Zum Inhalt springen

Header

Audio
Schweizer Unternehmen sind optimistisch
Aus Rendez-vous vom 09.07.2020.
abspielen. Laufzeit 03:24 Minuten.
Inhalt

UBS-Umfrage bei 2500 Firmen Positive Stimmung bei Unternehmen – aber nur ohne neuen Lockdown

Drei von vier Unternehmen zeigten sich Anfang Juni erstaunlich zuversichtlich. Schwang da auch viel Zweckoptimismus mit?

Bis in zwei Jahren sollten wir wieder mindestens so gut im Geschäft sein wie vergangenes Jahr. Das haben in einer UBS-Umfrage Ende Mai und Anfang Juni drei Viertel der 2500 ausgewählten Firmen gesagt. Sie planen sogar, bis 2022 zusätzliches Personal einzustellen – über den Stand vor der Coronakrise hinaus.

Aber aufgepasst, warnt Daniel Kalt, Chefökonom von UBS Schweiz: «Die Umfrage erfolgte in der Phase, als die Wirtschaft wieder geöffnet wurde. Damit waren Erwartungen und vielleicht auch Hoffnungen verbunden. Umgekehrt kann man auch argumentieren, dass ein Viertel der Firmen nicht davon ausgeht, bis 2022 wieder die Vor-Corona-Umsätze zu erreichen.»

Ein Viertel der Firmen rechnet nicht mit Vor-Corona-Umsätzen in zwei Jahren.
Autor: Daniel KaltChefökonom UBS

Je strenger die Schutzkonzepte, desto zäher

Hart getroffen hat der Corona-Lockdown zum Beispiel die Gastronomiebranche: Restaurants, Bars und Clubs mussten schliessen. Nun haben sie wieder offen. Aber die Schutzkonzepte fordern auf längere Zeit ihren Tribut.

Denn mit weniger Gästen in weniger eng bestuhlten Beizen kommt weiterhin weniger Umsatz zustande: «In allen Bereichen, wo viele Menschen in Innenräumen zusammenkommen, dürfte die Rückkehr zur Normalität am längsten dauern», sagt Kalt.

Das Schreckensszenario

Zudem könnte eine zweite Pandemie-Welle den zuversichtlichen Firmen einen Strich durch die Rechnung machen. Allerdings nur dann, wenn steigende Corona-Zahlen auch dazu führen sollten, dass Bund und Kantone neue Zwangsschliessungen verhängen.

UBS-Chefökonom Kalt hält das für unwahrscheinlich. Die Regierungen im In- und Ausland würden stattdessen versuchen, das Virus mit weniger einschneidenden Massnahmen in den Griff zu bekommen.

UBS-Chefökonom Daniel Kalt.
Legende: UBS-Chefökonom Daniel Kalt geht davon aus, dass die Staaten einen erneuten Lockdown mit allen Mitteln zu verhindern versuchen. Keystone/Archiv

Schwere Folgen für KMU

Andernfalls werde wohl nichts aus den optimistischen Plänen der Unternehmen: «Wenn es wirklich zu flächendeckenden Lockdowns kommen würde, wäre das schon sehr schwerwiegend für weite Teile der KMU-Landschaft. Das könnte in der Schweiz und weltweit beträchtliche Folgeschäden anrichten.»

Wenn es zu flächendeckenden Lockdowns kommen würde, wäre das sehr schwerwiegend für weite Teile der KMU-Landschaft.
Autor: Daniel KaltChefökonom UBS

Dann müssten voraussichtlich viele Firmen Personal abbauen. Personal, das sie derzeit weiter beschäftigen, und zwar teils auch nur dank der Kurzarbeitsentschädigung aus der Arbeitslosenversicherung.

Das bedeutet: Bei einem neuen Lockdown würde die Arbeitslosigkeit massiv steigen. Es könnte zu einer grösseren Konkurswelle kommen, räumt UBS-Ökonom Kalt ein: «Aber wie gesagt, davon gehen wir nicht aus.»

Rendez-vous, 09.07.2020, 12:30 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

6 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Jürg Häusermann  (Abraham)
    Einen neuen Lockdown wird es nicht mehr geben. Dafür sorgen die Bürgerlichen schon. Gott sei dank.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Rene Caduff  (Rene Caduff)
    Mir geht recht gut treue Kunden oder gutes Netzwerk würde UBSler sagen.
    Zum Massnahmen der Politik jetzt werden höchstleitungen vollbarcht nicht lockerlassen sonst nehmen wir den Hamner und viele stellen Regel auf und wollen nicht bezahlen.
    Die Schweiz macht es sehr gut Aber was ich sonst lesen ist ja echt schlimm. Wir mussen mit dem Virus leben ist allen klar. Ein 60-70 jähriger Politiker interpretiert den Satz so. Ich schalte sonst einfach in der Tagesschau alles ab.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
    Wie kommt man überhaupt auf die Idee, es könnte einen zweiten Lockdown geben? Die bis jetzt 131'000 Opfer in den USA sind umgerechnet auf die Schweiz etwas über 3'000 - einige hundert mehr, als bei uns einer schwereren Grippewelle zum Opfer fallen. Schwere Verläufe mit künstlicher Beatmung, die mit befürchteten Folgeschäden überleben, noch einmal so viele (ungefähr die Hälfte dieser Fälle überlebt). Die Schweiz hat aber ein viel stärkeres Gesundheitssystem und sicher eine gesündere Bevölkerung.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Pascal Weissmann  (Pascal Weismann)
      Bin da ganz bei Ihnen. Man behält Massnahmentechnisch in vielen Belangen den Kurs vom März/April bei, obwohl es jetzt eine Kurskorrektur bräuchte, ein wenig geht es einfach darum, das Gesicht zu wahren. Obwohl es jetzt eine Neueinschätzung der Virusgefahr bräuchete. Man hat das Gefühl jeder neue COVID-Tote wird gleich zur Schlagzeile gemacht. HIV, Tetanus, Trombose, Krebs... alles Krankheiten die es seit Anfang der Pandemie nichtmehr gibt gefühlt.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen