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Schweizweites Plastik-Recycling-Programm geplant
Aus 10 vor 10 vom 17.06.2020.
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Umstrittenes Migros-Angebot Mit Plastiksack gegen Plastikabfall

Die Migros will einen Beitrag zum Plastikrecycling leisten. Was das bringt, ist umstritten.

Die Migros will einen Beitrag zur Wiederverwertung von Plastikverpackungen leisten. Alle Plastikverpackungen, ausgenommen PET, können gesammelt und in den Migros Filialen abgegeben werden. Das Material wird dann von externen Firmen sortiert und anschliessend rezykliert.

Das so gewonnene Plastikgranulat will die Migros für neue Produkte verwenden. «Wir möchten hier möglichst kostendeckend arbeiten», sagt Christine Wiederkehr, Leiter Nachhaltigkeit bei der Migros Gruppe. «Das Hauptziel ist, etwas Gutes für die Umwelt zu tun.» Ein Wunsch, der auch von den Kunden gekommen sei, betont die Migros.

Wie 30 Kilometer weniger fahren

Wie viel das aber der Umwelt bringt, sieht Recycling-Experte Fredy Dinkel skeptisch: «Der zusätzliche jährliche Nutzen des Recyclings entspricht etwa der Energie von 30 Kilometer weniger Auto fahren oder ein Steak von 100 Gramm weniger essen.»

Die Umweltorganisation Greenpeace kritisiert das Angebot der Migros und spricht von einer Scheinlösung. Es bestehe das Risiko, dass dieses Angebot zu einem höheren Verbrauch von Plastik führe. «Die KonsumentInnen könnten annehmen, dass Recycling ein umweltfreundlicher Ausweg aus der Plastikkrise sei», sagt Philipp Rohrer, Experte für Zero Waste bei Greenpeace Schweiz. Das sei ein Trugschluss, weil Plastik aus Erdöl und Erdgas gewonnen wird und bei der Herstellung viel Energie verloren ginge.

Den Recyclingsack lanciert die Migros zuerst in der Zentralschweiz, bis in einem Jahr soll er bei erfolgreicher Testphase schweizweit erhältlich sein. Die Säcke kommen in drei Grössen und kosten zwischen 90 Rappen und 2.50 Franken. In den meisten Kantonen der Schweiz sind die Gebühren der Sammelsäcke somit tiefer als die bisherigen Abfallsäcke, auch wenn der Migros-Recyclingsack nur für Plastik geeignet ist.

10vor10, 17.6.2020, 21:50 Uhr, srf/bern;

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37 Kommentare

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  • Kommentar von Christoph Stadler  (stachri)
    In der Schweiz sollen die Kosten der Plastik-Sammlerei selbstverständlich wieder einmal dem Konsumenten aufgebürdet werden. Wir bezahlen schon Abfallvignetten und Abfall-Grundgebühren. Die Kosten sollten die PRODUZENTEN übernehmen müssen, nur dann hätten diese auch einen Anreiz die Plastikverpackungen auf ein absolutes Minimum zu reduzieren um Kosten zu sparen. Das Dümmste sind in Plastik eingeschweisste Zeitschriften, oder Kleinteile.
  • Kommentar von Bernadette Baumann  (Avalon)
    Doch, das finde ich gut. Endlich! Es stört mich schon ewig, dass ich Plastik nicht separat entsorgen kann. Was das Argument von Greenpeace, dass dieses Angebot "zu einem höheren Verbrauch von Plastik führe" soll- oder "30 Kilometer weniger Auto fahren oder ein Steak von 100 Gramm weniger essen" des Recycling-Experten sind stark hinkende Beispiele. Dass wir KonsumentInnen annehmen könnten, dass Recycling ein umweltfreundlicher Ausweg aus der Plastikkrise sei.Ich denke wir sind nicht ganz so dumm.
  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Wiederverwertung von Plastikverpackungen ist eine gute Sache, aber man sollte diesen Sack mit den Plastikverpackungen der Müllabfuhr gratis mitgeben können - gut erkenntlich. Nicht jeder hat die Möglichkeit diesen Sack persönlich bei der Migros abzugeben. Hauptsache es wird getrennt und wieder verwertet. Wir leben im 21. Jahrhundert, also sollte es möglich sein Ersatz für all diesen Plastik zu finden. Ersatz auch für alle Plastikflaschen von Shampoo, Duschgels usw. muss doch möglich sein.
    1. Antwort von Thomas Trefzer  (ttre)
      @Alois Keller
      Bezüglich der Plastikflaschen für Shampoo und Duschmittel. Hier habe ich mit festem Shampoo z.Bsp. von Lush, den finden sie aber mittlerweile auch anderswo und einem Stück Seife seit Jahren die besten Erfahrungen. Hält länger, ist besser dosierbar und praktisch 0 Abfall. ;-)