Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio Glyphosat-Gerichtsprozess ohne Wirkung auf Bauern? abspielen. Laufzeit 02:38 Minuten.
Aus Rendez-vous vom 28.03.2019.
Inhalt

Urteil in Glyphosat-Prozess Schweizer Bauern vertrauen auf Behörden

Das umstrittene Pestizid ist in der Schweiz zugelassen. Der Bauernverband sieht in dessen Einsatz kein grosses Problem.

Mit Interesse blicken die Schweizer Bauern derzeit in die USA, wo sich die Gerichtsklagen gegen Monsanto häufen, den Hersteller von Unkrautvernichtungsmitteln mit dem Wirkstoff Glyphosat.

Die Gerichtsprozesse blieben nicht ohne Wirkung, sagt David Brugger, Leiter Pflanzenbau beim Schweizer Bauernverband. So setzten sie bereits weniger Glyphosat ein als auch schon.

Seit mehr als zehn Jahren geht die Anwendung von Glyphosat in der Schweiz zurück. 2017 wurden davon noch 186 Tonnen verkauft. Dies sind 45 Prozent weniger als rund zehn Jahre zuvor.

Technologie statt Chemie im Kampf gegen Unkraut

Unabhängig von den Gerichtsklagen in den USA gebe es bei den Bauern einen Trend, generell weniger Chemie einzusetzen und auf eine natürlichere Landwirtschaft zu setzen. «Es werden vermehrt technische Innovationen wie beispielsweise Schälpflüge eingesetzt, um das Unkraut zu entfernen.»

Brugger rechnet damit, dass die Bauern in Zukunft noch weniger Glyphosat einsetzen. Denn es würden ständig neue Möglichkeiten entwickelt, um das Unkraut zu bekämpfen.

Beurteilung ist Sache der Behörden

Dennoch: Brugger sieht im Einsatz von Glyphosat kein grosses Problem: Denn in der Schweiz werden die Unkrautvernichtungsmittel anders eingesetzt als in den USA. Hierzulande dürfen die Mittel nicht kurz vor der Ernte direkt auf die Nutzpflanzen gesprüht werden, sondern nur auf das Unkraut. Darum gebe es in Obst und Gemüse auch keine Rückstände.

Und schliesslich sei das Mittel hierzulande auch von den Behörden zugelassen: «Wir verlassen uns voll und ganz auf die Zulassungsbehörde», so Brugger. So lange diese das Mittel zulassen, erachtet der Schweizer Bauernverband den Einsatz von Glyphosat als unbedenklich. Zumindest im Moment und in kleinen Mengen. Es wäre also an den Behörden, Glyphosat neu zu beurteilen.

Legende: Video Glyphosat-Klage kommt Bayer teuer zu stehen abspielen. Laufzeit 01:01 Minuten.
Aus Tagesschau vom 28.03.2019.
Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

36 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    @zeier: Womit sich schon mit Ihrem Beitrag zeigt, Herr Zeier, dass lebensnahes Landwirtschaften nicht nur Vielfalt innerhalb von Pflanzen- und Insektenwelt bringen wird, sondern zu neuen, alten Gesellschaftspraktiken inspieriert. Es lebe Vielfalt in der Natur und zwischen uns Menschen. Wir brauchen ein starke Verwurzelung unter und über der Erde. Das schaffen nur alle Wesen gemeinsam. Die Menschen brauchen es, um mit allen Sinnen, Beisinnen zu blieiben und damit es uns nicht verblasen tut.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Bruno Hochuli  (Bruno Hochuli)
    Die Chemieindustrie hat di Bauern fest im Griff. Die Bauern gehen den Weg des geringsten Wiederstandes, statt auf die Natur zu schauen. Sie merken nicht einmal mehr dass viele Tiere, Insekten und Bienen bald verschwunden sind. Es wäre an der Zeit umzudenken und wieder richtig Landwirtschaft zu betreiben. ( Naturnahe Landwirtschaft)
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Karl Kirchhoff  (Charly)
    Ca. 90 % aller Pflanzen werden durch Insekten bestäubt. Diese elende Spritzerei tötet Insekten und fördert Monokulturen! Da muss sich auch niemand Wundern, dass es immer weniger Vögel gibt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von M. Roe  (M. Roe)
      Das stimmt teilweise. Aber haben Sie auch bemerkt, dass es in der Nähe von Häusern fast keine schönen, grossen Bäume mehr gibt. Somit können sich auch die Vögel nicht mehr in Ihrer Umgebung aufhalten, + Sie glauben die Vögel seien weg!!! Die schönsten und die grössten Bäume wurden gefällt, weil irgend ein Hausbesitzer fand, er wolle nicht jeden Herbst Laub wischen. Wir können das nur korrigieren, indem wir wieder so viel wie möglich Bäume pflanzen, die uns auch Schatten und "Coolheit" spenden.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Karl Kirchhoff  (Charly)
      @@Roe. Vogelzählungen in ganz Europa beweisen den Rückgang der Artenvielfalt. Grund dafür sind Pestizide+Monokulturen, womit die Nahrung fehlt. Die Steingärten spielen eine untergeordnete Rolle, auch in den Städten gibt es heute weniger Futter. Mit glauben hat das nichts zu tun.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von A. Keller  (eyko)
      Die Vielfalt der blühenden Pflanzen mit Nektar fehlen den Insekten, Bienen. Die Gärten sind alle picobello aufgeräumt, als müsste man darin wohnen. Immer mehr Gärten setzen auf Thuja und anderes Grünzeug. Stein- wege, die blühenden Pflanzen sind alle weg. Montotoner gehts nicht. Vogelgesang wird immer seltener. Pestizide+Monokulturen tragen dazu bei. Die Böden sind vergiftet. Immer mehr Arten verschwinden - und keiner will schuld sein. Einfach traurig.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen