Zum Inhalt springen

Header

Video
Verpasste Trainingsstunden – gibt's Geld zurück?
Aus Tagesschau vom 14.05.2020.
abspielen
Inhalt

Sport mit Einschränkungen Gibt es Entschädigungen für Abonnenten?

Sportanlagen sind seit dieser Woche wieder geöffnet – mit vielen Auflagen. Das ärgert manche Kunden. Was können sie tun?

Das Activ Fitness freut sich, dass wieder Leben in die Studios eingekehrt ist. «Die Kunden kommen mit lachender Miene und freuen sich ebenfalls», sagt der Geschäftsführer René Kalt.

Doch der Betrieb ist nur mit einem vom Bund bewilligten Sicherheitskonzept möglich. Die Liste der Einschränkungen ist lang: Keine Group-Fitness-Kurse, geschlossene Saunas und Personenbeschränkungen in verschiedenen Zonen im Trainingsraum und den Garderoben. Zudem müssen die Geräte nach jeder Nutzung vollständig desinfiziert werden.

Mann trainiert im Fitnesscenter
Legende: Fitnesscenter sind wieder geöffnet, doch nur mit vielen Einschränkungen für die Abonnenten. Keystone

«Ja, wir haben viele Einschränkungen. Aber die Kunden sind entspannt, weil sie sich über die Wiedereröffnung freuen und zeigen deshalb sehr viel Toleranz», sagt Kalt. Als Entschädigung bietet das Fitness-Center den Abonnenten eine kostenlose Trainingswoche an. Risikopersonen könnten sich melden und das Abonnement werde dann vorübergehend sistiert.

Auch negative Rückmeldungen

Auch in der Kletterhalle Schlieren kann seit dieser Woche wieder Sport getrieben werden. Luzian Scharfenberger, Leiter Filialbetrieb: «Die Kunden haben sehr Freude und wir freuen uns, dass die Kunden so gerne bei uns klettern.»

Doch auch hier musste das Kletterzentrum in Zusammenarbeit mit dem Branchenverband ein detailliertes Schutzkonzept auf die Beine stellen. Dies beinhaltet beispielsweise die Schliessung der Garderoben, ein Eintrittsformular und die Desinfektion der Hände vor dem Klettern. Die Kundenreaktionen fallen teilweise auch negativ aus: «Gewisse Kunden wünschen sich beispielsweise, dass mehr Kletterrouten geöffnet sind.» Hier arbeite man an Lösungen.

Risikogruppen bieten wir eine kulante Lösung.
Autor: Luzian ScharfenbergerLeiter Kletterzentrum Gaswerk

Auch Kurse werden momentan keine durchgeführt. Scharfenberger und sein Team bieten deshalb individuelle Lösungen für Kursteilnehmende. «Aufgrund der momentanen Einschränkungen planen wir keine allgemeinen Reduktionen. Jedoch haben wir auf individuelle Anfrage für die Risikogruppen eine Kulanzlösung bereit.» Dies könne bei Vorweisen eines Arztzeugnisses beispielsweise die Sistierung des Abonnements sein.

Rechtlich wenig Chancen

Bei solch unterschiedlichen Handhabungen stellt sich unweigerlich die rechtliche Frage: Steht Abonnements-Kunden grundsätzlich eine Entschädigung aufgrund aller Einschränkungen zu?

Wenn im Vertrag solche Risiken ausgeschlossen werden, bestehen überhaupt keine Ansprüche.
Autor: Peter MünchProfessor für Wirtschaftsrecht, ZHAW

Rechtsprofessor Peter Münch von der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften sieht im Streitfall nur eine minime Chance für den Kunden auf Entschädigung. «Es kommt darauf an, was im Vertrag konkret steht. Ob dort solche Risiken ausgeschlossen werden. In einem solchen Fall bestehen überhaupt keine Ansprüche.» Ansonsten würden allenfalls rechtliche Ansprüche bestehen, jedoch sei das heikel, unsicher und mit grossen Prozessrisiken verbunden. Es sei auch relativ schwierig einzuschätzen, wie ein Gericht entscheiden würde.

