkeit gezwungen, diese Zeitgutschriften den Kunden weiterzugeben.»

Immerhin seien einige Kundinnen und Kunden kulant und verzichteten freiwillig auf eine Zeitgutschrift. Dafür seien die Fitnessunternehmer und -unternehmerinnen dankbar. Für viele Fitnesscenter gehe es in diesem Sommer nämlich ums Überleben.

Wir haben ja diese Schliessungen nicht freiwillig gemacht und sind jetzt aus Kundenfreundlichkeit gezwungen, diese Zeitgutschriften den Kunden weiterzugeben.
Autor: Claude AmmannPräsident vom Schweizerischen Fitness- und Gesundheitscenter-Verband

Zwei Drittel aller Betriebe in der Fitnessbranche sind Einzelunternehmen. Sie haben in der Regel deutlich weniger finanziellen Spielraum als grosse Ketten. Einige Fitnesszentren sind trotz Härtefallgeldern und Kurzarbeit dennoch Konkurs gegangen. Im Sommer erwartet der Branchenverband noch eine grössere Konkurswelle.

HeuteMorgen, 17.05.2021, 06:00 Uhr

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71 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Ist die Mehrheit der Schweizer*innen dank den Fitnesscentern wirklich gesünder?
  • Kommentar von Andreas Benz  (ABE)
    Wenn man möchte, dass die Kunden wieder trainieren gehen, dann muss man die Maskenpflicht aufheben, so einfach ist das.
    Es ist zudem unbegreiflich, warum man ohne Maske in ein Wellness-Bad darf, aber nicht in ein Fitnesscenter. Es bleibt der Fitnessbrache momentan wohl nicht mehr übrig, als sich noch stärker zur Wehr zu setzen in Bern.
    1. Antwort von Krebs Alfred  (A.Santiago)
      Mit dem Aufheben der Maskentragpflicht ist das Problem der Fitnesscenter noch nicht gelöst. Es gibt viele, die erst später wieder in ein Fitnesscenter gehen, wenn sich das ganze beruhigt hat. Zu diesen zähle ich mich auch. Dann gibt es andere, die mit der Notlösung wie zum Beispiel Joggen im Wald sehr zufrieden sind und eventuell erst im Winter wieder in ein Fitnesscenter gehen.
  • Kommentar von Verena Schär  (Nachdenklich)
    Bei einem Konkurs werden wohl die Vermieter in die Röhre schauen. Vielleicht überlegene sich dieses Herrschaften die Mietzinse anzupassen.
    Könnte ja sein, dass die lieber Verlustscheine horten.
    Die Verwertung für die Einrichtungen werden wenig Geld beim Konkurs bringen, da viele Konkurse die Preise drücken. Wenn die Einrichtungen im Leasing sind gibt es noch weniger.
    Also sollten die Vermieter einmal über die Bücher. Bestimmt kein Steuergeld.
    Was bringen Verlustscheine?