Ab heute, 26. Januar 2026, und bis Sonntag läuft sie: die Themenwoche «Fakt oder Fake?» mit zahlreichen Angeboten in Radio, TV und online. Im Mittelpunkt steht der Austausch mit dem Publikum. Schon seit einer Woche können Hörerinnen, Zuschauer, Userinnen und User fake-verdächtige Beispiele einreichen – zur Prüfung durch das SRF Netzwerk Faktencheck.
Viele Mitarbeitende von SRF sind in unterschiedlichsten Rollen im Projekt engagiert – unter der Co-Projektleitung von Eva Köhler und Rolf Elsener. «Hallo SRF!» hat die beiden sowie drei weitere Kolleginnen und Kollegen aus der rund 20-köpfigen Projektgruppe zu ihrem Engagement befragt.
Die Co-Projektleiterin: Eva Köhler
«Hallo SRF!»: Wenn du auf mehrere Monate Projektarbeit zurückblickst – worauf habt ihr den Fokus gesetzt?
Eva Köhler: In der Projektgruppe haben wir uns von Anfang an stark an den Bedürfnissen unserer Zuschauerinnen, Hörer und Userinnen orientiert und uns gefragt: Welches Thema beschäftigt? Da waren wir schnell beim Thema Fake News und Desinformationen. Die Themenwoche ermöglicht, unserem Publikum den hohen Wert von publizistischer Qualität, das Faktenchecken und die Aufklärung darüber, wie Fake News unsere direkte Demokratie und unser aller Leben in der Schweiz beeinflussen, sichtbar zu machen. Eine weitere Frage war: Wie bringen wir diese Inhalte bestmöglich zu unserem Publikum? Hier setzen wir – wie bei anderen Programmschwerpunkten – auf unsere publikumsstarken Radioprogramme zur so genannten Drive-Time und TV-Sendungen in der Prime-Time, dazu die grossen Social-Media-Kanäle sowie unsere News App, Webseite und Play SRF.
Der Co-Projektleiter: Rolf Elsener
«Hallo SRF!»: Rolf, du hast schon viel Erfahrung mit Grossprojekten. Im Vergleich – was zeichnet diesen Programmschwerpunkt aus?
Rolf Elsener: Der Kern des Projekts ist ein Service-Angebot und der Austausch mit dem Publikum: Hörerinnen, Zuschauer, Userinnen wie User können uns Videos, Berichte etc. zuschicken, die das SRF Netzwerk Faktencheck zu verifizieren versucht. Gleichzeitig kann das Publikum auch eine Quelle sein – und uns auf falsche Informationen aufmerksam machen oder auch bei der Überprüfung helfen. Es gibt ja so viele Fachleute in unserer Community. Meine Vision ist es, dass hier ein Austausch auf Augenhöhe mit unseren Nutzerinnen und Nutzern zustande kommt.
Der Community Manager: Matthias Hug
«Hallo SRF!»: Im Zentrum der Woche steht der Publikumsaufruf. Wie habt ihr den Austausch mit dem Publikum organisiert?
Matthias Hug: Userinnen und User können uns über ein Formular oder via WhatsApp kontaktieren und Beispiele zum Faktencheck einreichen. In der vergangenen Woche haben wir im Vorfeld der Themenwoche bereits mehr als 100 Einsendungen erhalten. Darunter waren einige Meldungen zur Weltpolitik sowie zu einem angeblichen UBS-Bankrott, zudem diverse Tiervideos, die KI-generiert sind. Hoffentlich werde ich also in den nächsten Tagen mit weiteren interessanten Anfragen geflutet. Dann verschaffe ich mir einen Überblick und leite das Gros der Fälle an das Team der Faktencheckerinnen und -checker weiter. Sie dürfen dann entscheiden, was sie davon abklären. Am Ende erhalten die allermeisten der Userinnen und User von uns eine direkte Antwort. Zudem werden die Fakten auf der SRF News App publiziert – und, je nachdem, auch im Radio und TV.
Die Faktencheckerin: Melanie Kömle
«Hallo SRF!»: Faktenchecken gehört in eurem Netzwerk zum journalistischen Alltag. Aber wie geht ihr bei dieser Publikumsaktion im Rahmen der Themenwoche vor?
Melanie Kömle: Wir vom Netzwerk Faktencheck sitzen diese Woche im Newsroom und recherchieren zu Fake News. Schon in der vergangenen Woche haben wir einige Zusendungen verifizieren können. Wichtige Kriterien dafür sind: Plausibilität (passt das Gezeigte zur Realität?), Urheberschaft (wer hat das Video erstellt?), Aktualität (wann wurde es aufgenommen?) und Geolokalisierung (wo spielt die Szene?). Wie wir jeweils vorgehen, hängt von der Anfrage ab. Jetzt in der Themenwoche können wir uns als Netzwerk intensiv mit den Faktenchecks fürs Publikum beschäftigen. Darauf freue ich mich besonders. Denn ausserhalb der Schwerpunktwoche sind wir in unseren normalen beruflichen Tätigkeiten bei SRF disponiert und werden erst bei einer Anfrage der Kolleginnen und Kollegen zur «Faktencheck-Feuerwehr».
Die Marketing-Spezialistin: Nadine Läderach
«Hallo SRF!»: Worauf habt ihr bei den Marketingaktivitäten zur Themenwoche, etwa den TV-Trailern, besonders geachtet?
Nadine Läderach: Bei dieser Themenwoche war das Marketing weniger Kampagne und mehr Übersetzungsarbeit. Wir wollten das komplexe Thema Fake News so übersetzen, dass es für das Publikum schnell verständlich, nahbar und einladend ist – ohne es zu vereinfachen oder zu stark zu emotionalisieren. Insgesamt haben wir bei den Trailern und anderen Massnahmen konsequent auf Programmkommunikation gesetzt und auf alles verzichtet, was wie Imagewerbung oder Aktivismus hätte wirken können. Das heisst: Fokus auf Inhalte, Köpfe und den Service fürs Publikum. Statt Lautstärke ging es um Orientierung, Nähe und eine gemeinsame Klammer über alle Formate hinweg.