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Netto-Null der weltweiten Energieversorgung bis 2050: IEA legt umfassenden Roadmap vor.
Aus HeuteMorgen vom 18.05.2021.
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Weltweit Netto Null bis 2050 Energiesektor soll mit einem 400-Punkte-Plan klimaneutral werden

Nie dagewesene Anstrengungen seien nötig, um die weltweite Energieproduktion in den kommenden 30 Jahren klimaneutral zu gestalten, schreibt die Internationale Energieagentur IEA. Zwar hätten immer mehr Staaten Klimaziele formuliert, doch reichten diese auch im besten Fall nicht, um die Erderwärmung auf 1.5 Grad zu begrenzen, wie der Weltklimarat dringend empfiehlt.

Ziele unter anderem gekoppelt an Geldzuflüsse

Über 400 Punkte definiert die IEA auf dem Weg zur Klimaneutralität des Energiesektors in diesem in seiner Art bisher einzigartigen Plan. So soll ab sofort weltweit kein Geld mehr zur Förderung fossiler Brennstoffe fliessen. Bis 2035 dürfen keine fossil betriebenen Fahrzeuge mehr zugelassen werden. Wind und Sonnenkraft sollen in bisher Unerreichte im Ausmass ausgebaut werden.

Im Jahr 2030 müssten beispielsweise jeden Tag Solaranlagen mit der Kapazität des heute grössten Solarparks der Welt installiert werden und Innovation ist laut der IAE gefragt: Bis 2050 müsste die Hälfte der Treibhausgasreduktionen mittels Technologien geschehen, die heute erst im Demonstrations- oder Forschungsstadium sind, also beispielsweise mit der Herstellung von Flugzeugtreibstoffen aus Sonnenlicht und CO2 aus der Luft.

All das kostet

Die Investitionen in den Energiesektor müssten sich bis 2030 mehr als verdoppeln – von gut zwei Billionen US-Dollar pro Jahr auf rund fünf Billionen. Das sei aber gut investiertes Geld, betont die IEA: Vier Millionen neue Jobs würden geschaffen und die Weltwirtschaft würde bis 2030 um vier Prozentpunkte stärker wachsen als ohne diese Anstrengungen.

Sehr hohe Ziele formuliert die IEA. Aber sie zeigt detailliert auf, wie sie erreicht werden können. Ob der notwendige Ruck durch die Staatengemeinschaft geht, zeigt sich spätestens an der nächsten Klimakonferenz im November in Glasgow.

Klaus Ammann

Klaus Ammann

Wirtschaftsredaktor, SRF

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Der Historiker und Russist ist seit 2004 als Redaktor bei Radio SRF tätig. Seit 2011 arbeitet Klaus Ammann für die Wirtschaftsredaktion. Sein Schwerpunkt liegt dabei auf Energie- und Klimathemen.

HeuteMorgen, 18.05.2021, 07:00 Uhr

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87 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Es ist Propaganda zu behaupten, der eingeschlagene Weg der ES 2050 werde gelingen. In Tat und Wahrheit wird die Sicherstellung der Stromversorgung der Schweiz mit der Energiestrategie 2050 hochgradig gefährdet. Ohne Not wurde nach Fukushima das möglicherweise beste Versorgungssystem der Welt gekippt, und nun wird versucht, einen Weg zu gehen, der nicht seriös abgeklärt wurde, sondern auf Wunschvorstellungen beruht, der hoch riskant ist und sehr teuer zu stehen kommen wird.
  • Kommentar von Martin Haber  (Martinowitsch)
    Die Kernenergie wird es richten. Die hohe inhärente Sicherheit und Skalierbarkeit der neuen Reaktoren, die drastisch reduzierten Halbwertszeiten der Restnuklide, der geringe Flächenverbrauch der Anlagen sowie die Grundlastfähigkeit der Technologie sowie die grossen Ressourcenvorkommen sprechen für sich. Lassen wir also die IEA an ihren Wolkenkuckucksheimen weiterarbeiten. Mehr als ein müdes Lächeln ist er ohnehin nicht wert.
    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Es ist ohne Risiko zu sagen dass Ihr Szenario nicht eintreffen wird, Hr. Haber. Dazu ist es bereits zu spät. Die vielgerühmten neuen Reaktoren sind weder marktreif noch sind sie so sicher wie behauptet wird. Es geht jetzt darum, dass wir uns nicht ein 2-tes Mal von den nuklear-Fans Sand in die Augen streuen lassen. Es ist jetzt 2021 und nicht mehr 1965, die Gesellschaft ist wesentlich informierter. Sie können nicht mit blossen Behauptungen kommen und meinen die Leute nähmen es Ihnen ab.
    2. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Beat Reuteler: Da wäre ich nicht so sicher. In den USA, China und anderen Ländern wird Kernergie weiterentwickelt. Und wenn man keine Chance mehr hat, die Treibhausgasziele zu erreichen wird man zwischen zwei Übeln wählen müssen: CO2-freie, aber mit grösserem Risiko behaftete Kernenergie, oder stärkere Klimaerwärmung mit all den verheerenden Folgen auf die Nahrungsmittelproduktion etc.
    3. Antwort von Hans-Ulrich Rechsteiner  (Weitgereister)
      @Reuteler, ich denke nicht, dass Sie KKWs und deren Sicherheit beurteilen können. Aber das ist ja auch nicht wichtig. Es gibt genügend Länder die wieder vermehrt auf Nukleartechnologie setzen weil man immer mehr merken wird, dass Solar und Wind niemals eine gesicherte Versorgung ergeben. Solar und Wind wird weltweit nie mehr als 50% erreichen
    4. Antwort von Hans-Ulrich Rechsteiner  (Weitgereister)
      @Leu, Kernenergie hat kein grösseres Risiko als andere Industrien, z.B Chemie. Effektiv ist das Risiko vernachlässigbar.
  • Kommentar von Mark R. Koller  (Mareko)
    Haben diese Experten der IEA für Ihren 400-Punkte-Plan auch ausgerechnet, ob überhaupt genügend sogenannte "Seltene Erden" auf der Welt vorhanden sind, welche für alle diese PV-Anlagen, Windrädli und Batterien benötigt werden? Wie ist es mit der Lebensdauer von PV-Anlagen und Windrädli bestellt? Sind diese anschliessend auch vollständig recyclingfähig? Es gab bekanntlich schon einmal eine Planwirtschaft, welche an einfachen Rechenfehlern und an der Realität gescheitert war.
    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      PV braucht je nach Typ überhaupt keine seltenen Erden. Akkus brauchen je nach Typ ebenfalls keine seltenen Erden. Die IEA sagt ja, dass es gewaltige Anstrengungen braucht. (Noch nie dagewesene) um diese Ziele zu erreichen. Gewisse Ideen mögen utopisch klingen oder sein, andere werden Erfolg haben. Beispiel für Recycling: First Solar in den USA baut seit längerer Zeit 100% ihrer Solarpanels aus Recyclingmaterial von der eigenen früheren Produktion. Trotzdem wurde die Produktion verdoppelt.