Das ist der überraschende Sieger: Der 70. Eurovision Song Contest 2026 in Wien ist entschieden: Die Sängerin Dara hat mit dem Lied «Bangaranga» zum ersten Mal überhaupt für Bulgarien den Eurovision Song Contest gewonnen. Die 27-Jährige überzeugte sowohl Jury als auch Publikum und bekam die meisten Punkte.
Dieses Land verpasste den Sieg knapp: Israel mit Noam Bettan landet auf dem zweiten Platz – begleitet von Buhrufen im Saal.
Die politischen Proteste: Am Samstagnachmittag haben mehrere Tausend Menschen in Wien gegen die Teilnahme Israels demonstriert. Vor dem Beginn der Final-Show gab es zudem in der Nähe der Veranstaltungshalle in Wien einen grösseren Polizeieinsatz. 14 propalästinensische Aktivistinnen und Aktivisten wurden festgenommen. Sie hätten eine nicht angemeldete Versammlung abgehalten und gegen das Vermummungsverbot verstossen, sagte eine Polizeisprecherin.
Der Skandal-Song: Für Enttäuschung aus moralischer Perspektive sorgte in diesem Jahr Rumäniens Beitrag «Choke Me». Im erotisch aufgeladenen Liedtext singt Alexandra Căpitănescu wörtlich: «Geboren, damit du mich beherrschst. Ich will, dass du mich erstickst». Die Teilnehmerin selbst entgegnete auf die Kritik, man solle den Song nicht ganz so wörtlich nehmen, er stehe einfach für unbändige Liebe.
Die jüngste Teilnehmerin: Frankreichs 17-jährige Monroe holte den 11. Platz. Aus Sicht von SRF-Redaktor Schimun Krausz hat sie sich für ihren Song «Regarde» grosszügig bei Rosalía bedient. Abgesehen davon sei ihr Beitrag grossartig, so Krausz: die Kombination aus treibendem Beat und Operngesang sowie eine Inszenierung, die nicht zu dick aufträgt und dennoch packt
Die Moderation: Blieb auch im Finale nach den beiden letzten Shows unter den Erwartungen. Das Moderatoren-Duo Victoria Swarovski und Michael Ostrowski moderierte einmal mehr mit Cringe-Faktor, ihre Gags wirkten einstudiert und steif. Nur mit einem ironischen Kommentar über die Outfit-Ratschläge auf Social Media konnte Ostrowski überzeugen.
Der Gewinner der Herzen: Der italienische Papa Sal hat das Herz der Zuschauenden und das des Musikredaktors Krausz erobert. Er sagt: «Das Italodisco-Schlagerlied schmeckt nach Limoncello und Sal Da Vinci sieht aus wie drei Jahre Dauerferien an der Amalfi-Küste, dagegen wehren kann sich nur, wer weder Herz noch Ohren hat.»
Und die Schweiz? Aus Schweizer Sicht bleibt der ESC 2026 überschattet vom frühen Aus: Veronica Fusaro verpasste bereits am Donnerstag im zweiten Halbfinal den Einzug ins Finale. Ihr reduzierter, atmosphärischer Auftritt fand zwar Anerkennung, blieb im Televoting aber hängen. Damit blieb die Schweiz am Finalabend ohne eigene Beteiligung – und musste das Rennen aus der Distanz verfolgen.
Der ESC in Bildern
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Bild 1 von 9. Überzeugte die Jury: Bulgariens «Bangaranga» holte 516 Punkte. Bildquelle: Imago.
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Bild 2 von 9. Delta Godrem aus Australien, die Millennials bereits aus dem Jahr 2003 mit «Lost Without You» ein Begriff ist, landete auf dem 4. Platz. Bildquelle: Imago.
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Bild 3 von 9. Sarah Engels landete mit «Fire» auf dem enttäuschenden 23. Platz: Sie bekam vom Publikum «Zero Points». Bildquelle: Imago.
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Bild 4 von 9. Zyperns Girlband Antigone sorgte mit «Jalla» für einen Ohrwurm. Bildquelle: Imago.
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Bild 5 von 9. Er sorgte für Meme-Potenzial und DIE offizielle ESC-Mütze: Griechenlands Akylas mit «Ferto». Bildquelle: Imago.
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Bild 6 von 9. Die jüngste Teilnehmerin des Contests: Die 17-jährige Monroe trat für Frankreich an. Bildquelle: Imago.
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Bild 7 von 9. Zeigte Bein: Grossbritanniens «Look Mum no Computer» mit den deutschen Zeilen «Eins, Zwei, Drei». Bildquelle: Imago.
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Bild 8 von 9. Wett-Favorit Finnland durfte als einziges Land mit Live-Instrument performen und belegte überraschend nur den 6. Platz. Bildquelle: Imago.
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Bild 9 von 9. Im Vorfeld der grossen Finalshow demonstrierten Tausende in Wien gegen die Teilnahme Israels. Bildquelle: Imago.