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Perfektes Ende für Sprunger Freiburgs König geht mit einer Krone in den Ruhestand

Julien Sprungers Karriere begann in Davos und endet an gleicher Stätte mit dem ersten Titel.

Eishockeyspieler im grauen Trikot jubelt auf dem Eis.
Legende: Kitschiger geht's nicht Julien Sprunger. KEYSTONE/Gian Ehrenzeller

Eine Legende war Julien Sprunger in Freiburg ohnehin. Der 40-jährige Stürmer spielte sein Leben lang nur für seinen Jugendklub, ist Captain und Identifikationsfigur. Und doch war Sprunger auch jahrelang das Gesicht der Freiburger Erfolgslosigkeit. Das Gesicht eines Klubs, der zwar immer wieder oben mitspielt, doch nie gut genug für den Titel ist. Dass sein Wechsel in die NHL 2009 wegen einer Verletzung scheiterte, passte irgendwie ins Bild.

Im Dezember letzten Jahres kündigte Sprunger an, seine Schlittschuhe am Ende der Saison an den Nagel zu hängen. «Wir wollen den Rest der Saison alles geben, um so weit wie möglich zu kommen», versprach er vorsichtig in einer Videobotschaft für die Fans.

Matchwinner statt Mitläufer

Viereinhalb Monate später haben Sprunger und seine Teamkollegen dieses Versprechen eindrücklich eingelöst. In einer der wohl engsten und umstrittensten Finalserien seit Einführung der Playoffs setzten sich die «Drachen» mit 4:3 durch und bejubelten den ersten Titel der Klubgeschichte.

Trotz des fortgeschrittenen Alters war die Klublegende im Final weit mehr als nur ein Mitläufer. Beim 3:2-Sieg nach Verlängerung im Spiel 3 erzielte der Stürmer das entscheidende Tor in der 89. Minute. Am Dienstag leistete er mit dem Führungstreffer seinen Beitrag dazu, dass Freiburg überhaupt eine «Belle» bestreiten konnte.

Bald unter dem Hallendach?

Und auch in der Finalissima hatte Sprunger seinen Stock entscheidend im Spiel. Er war es, der bereits in der dritten Minute eine Strafe gegen Davos rausholte, die kurz darauf im 1:0 mündete. Beim alles entscheidenden Tor von Lucas Wallmark stand der Veteran nicht auf dem Eis. Das Gezeigte war ohnehin schon kitschig genug.

Sein allererstes Spiel in der National League hatte Sprunger nämlich in Davos absolviert. 23 Jahre, 1185 Partien, 414 Tore und 414 Assists später bejubelte er an gleicher Stätte den ersten Titel. Man muss wahrlich kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass die Nummer 86 bald unters Hallendach der BCF-Arena gezogen wird.

Radio SRF 1, Abendbulletin, 30.04.26, 22:00 Uhr ; 

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