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Wie bezahlen wir in Zukunft?
Aus Rendez-vous vom 23.06.2021.
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Studie der Nationalbank Das Nötli im Sack bleibt beliebt

Zwar kaufen immer mehr Leute bargeldlos ein. Doch es wäre verfrüht, das Bargeld endgültig abzuschreiben, wie eine Studie der SNB zeigt.

Schon vor der Pandemie veränderten sich unsere Gewohnheiten beim Bezahlen an der Kasse schleichend. So greifen vor allem Jüngere seit längerem lieber zur Plastikkarte oder einer Bezahl-App auf dem Handy statt zur 20er-Note.

Die Pandemie habe diese Entwicklung noch beschleunigt, stellt Dewet Moser, stellvertretendes Mitglied des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank (SNB), fest.

Debitkarte am meisten verbreitet

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Debitkarte am meisten verbreitet
Legende: srf

An der zweiten Umfrage der SNB zum Zahlungsverhalten haben im Herbst letzten Jahres 2100 Personen teilgenommen. 97 Prozent von ihnen gaben an, Bargeld für alltägliche Ausgaben zu halten. Danach folgt die Debitkarte als zweitwichtigstes Zahlungsmittel, die 92 Prozent der Befragten besitzen. 78 Prozent gaben an, im Besitz einer Kreditkarte zu sein.

Tatsächlich genutzt wird das Bargeld aber immer weniger häufig. So gaben in der ersten Umfrage 2017 noch 70 Prozent der Befragten an, «unregelmässig getätigte» Zahlungen mit Bargeld zu begleichen, 2020 waren es nur noch 43 Prozent. Dagegen erhöhten sich die Anteile der Zahlungen mit Debit- (von 22 Prozent auf 33 Prozent) und Kreditkarten (von 5 Prozent auf 13 Prozent).

Betrachtet man den Transaktionswert der Zahlungen, dann hat die Debitkarte das Bargeld als wichtigstes Zahlungsmittel sogar abgelöst. Der Wertanteil der Debitkarte kletterte gegenüber 2017 von 29 auf 33 Prozent, wogegen der Bargeld-Anteil von 45 auf 24 gefallen ist. Bargeld werde fast nur noch fürs Bezahlen von Kleinbeträgen bis 20 Franken genutzt, schreibt die SNB. (sda)

Pandemie verändert Zahlgewohnheiten

Ihn habe vor allem überrascht, wie stark die Verwendung von Bargeld im letzten Jahr zurückging. Allerdings: «Noch immer werden zwei von fünf Zahlungen mit Bargeld getätigt.»

Es ist jedoch nicht klar, wie gross der tatsächliche Einfluss der Pandemie auf unser Zahlungsverhalten war. «Wir vermuten, dass er immerhin relevant war», so Moser. So sei mancherorts Bargeld zwischenzeitlich gar nicht mehr akzeptiert worden.

Bezahlen, ohne etwas zu berühren

Neben der Pandemie und der Angst vor Viren an der Kasse gibt es auch andere Gründe, warum Menschen immer seltener Münzen und Noten aus ihrem Portemonnaie hervorkramen. So ist es inzwischen vielerorts möglich, mit der Debit- oder Kreditkarte kontaktlos zu bezahlen.

Beliebte 1000er-Noten

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Beliebte 1000er-Noten
Legende: Keystone

Trotz allem sind grosse Banknoten in der Schweiz nach wie vor weit verbreitet. 40 Prozent der Befragten gaben an, dass sie in den letzten ein bis zwei Jahren mindestens eine 1000er-Note besessen haben. Dieser Anteil habe sich seit 2017 kaum verändert, so die SNB. Grosse Noten würden in erster Linie für teurere Anschaffungen eingesetzt, wie beim Kauf eines Autos oder von Möbeln. Stark rückläufig sind Einzahlungen am Postschalter mit grossen Noten. Und auch verschenkt würden sie kaum mehr. (sda)

Man muss die Karte also nicht mehr in ein Gerät stecken und mühsam einen Code eintippen. Das ist bequem, einfach und sicher – und wird von den Studienteilnehmenden inzwischen sogar als benutzerfreundlicher eingestuft als das gute alte Bargeld.

