«Fuck, das isch so geil!», dachte Mike, als ihm der leicht angetrunkene Levin frühmorgens vor einem Berner Club seine Beats abspielte.
Aus der zufälligen Begegnung der beiden Musiker entwickelte sich eine gute Freundschaft. Erst über ein Jahrzehnt nach ihrem Kennenlernen gründeten sie Splendid, um ihrer Leidenschaft für Mundartrock Ausdruck zu verleihen.
Mit dem Erfolg ihres gleichnamigen Debütalbums, das im Oktober 2025 veröffentlicht wurde, hätten sie nie gerechnet. Sie musizieren nicht «wägem Geld», wie der Name ihrer Tour andeutet, sondern aus purer Freude an der Musik.
Sie ergänzen sich gut
Splendid, das sind der gelassene Mike, oft etwas tollpatschig unterwegs und nicht gerade Meister des Zeitmanagements. Und der detailverliebte, leicht neurotische Levin. Dieser checkt nach einem «prägenden Erlebnis» mit einer stehen gelassenen brennenden Kerze (es ist zum Glück nichts passiert) lieber 15-mal, ob er auch wirklich alles ausgeschaltet hat, bevor er seine Wohnung verlässt.
So unterschiedlich sie auch scheinen: Mike und Levin verstehen sich super, sowohl in ihrer Freundschaft als auch in ihrer Zusammenarbeit. Dazu trägt neben der gemeinsamen Liebe für Mundartrock sicher die humorvolle Art bei, mit der sie die Dinge angehen: «Unsere Musik ist kein Joke. Wir meinen es ernst. Aber gleichzeitig ist unsere Zusammenarbeit geprägt von Spass», so Mike. Langweilig wird's bei Splendid garantiert nie.
Sie nehmen es mit Humor
Spass haben sie auch dann, wenn mal etwas schiefläuft. Zum Beispiel beim gescheiterten Versuch, ihr Publikum mit einem Witz von Polo Hofer, den er vor langer Zeit an einem Konzert in der Mühle Hunziken erzählt hatte, zum Lachen zu bringen.
Eigentlich hätten sie den Witz bereits an ihrer Plattentaufe erzählen wollen, aber die Leute im Backstage fanden ihn so schlecht, dass sie ihnen davon abrieten. Am Tag darauf spielten die beiden ein Konzert in Luzern und waren wegen der Plattentaufe ziemlich übermüdet – «schlächt zwäg», wie Mike es nennt. Weil er es lustig fand, drängte Mike Levin trotzdem dazu, den Witz zu erzählen. Die Reaktion? Lachend sagt Levin: «Raunende Stille.»
Sie bleiben neugierig
Ihre Konzertansagen mögen nicht von der Polo-Inspiration profitiert haben, ihre Musik jedoch sehr wohl. Inspiriert von ihren Lieblings-Mundart-Acts, zu welchen sie neben Polo unter anderem auch Kuno Lauener und Endo Anaconda zählen, wagen Splendid das Experiment: Sie kombinieren Rock-Riffs, Mundart-Lyrics und Autotune – und finden damit ihren ganz eigenen, zeitgenössischen Sound.
Der Reiz am Projekt liegt für Splendid darin, Neues auszuprobieren. Es ist nicht nur ihr Musikgeschmack, der sie verbindet. Es sind auch ihre Neugier, die Lust aufs Unvorhersehbare, das Bedürfnis, nach draussen zu gehen, anstatt sich zu Hause «vor den Fernseher zu zwingen», wie Mike sagt. So erstaunt es auch nicht, dass wir noch mehr von ihnen hören werden. Levin macht deutlich: «Wir haben noch viel zu erzählen.»