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Das WEF und der Klimawandel
Aus Rendez-vous vom 24.01.2020.
abspielen. Laufzeit 02:32 Minuten.
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WEF und Klimawandel Nur wenig deutet auf ein Umdenken hin

Auf den Strassen von Davos sieht es aus wie eh und je. Grosse, schwarze Limousinen rollen dicht an dicht durch das weiss verschneite Städtchen. Und es stinkt nach Abgasen. Fast nichts deutet auf einen Wandel, ein Umdenken hin. Die Limousinen sind das Symbol für das fossile Zeitalter. Für ein Zeitalter, in dem die Natur zum eigenen Vorteil ausgenutzt wird.

Und dieses Zeitalter ist nicht vorbei. Bestes Beispiel dafür ist Australien. Ungeachtet der Buschbrände wirbt die australische Regierung in Davos für seinen Exportschlager Kohle.

Immenser CO2-Fussabdruck

Gleiches gilt für den Auftritt von US-Präsident Trump: Der organisatorische Aufwand für seinen 24-stündigen Auftritt war immens – ganz zu schweigen vom CO2-Fussabdruck seines Abstechers.

Und all das, um vor versammelter Wirtschafts- und Politikprominenz eine Wahlkampfrede für sein Heimpublikum zu halten. Und für ein Weiter-so-wie-bisher zu werben.

Auch Klaus Schwab hat den US-Präsidenten mit keinem Wort mit dem Klimawandel konfrontiert, obschon das Thema dem WEF-Gründer ein persönliches Anliegen ist.

Unternehmen unter ökonomischen Druck

Alles so wie immer also? Nein! Eine kleine Zahl an Elektroautos auf den Davoser Strassen zeigt, dass ein gewisses Umdenken einsetzt: Ganz einfach, weil sich die Folgen des Klimawandels inzwischen auf das Portemonnaie der Firmen durchschlagen. Der ökonomische Druck zwingt die Unternehmen dazu, ihre Geschäftsmodelle anzupassen. Bestenfalls führt das zu nachhaltigerem Wirtschaften.

Dieses Vorgehen zeigt sich in Davos etwa bei Banken und Versicherungen: Neuerdings sehen sie den Klimaschutz als Verdienstchance. Wird die Wirtschaft umgebaut – hin zu einem geringeren CO2-Ausstoss – ergeben sich für die Finanzbranche neue Profite. Eine sehr pragmatische Haltung.

Junge machen Druck

Gleichzeitig werden die Konzerne von einer jungen Generation herausgefordert – angeführt von der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg. Diese hat in Davos die versammelte Wirtschaftselite mehrfach an den Pranger gestellt.

Auch wegen des Drucks von der Strasse müssen sich Unternehmen mehr denn je für ihr Handeln rechtfertigen.

Erfreulich ist zwar, dass viele Konzerne in Davos versprochen haben, ihren CO2-Ausstoss zu reduzieren. Wie ernst es ihnen damit tatsächlich ist, müssen sie erst noch unter Beweis stellen. Solange dieser Nachweis nicht erbracht ist, steht das WEF für den Status quo.

Matthias Heim

Matthias Heim

Wirtschaftsredaktor, SRF

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Matthias Heim hat Wirtschaftsgeschichte studiert. Seit 2007 arbeitet er für Radio SRF, seit 2016 ist er Wirtschaftsredaktor. Seine Spezialgebiete sind Aviatik, Tourismus, Verkehr, Detailhandel und Energie.

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51 Kommentare

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  • Kommentar von Peter König  (Vignareale)
    Hoffentlich war dieses WEF das allerletzte dieser unnötigen Geldverschleuderungsorgie
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  • Kommentar von Franz Giger  (fjg)
    Das einzige Problem ist, dass wir unsere Natur kaputt machen aber sicher nicht das Klima. Nach wie vor gilt der Irrglaube ans ewige Wirtschaftswachstum und zwar von politisch rechts bis ganz links. Täglich werden x neue Konsumenten geboren um das perpetuum mobile am Laufen zu halten. Durch den grossen CO2-Schwindel wird dieser ganze Raubbau an der Natur weiter stattfinden, ersatzweise einfach elektrifiziert.
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    1. Antwort von S.B. Schweizer  (S.B. Schweizer)
      @Giger Auf den Punkt! Neben Klima, Nachhaltigkeit, Stakeholder, Innovation, Technologie (Industrie 4.0 die neue Naturgewalt) war Wachstum das wohl meist gesagte Wort an den WEF-Podiumsgesprächen. Nun, jede Generation blendet was wichtiges aus. Man will die Welt „grüner“ machen, doch auch das ist ein industrielles Unterfangen das rentieren u was abwerfen muss. Das neue Technologien u erneuerbare Energien genauso zu Dreckschleudern werden wenn wir beim „Wachstum“ nicht umdenken wird ausgeblendet.
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  • Kommentar von Markus Guggisberg  (gugmar)
    Herr Schwab, der kein Schweizer Bürger ist, kann sein WEF auch gerne anderswo abhalten. Es ist nicht einzusehen warum die Schweiz Steuergelder für diesen Anlass verschwendet werden sollen !
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    1. Antwort von Peter Amthauer  (Peter.A)
      @Herr Guggisberg Was zahlt der Schweizer Steuerzahler für die Ausrichtung des WEF?
      Und welchen strategischen Nutzen hat die Schweiz von der sicheren Ausrichtung des WEF?
      Immerhin wird weltweit vom WEF inmitten der schönen schneebedeckten und sicheren Schweizer Alpen mit klarer Luft berichtet.
      MfG
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