Wenn man gerade in seiner 89-jährigen Vereinsgeschichte zum ersten Mal Meister geworden ist – weiss man überhaupt, wie Feiern geht? «Freiburger können trinken. Das wird eine lustige Nacht und lustige 24 Stunden», sagte ein überglücklicher Yannick Rathgeb. Und fügte augenzwinkernd an: «Morgen muss man in Freiburg nicht einkaufen gehen, es wird niemand arbeiten.»
Die Arbeit getan haben die «Drachen» dank eines Lucky Punchs von Lucas Wallmark in der Verlängerung der «Belle» gegen Davos. Die unglaublich enge Serie fand also in einer alles entscheidenden Overtime ihren Meister. «Wenn ich ehrlich bin, hätte es auf beide Seiten kippen können. Aber manchmal muss man sein Glück erzwingen», so Rathgeb, der sich nach der Erlösung «voll von Gefühlen und gleichzeitig leer» fühlte.
Morgen muss man in Freiburg nicht einkaufen gehen, es wird niemand arbeiten.
Nur zweiteres dürften hingegen die Davos-Spieler empfinden. «Es tut weh. Wir hätten den Sack in Freiburg zumachen können. Sie haben einen super Job gemacht, ich gratuliere ihnen. Aber für uns ist es schmerzhaft», resümierte ein sichtlich enttäuschter Tino Kessler nach der Niederlage. Was hat am Ende den Unterschied gemacht? «Uns hat jetzt zweimal in Serie in der Verlängerung der Killerinstinkt gefehlt.»
Sprungers Erlösung
Neben Siegtorschütze Lucas Wallmark reihte sich auch Youngster Jamiro Reber in die Torschützenliste ein, konnte sein Glück allerdings auch weit nach dem Lucky Punch nicht fassen. «Ich habe keine Worte mehr. Wenn mir jemand vor der Saison gesagt hätte, dass ich hier hinkomme und mit Gottéron Schweizer Meister werde, hätte ich es nicht geglaubt.» Teamkollege Rathgeb ergänzte: «Unglaublich, was für eine Saison. Was für ein Abschluss für Julien.»
Gemeint ist damit natürlich die lebende Klublegende Julien Sprunger, der nach seinem 1186. und letzten Spiel für die Freiburger gekrönt wurde. «Es fühlt sich an wie ein Traum. Da probierst du es 24 Saisons lang jedes Jahr so hart, und dann klappt es im letzten Spiel. In Spiel 7. In der Overtime. Unglaublich», fasste es der 40-Jährige treffend zusammen. Den Titel widmet er aber allen: «Das ist nicht nur für mich, sondern für den ganzen Kanton, den ganzen Klub. Endlich haben wir den Titel.»