Bad Bunny schreibt Musikgeschichte. Der Puerto-Ricaner gewinnt bei den Grammys den Preis für das beste Album – erstmals geht die wichtigste Auszeichnung an ein vollständig spanischsprachiges Werk. Ein symbolischer Moment für die globale Popkultur.
Bad Bunny, bürgerlich Benito Antonio Martinez Ocasio, ist aktuell der meistgestreamte Künstler der Welt. Auch in der Schweiz dominiert er die Charts.
«Letztes Jahr war er der meistgestreamte Künstler in der Schweiz auf Spotify. Auch sein Album, das er vergangenes Jahr herausgegeben hat, war mehrere Wochen auf Platz 1, ordnet SRF-Musikredaktor Schimun Krausz ein. Seither sei das Album in den Charts gewesen und sogar meistens in den Top Ten. «Also die Schweizerinnen und Schweizer hören ihn richtig gern», so Krausz.
Aufstieg ohne Umwege
Bad Bunnys Karriere beginnt abseits klassischer Musikindustrie-Strukturen. In den 2010er-Jahren lädt er seine Songs auf Soundcloud und Youtube hoch und erreicht damit direkt sein Publikum. 2016 gelingt ihm mit dem Song «Soy Peor» der Durchbruch – und Bad Bunny wird zum Youtube-Star.
Bereits 2020 folgt der nächste Meilenstein: Als erster Lateinamerikaner ziert Bad Bunny das Cover des «Rolling Stone».
Schimun Krausz beschreibt den Effekt so: «Er hat das Internet gebraucht – mit all seinen Möglichkeiten. Und so hat er auch die erreicht, die nicht von Major Labels beliefert werden. Ähnlich haben wir es auch mit K-Pop gesehen, dass Leute, die interessiert sind, die Musik finden. Und die Leute fanden die Musik von Bad Bunny richtig geil. Und so ist das schnell gewachsen und es hört nicht mehr auf.»
Popstar mit Haltung
Die Unabhängigkeit von grossen Labels gibt Bad Bunny künstlerische Freiheit. Er bricht bewusst mit Rollenbildern, etwa im Musikvideo «Yo perreo sola», in dem er als Dragqueen auftritt. Damit gewinnt der heterosexuelle Künstler auch in der queeren Community grosse Anerkennung. Politisch positioniert er sich klar, etwa mit Kritik an der Migrationspolitik von Donald Trump.
Am kommenden Sonntag steht Bad Bunny auf einer der grössten Bühnen der Welt: Er tritt am Super Bowl auf. In konservativen Kreisen der USA sorgt das für Kritik. Einflussreich bleibt er dennoch – trotz Kritikern.