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Legende: Audio Glyphosat: Richtungsweisendes Urteil gegen Bayer-Tochter Monsanto abspielen. Laufzeit 01:46 Minuten.
01:46 min, aus SRF 4 News aktuell vom 28.03.2019.
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Urteil in Glyphosat-Prozess Für Bayer steht die Zukunft eines Kerngeschäfts auf dem Spiel

Noch ist das letze Wort nicht gesprochen in Sachen Glyphosat. Noch ist nicht endgültig klar, ob es krebserregend ist oder nicht, denn die Wissenschaftler streiten sich noch darum.

Eine US-Richterin anerkannte aber bereits Ende der letzten Woche einen Zusammenhang zwischen dem Wirkstoff Glyphosat und Krebs. Nun entschied ein Geschworenengericht in Kalifornien zudem, dass Monsanto für diese Krebsrisiken haftet.

Deshalb muss der Bayer-Tochterkonzern dem 70-jährigen Kläger Edwin Hardman rund 80 Millionen Dollar bezahlen. Bayer hat Berufung angekündigt.

Dem Konzern droht eine Klagewelle

Rund 80 Millionen Dollar: Auf den ersten Blick ist das für Monsanto nicht viel Geld. Doch es geht um mehr. Denn auf das Unternehmen könnte bald eine regelrechte Klagewelle zukommen.

Und nicht nur das: Die Zukunft eines wichtigen Geschäfts steht auf dem Spiel. Denn die Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Glyphosat gehören zu den wichtigsten Produkten des Mutterkonzerns Bayer. Sie werden in 160 Ländern verkauft und viele Bauern wollen auf Glyphosat nicht verzichten. Es ist günstig, nahezu überall einsetzbar und spart kostenintensive Arbeit.

Vier Milliarden Euro Jahresumsatz

Der Jahresumsatz mit glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln beträgt mehr als vier Milliarden Euro. Darauf kann Bayer nicht verzichten.

Ein Verbot von Glyphosat würde den Konzern in einem wichtigen Kerngeschäft treffen. So lange wissenschaftlich nicht geklärt ist, ob Glyphosat krebserregend ist, muss Bayer also das Schlimmste befürchten. Doch noch ist das Herbizid zugelassen, auch in der Schweiz.

An der Börse ist Bayer schon unter Druck wegen der Glyphosat-Klagen. Der Börsenwert notiert deutlich unter 63 Milliarden Dollar. Für diesen Betrag hatte Bayer die US-Firma Monsanto im vergangenen Jahr gekauft. Die Anleger und Analysten fragen sich, ob Bayer die Risiken bei Monsanto unterschätzt hat.

Bislang hat Bayer-Chef Werner Baumann die Übernahme stets verteidigt. Doch auch das könnte sich ändern.

Denise Schmutz

Denise Schmutz

Wirtschaftsredaktorin, SRF

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Denise Schmutz ist seit 2013 bei der Wirtschaftsredaktion von Radio SRF. Davor hat sie mit einem Master in European Business an der Universität Freiburg abgeschlossen und bei verschiedenen Schweizer Unternehmen gearbeitet.

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35 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Romano (roro)
    @B.Trütsch: z.B. hat Monsanto ein bakterielles Gen in Sojabohnen eingebaut, mit Hilfe dessen die Pflanzen ein bestimmtes Enzym, das EPSPS (5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat- Synthase) produzieren. Dieses Enzym lässt die Sojapflanzen den Giftregen überleben. - führender Hersteller von Gen-Saatgut: Monsant (Bayer)! z.B. werden RoundUp's auch in Hausgärten versprüht und sogar für Weihnachtsbaum-Kulturen verwendet! etc., etc. Wirschaftliches Ziel: Gewinnmaximierung - ohne Rücksicht auf Verluste!
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Monsanto produziert gentechnisch verändertes Saatgut, das gegen Schädlinge resistent ist (Bt-Mais, Bt-Soja, Bt-Baumwolle) und das gegenüber Glyphosat (Roundup Ready Mais, Sojabohnen, Baumwolle, Raps) oder Glyphosat und Dicamba (Sojabohnen, Baumwolle) tolerant ist. Leider gar nicht tolerant gegenüber den Insekten und alle Lebewesen unter den Böden, die sind tot. Böden sind unfruchtbar, da braucht es Unmengen von Dünger. Bayer hat alles von Monsanto übernommen, muss nun die Konsequenzen tragen.
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Hat Bayer sich den Tod ins Haus geholt? Monsanto-Kauf vernichtet 40 Prozent des Börsenwerts des grossen deutschen Unternehmens. Ja die Gier der Grösste zu sein zahlt sich jetzt aus. Landwirte und Gärtner, die in den vergangenen 40 Jahren Millionen Tonnen des Wirkstoffs auf ihre Pflanzen versprüht haben. Gift bleibt Gift und vernichtet Unkraut und Lebewesen zugleich. Die Schweiz täte gut daran, Abstand von Glyphosat zu nehmen zum Wohle der Umwelt und dem Ökosystem.
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