In den Kommentaren zum Fauxpas von Patrick Fischer, vor den Olympischen Winterspielen 2022 ein Covid-Zertifikat gefälscht zu haben, fällt auch immer wieder der Name von Lian Bichsel. Kritiker werfen dem Nationaltrainer Scheinheiligkeit vor, weil er den 21-jährigen Verteidiger der Dallas Stars mit der Begründung «Team über alles» für insgesamt drei Weltmeisterschaften und die Olympischen Winterspiele in diesem Februar gesperrt hat. Bichsel hatte zweimal einem Aufgebot für die U20-Nationalmannschaft nicht Folge geleistet.
Ich kann nicht nachvollziehen, so etwas zu fälschen. Es mussten alle da durch.
Gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagt Bichsel: «Die Covid-Zeit war für alle schwierig, Entscheide wurden vielleicht nicht immer richtig getroffen. Ich kann nicht nachvollziehen, so etwas zu fälschen. Es mussten alle da durch. Aber das war sein Entscheid, ob das gut war oder nicht, ist ihm oder auch dem Verband überlassen. Es gibt keinen Zusammenhang zu meinem Thema, ich glaube das sind zwei verschiedene Dinge.»
Die Leute fragten mich, was eigentlich genau los sei.
Auf die Kritiker angesprochen, die einen Zusammenhang sehen, sagt Bichsel: «Was (mit mir) passiert ist, ist nicht nur in der Schweiz sehr gross, auch in der NHL gab es viele Gespräche darüber – auch mit meinen Teamkollegen. Die Leute fragten mich, was eigentlich genau los sei. Es ist auch für mich persönlich eine sehr grosse Sache und immer noch sehr schmerzhaft, im eigenen Land das Schweizer Dress nicht tragen zu können. Wegen dem finde ich immer noch, dass es nicht fair ist, diese Dinge zu verbinden. Aber ja, natürlich ist es eine sehr erschreckende Nachricht.»
Bichsel freut sich darauf, ab der nächsten Saison wieder für die Schweiz auflaufen zu dürfen. Gespräche mit Fischers Nachfolger Jan Cadieux hat er bislang nicht geführt. Sein Fokus liegt bei den Dallas Stars, die in der Qualifikation überzeugten, nachdem sie in den vorangegangenen drei Jahren jeweils im Final der Western Conference gescheitert waren.