Der Rechtsprofessor empfiehlt den Abonnenten deshalb: «Es ist wahrscheinlich erfolgversprechender, an die Kundenorientierung des Unternehmens zu appellieren, an die Kulanz, die Geschäftspolitik.»

Tagesschau, 14.05.2020, 19:30 Uhr; blac

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Wir informieren laufend über die aktuelle Entwicklung und liefern Analysen zum Coronavirus. Erhalten Sie alle wichtigen News direkt per Browser-Push. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

8 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Krebs Alfred  (A.Santiago)
    Ich lebe zur Zeit in der Dominikanischen Republik und habe auch ein Fitnessabo. Uns wurde per E-Mail zwei Varianten vorgeschlagen. Variante eins, unterbrechen ohne Kosten. Variante zwei, man zahlt 30 Prozent des Monatsbeitrages, damit das Personal entlöhnt werden kann, da es hier keine Arbeitslosenversicherung gibt. Wenn dann wieder geöffnet wird, werden einem aufgeteilt auf ein halbes Jahr 50 Prozent des Monatsbeitrages gutgeschrieben. In der Schweiz fehlt es etwas an Fantasie.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Thomas Ramseier  (ThomRam)
    In andern Ländern war die Qurantäne viel drastischer und viele haben immer noch viel gravierendere Imstände zu bewältigen !
    Diese „Baby-Generation von Pseudomachos“, zu der ich leider auch gehöre, macht mich ganz nervig !

    Seid doch froh, müsst Ihr nicht in einem Kriegsgebiet leben !
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Haller Hans  (H.Haller)
      Na ja, diese "jungen Generationen" sind halt im Wohlstands-Ueberfluss aufgewachsen und leiden zuweilen halt an Wohlstandsverblödungen. (smile) - Daran müssen wir uns halt gewöhnen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Daniele Röthenmund  (Daniele Röthenmund)
      Herr Haller. Fairer weise müssen wir dazu sagen das es das Resultat unserer Erziehung ist. Und in diesem Punkt scheinen viel als Eltern versagt zu haben. Das, weniger ist mehr, haben wir leider vielen nicht beigebracht. Das hat meist damit zu tun das man sich mit Materiellem die Kinder vom Laib geschafft hat um sich weniger mit ihnen Beschäftigen zu müssen. Kinder wurden nicht so geboren, Sie werden durch die Eltern und die Gesellschaft geprägt.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Fabian Sarbach  (F. Sarbach)
    Die Neuinfektionen sind von 1500 auf mittlerweile 15 zurückgegangen (-99%), die Mortalitätsrate wurde von 3% (WHO) auf 0.3% (mittlerweile ca. 50 Studien) korrigiert. Die Spitäler waren nie auch nur ansatzweise ausgelastet. Aber noch immer herrscht Demonstrationsverbot massive Einschränkungen etc. Das ist eindeutig nicht mehr verhältnismässig.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Regula Schnetzer  (Gwundernase)
      Gottseidank waren unsere Spitäler nicht überlastet oder hätte sich hier jemand norditalienische Verhältnisse gewünscht? Wenn jetzt alle Vorsichtsmassnahmen aufgegeben werden, kann es sein, dass wir wieder vorne anfangen wie im März.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Daniele Röthenmund  (Daniele Röthenmund)
      Jetzt wird wohl seit fast 3 Monaten jeden Tag berichtet was in der Welt los ist und es gibt Menschen die es immer noch nicht begriffen haben. Manchmal Frage ich wieso muss man so Penetrant sein wenn man was nicht versteht. Man könnte es doch einfach stehen lassen und sich auf sich Konzentrieren. Aber eben es gibt Menschen die meinen stets alles besser zu wissen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen