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Keine Einigung zwischen den ölfördernden Ländern
Aus SRF 4 News aktuell vom 07.07.2021.
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Umstrittene Fördermenge Darum steigt der Ölpreis mitten im Sommer

Der Ölpreis ist wieder angestiegen. Auf die Fördermenge können sich Saudi-Arabien und die VAE nicht einigen.

Wie viel Öl soll gefördert werden? Die Mitglieder der Opec+-Staaten konnten sich in mehreren Treffen nicht auf eine Anhebung der Förderquoten einigen. Um die wirtschaftliche Erholung von der Pandemie anzuschieben, seien stabile Ölmarkt-Bedingungen nötig, sagte ein Berater von US-Präsident Joe Biden. An den Gesprächen selbst waren die USA nicht beteiligt.

Wer ist in der Opec, wer in der Opec+?

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Opec-Staaten: Algerien, Angola, Äquatorialguinea, Gabun, Iran, Irak, Republik Kongo, Kuwait, Libyen, Nigeria, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate (VAE) und Venezuela

Opec +-Staaten: Aserbaidschan, Bahrain, Brunei, Kasachstan, Malaysia, Mexiko, Oman, Russland, Südsudan und Sudan.

Ausgetreten aus der Opec: Indonesien 2016, Katar 2019, Ecuador 2020.

Wieso kam es zu keiner Einigung? Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), beides Opec-Staaten, konnten nicht aushandeln, wer wie viel Öl fördern darf. «Die Vereinigten Arabischen Emirate wollten einen grösseren Anteil an der Fördermenge. Das hat Saudi-Arabien nicht gepasst», sagt SRF-Wirtschaftsredaktor Matthias Heim. Ein Streit zwischen Ländern der Opec sei nichts Neues, das komme immer wieder vor, so Heim. Aussergewöhnlich sei aber, dass es sich um Saudi-Arabien und die VAE handle, denn diese seien im Normalfall Verbündete.

Welche Auswirkungen hatte die Pandemie? «Die Opec hat die Ölförderung im vergangenen Jahr extrem stark zurückgefahren», so Heim. Der Preis sei regelrecht kollabiert, auf unter 20 Dollar pro Fass. Mit der Erholung der Wirtschaft steigt die Nachfrage nach Öl wieder, entsprechend steigen auch die Preise. Nun kostet ein Fass bereits wieder um 75 bis 80 Dollar. Damit kostet Rohöl so viel wie letztmalig vor zweieinhalb Jahren.

Wer profitiert von höheren Preisen? Ein höherer Ölpreis käme den Ländern entgegen. Denn es klaffe ein Loch in der Staatsrechnung zum Beispiel von Saudi-Arabien, sagt Wirtschaftsredaktor Heim. «Wenn man bedenkt, dass Saudi-Arabien einen Preis von ungefähr 67 Dollar pro Fass für eine ausgeglichene Staatsrechnung braucht, kann man ermessen, wie wichtig die Einnahmen aus dem Ölgeschäft für das Land sind.»

Wie hoch wird der Ölpreis in Zukunft? Nicht nur die Opec verfügt über Ölreserven, sondern beispielsweise auch noch Russland (Opec+) und die USA. «Diese Länder haben kein Interesse daran, dass der Ölpreis durch die Decke schiesst, das würde die Teuerung anheizen», so Heim.

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Aus dem Archiv: Die Macht der Opec schwindet
Aus Tagesschau vom 06.12.2018.
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SRF 4 News, 06.07.2021, 06:15 Uhr;

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36 Kommentare

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  • Kommentar von Karl Kirchhoff  (Charly)
    Mir persönlich ist das völlig egal. Bei dem bisschen was ich konsumiere, merke ich nichts davon.
  • Kommentar von Sascha Ehring  (MountainmanSG)
    Liebe Leute, Benzin und Heizöl ist nicht das einzige aus Rohöl. Die Kunststoffpreise explodieren zur Zeit und jetzt sehen sie sich mal um, überall ist Kunststoff verbaut. Ohne Ihn geht nichts mehr.
    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Ja, das hat aber verschiedene Gründe. Denn die Preise für Kunststoff sind ja nicht zusammen mit dem Rohöl in den Keller gesunken. Vielmehr gibt es wegen der generellen wirtschaftlicihen Verunsicherung letztes Jahr jetzt überall Knappheiten. Dies macht meiner Ansicht nach beim Kunststoff mehr aus als der Ölpreis.
    2. Antwort von Rolf Bombach  (RGB)
      Die PE-Preise scheinen sich wieder nach unten zu wenden, für Styrol wurde ein Preisabschlag bekannt gegeben und in China wurde PE gar nicht erst teurer: Fazit, hier wurde vorallem spekuliert.
  • Kommentar von Patrick Steiner  (vb22)
    Zur Erinnerung: Erdoel braucht es nicht nur zum Autofahren oder Fliegen. Das ist die Kurzsichtigkeit des heutigen Mainstream.
    Die meisten Produkte "made in China" werden mit Energie aus Erdoel produziert. Und wenn dieser Rohstoff teurer wird, dann auch die Produkte.
    Also nicht beim Bashing auf die Autofahrer und Heizoelverbrenner vergessen, dass die Preisexplosion auch die ÖV-Benutzer treffen wird.
    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Es macht generell nicht so viel, wenn Produkte aus China teurer werden. So haben Produkte aus anderen Regionen eher eine Chance zu bestehen.