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Erkennen und Geniessen Pesto war gestern: Überraschendes rund um den Bärlauch

Der Bärlauch spriesst – genauso wie seine giftigen Doppelgänger. Dieses ABC zeigt, wie Sie Bärlauch erkennen, was der Bär eigentlich mit dem Kraut zu tun hat und wie Sie sogar die Samen verwenden können.

A) Am Wegrand spriesst es

Nicht alles was spriesst, sollte automatisch gegessen werden. Denn am Wegrand wachsen auch Pflanzen, die giftig und daher nicht zum Verzehr geeignet sind. Bei Bärlauch ist die Verwechslungsgefahr gross: Maiglöckchen und Herbstzeitlose sehen ähnlich aus, sind für den Menschen aber giftig bis sehr giftig.

Eine Grafik zeigt Bärlauch und seine giftigen Doppelgänger: Maiglöckchen und Herbstzeitlose.
Legende: Bärlauch und seine giftigen Doppelgänger Keystone/Heike Pietsch

Wer den Bärlauch richtig erkennt, wird Zeuge eines faszinierenden Naturphänomens. Während der Blütezeit zwischen März und Mai breitet er sich teils massenhaft aus. Das ist das Ergebnis einer cleveren Strategie: Bärlauch setzt bestimmte Stoffe frei, die das Ansiedeln anderer Organismen in seiner Umgebung verhindern. So steht seiner eigenen Verbreitung nichts im Weg.

B) Bär im Bärlauch?

Über den Namen des Frühlingskrauts gibt es viele Spekulationen. Eine Theorie besagt, dass Bären nach ihrem Winterschlaf gerne Bärlauch fressen, um wieder zu Kräften zu kommen.

Ein Waldhang ist dicht bewachsen mit Bärlauch.
Legende: Dieses dichte Bärlauchfeld ist ein Beispiel für Allelopathie: Die Pflanze scheidet chemische Substanzen aus, die das Wachstum anderer Pflanzen in seiner Umgebung hemmen. Keystone/Christian Beutler

Die Bärenexpertin des WWF Schweiz, Joana Schönenberger, bestätigt die Vermutung: Während ihrer Arbeit als Rangerin in Nordamerika habe sie die felligen Vierbeiner sogar schon mehrfach dabei beobachtet.

In vielen Kulturen gilt der Bär als Symbol für Kraft und Stärke. Solche «Bärenkräfte» werden auch dem Bärlauch zugeschrieben: Schon im Mittelalter wussten die Menschen um die Heilwirkung des Krauts. Karl der Grosse führte den Bärlauch als wichtige Heil- und Nutzpflanze in seiner Landgüterverordnung auf.

Auch heute noch nutzen Menschen Bärlauch, um Beschwerden wie hohen Blutdruck, Erkältungen, Frühjahrsmüdigkeit, Schwindel und Arteriosklerose zu lindern. Die enthaltenen Stoffe besitzen eine starke entzündungshemmende und antibakterielle Eigenschaft.

C) «Choche» mit Bärlauch

Dank seines intensiven Geschmacks peppt Bärlauch viele Gerichte auf. Besonders beliebt ist er als Beigabe im Pesto, Risotto, Spätzli oder Pasta. Die feingehackten Blätter verleihen aber auch Salatdressings, Dips, Brötchen oder Eierspeisen das gewisse Etwas.

Am verbreitetsten ist die Verwendung der Bärlauchblätter, doch auch die Blüten, Zwiebeln und Samenstände der Pflanze sind essbar. Die Blüten sind eine schöne Dekoration für frühlingshafte Gerichte, während Bärlauchzwiebeln beispielsweise als Ersatz für herkömmliche Zwiebeln und Knoblauch verwendet werden können.

Die weissen Blüten des Bärlauch vor unscharfem grünen Hintergrund.
Legende: Die Blütezeit des Bärlauch ist kurz und intensiv: Von März bis Mai spriesst die Pflanze nur so aus dem Waldboden. Keystone/Sigi Tischler

Eingelegt in einen Sud aus Rotwein, Balsamico, Zucker und Gewürzen oder zu einer Paste verarbeitet lassen sich die Zwiebeln für kalte Wintertage konservieren. Besonders gut harmonieren die Pickles als Beilage zu Wildgerichten.

Etwas weniger intensiv schmecken die Samenstände des Bärlauch. Die grünen, unreifen Kapselfrüchte können wie Kapern in Essig eingelegt werden. Geröstet eignen sie sich gut als Topping für Eierspeisen oder in Salaten.

Schon mal von Bärlauchpfeffer gehört? Wenn die Kapselfrüchte reif und schwarz sind, trocknet und mahlt man sie. Das verleiht ihnen eine angenehme Schärfe, die sich als Gewürz fürs ganze Jahr eignet.

D) Der kleine Bruder des Knoblauchs

Der knoblauchähnliche Geruch des Bärlauchs kommt nicht von ungefähr: Das Kraut gehört zur Gattung Allium, genau wie Knoblauch und Zwiebeln. Im Vergleich zu seinen Verwandten soll es nach dem Verzehr von Bärlauch aber keinen unangenehmen Mundgeruch geben.

Radio SRF 1, 18.03.2026, 16.15 Uhr ; 

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