«Fuck, das isch so geil!», dachte Mike, als ihm Levin frühmorgens vor einem Berner Club seine Beats abspielte.
Aus der zufälligen Begegnung der beiden Musiker entwickelte sich eine gute Freundschaft. Erst über ein Jahrzehnt nach ihrem Kennenlernen gründeten sie Splendid, um ihrer Leidenschaft für Mundartrock Ausdruck zu verleihen.
Mit dem Erfolg ihres gleichnamigen Debütalbums, das im Oktober 2025 veröffentlicht wurde, hätten sie nie gerechnet. Sie musizieren nicht «wägem Geld», wie der Name ihrer Tour andeutet, sondern aus purer Freude an der Musik.
Sie ergänzen sich gut
Splendid, das sind der gelassene Mike (38), nicht gerade Meister des Zeitmanagements, und der detailverliebte Levin (32). So unterschiedlich sie auch scheinen: Mike und Levin verstehen sich super, sowohl in ihrer Freundschaft als auch in ihrer Zusammenarbeit.
Zum einen verbindet sie ihre Liebe für Mundartrock, die sich in ihrer Musik ebenso widerspiegelt wie in ihrem Bandnamen. Der Name «Splendid» ist nicht nur inspiriert von einer Bar im Zürcher Niederdorf – es ist auch der Name der ersten Züri-West-EP, welche im Berner Kino Splendid aufgenommen wurde.
Zum anderen teilen sie denselben Anspruch an ihre Arbeit. «Mein Ziel ist es, Musik zu machen, die eine Haltung hat, eine Bedeutung – sei es in der Produktion oder im Text», betont Levin.
Sie nehmen es mit Humor
«Unsere Musik ist kein Joke. Wir meinen es ernst. Aber gleichzeitig ist unsere Zusammenarbeit geprägt von Spass», so Mike. Spass haben sie auch dann, wenn mal etwas schiefläuft. Zum Beispiel beim gescheiterten Versuch, ihr Publikum mit einem Witz von Polo Hofer, den er vor langer Zeit an einem Konzert in der Mühle Hunziken erzählt hatte, zum Lachen zu bringen.
Bei ihrem Auftritt am Echolot Festival in Luzern erzählte Levin Hofers Mückenwitz. Die Reaktion des Publikums? Lachend sagt er: «Raunende Stille.»
Sie bleiben neugierig
Ihre Konzertansagen mögen nicht von der Polo-Inspiration profitiert haben, ihre Musik jedoch sehr wohl. Inspiriert von ihren Lieblings-Mundart-Acts, zu welchen sie neben Polo unter anderem auch Kuno Lauener und Endo Anaconda zählen, wagen Splendid das Experiment: Sie kombinieren Rock-Riffs, Mundart-Lyrics und Autotune – und finden damit ihren ganz eigenen, zeitgenössischen Sound.
Der Reiz am Projekt liegt für Splendid darin, Neues auszuprobieren. Es ist nicht nur ihr Musikgeschmack, der sie verbindet. Es sind auch ihre Neugier, die Lust aufs Unvorhersehbare, das Bedürfnis, nach draussen zu gehen, anstatt sich zu Hause «vor den Fernseher zu zwingen», wie Mike sagt. So erstaunt es auch nicht, dass wir noch mehr von ihnen hören werden. Levin macht deutlich: «Wir haben noch viel zu erzählen.»