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UBS-Chef kauft UBS-Aktien «Das hat Signalwirkung»

Legende: Audio Warum kauft Sergio Ermotti UBS-Aktien? abspielen. Laufzeit 03:20 Minuten.
03:20 min, aus SRF 4 News aktuell vom 30.10.2018.

Nach dem Investoren-Tag hat der Chef der UBS, Sergio Ermotti, Aktien der eigenen Grossbank im Wert von mehreren Millionen Franken gekauft. Das kann Signalwirkung haben: Es könne zeigen, dass der Chef an das Erreichen der eigenen Ziele glaube und den Börsenkurs in die Höhe treiben, so Wirtschaftsredaktorin Stefanie Pauli.

Stefanie Pauli

Stefanie Pauli

Wirtschaftsredaktorin, SRF

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Die studierte Betriebsökonomin ist seit Herbst 2018 Wirtschaftsredaktorin bei Radio SRF. Davor war Stefanie Pauli für die Wirtschaftsredaktion der Tagesschau und von 10vor10 tätig. Sie arbeitet seit 2011 bei SRF.

SRF News: Ein Chef eines börsenkotierten Unternehmens kauft seine eigenen Aktien. Ist das üblich?

Stefanie Pauli: Das ist in der Tat üblich. Aktienkäufe von Chefs gibt es immer wieder. In kleineren Unternehmen müssen Verwaltungsratsmitglieder oder die Geschäftsleitung gar Aktien kaufen. Sie sollen so gegen aussen ihr Commitment zur Firma zeigen.

Aber Sergio Ermotti hat sehr viele Aktien gekauft.

Genau genommen entspricht diese 1 Million Aktien rund 0,03 Prozent der gesamten Aktien der Grossbank.

Bei solchen Käufen ist persönliche Bereicherung ein grosses Thema. Besteht in diesem Fall die Gefahr eines Insiderhandels?

Die UBS ist gesetzlich dazu verpflichtet, Aktienkäufe ihrer Verwaltungsrats- oder Geschäftsleitungsmitglieder der Schweizer Börse SIX zu melden. Diese Meldepflicht soll garantieren, dass Chefs keine interne Informationen verwenden, um sich an der Börse persönlich zu bereichern.

Wäre Ermotti in einen Insider-Handel verwickelt, würde das die Finma auf den Plan rufen.

Wäre das bei Sergio Ermotti der Fall, würde das die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma auf den Plan rufen. Klar ist: Sergio Ermotti hat den Kauf zeitlich ideal gelegt. Letzte Woche fand der Investoren-Tag statt, an dem die UBS typischerweise ihre Strategie für die nächsten Jahre kommuniziert. Die Investoren sind zu diesem Zeitpunkt also auf dem neuesten Informationsstand.

Seit Jahresbeginn hat die UBS-Aktie rund einen Viertel an Wert verloren. Nach dem Aktienkauf hat sie wieder zugelegt. Warum hat Sergio Ermotti nicht schon viel früher Aktien gekauft?

Der Investoren-Tag letzte Woche war der erste seit vier Jahren. Dort hat die Grossbank ihre mittelfristigen Ziele präzisiert und bis 2021 ein Wachstum von bis zu 15 Prozent in Aussicht gestellt. Ein Aktienkauf von Sergio Ermotti zu diesem Zeitpunkt kann Signalwirkung haben; so kann es zeigen, dass er an die Erreichung dieses Ziels glaubt und damit den Börsenkurs in die Höhe treiben – im Fall der UBS hat es funktioniert. Dazu kommt: Sergio Ermotti wusste zu diesem Zeitpunkt, wie es mit der Bank in den nächsten Jahren weitergeht.

Hat Sergio Ermotti ein Zeichen gesetzt?

Ein Aktienkauf eines Verwaltungsrats- oder Geschäftsleitungsmitglied gilt für Anleger als wichtige Information, denn in der Regel können Anleger daraus deuten, ob die Chefs an eine Wertvermehrung des Unternehmens glauben. Trotzdem warnen Experten davor, solche Käufe überzubewerten, bestimmen doch viele andere Einflüsse den Börsenkurs mit. Und wie lange Sergio Ermotti diese Aktien behält, ist auch völlig offen.

Das Gespräch führte Daniel Eisner.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Ich vermute, dass hier noch so Mancher sich von dem marktliberalen Sirenengesang einlullen lässt und sich doch so gerne täuschen lässt. Denn zu gerne identifiziert man sich mit diesem Herren. Der ja Erfolgreich und ja geradezu kompetent zu sein scheint. Erfolg, nach einem mittlerweile äußerst klapprigen kapitalen Maßstab: dass Erfolg, Kompetenz sich am Gehalt messen lässt.
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Sehen wir uns in den aktuellen Wirtschaftsnachrichten um, kommt wie eigentlich schon immer, doch zunehmend deutlicher, da die Zeit der Scham vorbei ist, wie autoreferenziell und völlig unabhängig von der Realwirtschaft ein paar überbezahlte und den Kontakt zur Welt völlig verlustig gegangener BubbleBosse, die sich innerhalb eines entre soi et soi bewegen, wirtschaften und entscheiden.
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  • Kommentar von Simon Weber (Weberson)
    Es wäre gar keine so schlechte Idee, wenn allgemein z.B. Bonis von Mitarbeitern der Banken in Aktien vergeben werden würden. Diese Aktien sollten z.B. dann 5-10 Jahre unter Verschluss bleiben. Das würde die Wirkung haben, dass die Leute nicht einfach wild spekulieren und auf Risiko Geschäfte abwickeln würden. Die Bonis hätten erst nach 5-10 Jahren für die Leute wert, und das je nach dem wie gut es der Bank geht. Alle wären somit eher interssiert an Stabilität als in Risiko.
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