Rückkehr zum Bargeld fraglich

Für das Bargeld, das bekanntlich die SNB herausgibt, sind das kaum gute Nachrichten. «Doch das heisst nicht, dass Bargeld tot ist», betont SNB-Vizedirektor Moser. Cash habe nach wie vor sehr gute Eigenschaften und sei als komplementäres Zahlungsmittel sehr gut einsetzbar.

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Bankenprofessor: So bezahlen wir in Zukunft
26:49 min, aus Tagesgespräch vom 23.06.2021.
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Dabei spielt es für die Nationalbank keine Rolle, auf welche Art und Weise wir unsere Rechnungen bezahlen. Sie sei verantwortlich, dass Wirtschaft und Bevölkerung mit Bargeld versorgt werden und dass der bargeldlose Zahlungsverkehr funktioniere, sagt Moser.

Übrigens ist es fraglich, ob Bargeld nach Ende der Pandemie wieder vermehrt genutzt wird. Denn ein Drittel der von der Nationalbank befragten 2100 Personen gab an, das eigene Verhalten beim Bezahlen nachhaltig verändert zu haben. Deshalb: «Cash ist King» gilt wohl immer weniger.

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SNB Umfrage: Bargeldloses Zahlen nimmt zu
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SRF 4 News, Rendez-vous vom 23.6.2021, 12:30 Uhr

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41 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli Baumgartner  (Beumli)
    Ich habe trotz Hinweis auf kontakloses bezahlen immer bar bezahlt wurde nie abgewiesen. Aber es geht vorallem um Gebühren. Die mögen für den Einzelnen nicht ins Gewicht fallen, aber wenn die grosse Masse täglich so bezahlt läpper sich das ganz schön zusammen. Kommt dazu, dass es niemanden etwas angeht was ich einkaufe. Benutze auch keine Kundenkarten.
  • Kommentar von Mirjam Hoss  (Snipsnapper)
    "Cash ist King" gilt immer weniger? Wie wahr, heute gilt "Verschuldung ist King". Schöne neue Welt...
    1. Antwort von Krebs Alfred  (A.Santiago)
      Mirjam Hoss, bezahlen mit einer Karte ist nicht immer bezahlen mit einer Kreditkarte. Es gibt zum Beispiel Debitkarten, bei diesen Karten kann man nur das Geld ausgeben, das auf dem Kartenkonto vorhanden ist. Es gibt viele Länder, wo es viel sicherer ist mit einer Karte zu bezahlen als Bargeld bei sich zu haben. Ich habe Debit- und Kreditkarte und kann Ihnen jederzeit den genauen Kontostand sagen. Ich kenne eine Person, die wenn sie Geld in der Brieftasche hat, es sofort ausgegeben muss.
  • Kommentar von Bruno Hochuli  (Bruno Hochuli)
    Ich bezahle wenn möglich immer mit Bargeld und wenn mann das Geld nicht annehmen will, stelle ich die Ware wieder in die Regale. Bis jetzt konnte ich die gekaufte Ware immer mitnehmen,(bar bezahlt)
    1. Antwort von Alois Keller  (eyko)
      Es lebe das Bargeldzahlen. Da weiss man woran man ist. Man kann es jederzeit beim Bancomat holen und hat Kontrolle über sein Restvermögen.
      Man verschuldet sich auch weniger, als wenn man mit Karte zahlt.
    2. Antwort von Krebs Alfred  (A.Santiago)
      @eyko. Wenn man etwas überlegt einkauft, hat man auch Übersicht, wenn man mit Kreditkarten einkauft. Es ist einfach eine Willens- beziehungsweise eine Organisationssache.