Im Playoff-Final zwischen Davos und Fribourg-Gottéron ist vor dem dritten Spiel wieder alles offen. Nachdem beim Auftakt am Samstag die Freiburger gedankenschneller agierten, überforderte am Montag der HCD den Gegner mit seinem Eilzugstempo. Gottéron machte Fehler und ermöglichte so den zweiten Auswärtssieg in der Serie.
«Ich habe das Gefühl, das sind nicht einfache Fehler, sondern erzwungene, unter Druck», sagt Tino Kessler, der in der BCF Arena das 1:0 erzielte. In den «sehr harten und sehr schnellen Spielen» ist das für den Bündner ein entscheidendes Erfolgsrezept.
Daneben vielleicht die wichtigste Erkenntnis: Die Davoser haben sich und dem Gegner bewiesen, dass sie auch auf einen Rückschlag reagieren können.
Heimvorteil soll sich auszahlen
Nun wollen sie eine neue Serie starten. Wenn sie ab jetzt zuhause ungeschlagen bleiben, ist der 32. Meistertitel spätestens am 30. April Tatsache. Dafür gibt es ein wichtiges Rezept: «Sicher besser rauskommen als im ersten Heimspiel», betont Verteidiger Sven Jung. Das 2:3 war die erste Playoff-Niederlage des souveränen Quali-Siegers vor eigenem Anhang – und erst die vierte in dieser Saison überhaupt.
In der Serie zweier ausgeglichener, gut gecoachter Teams zeigte sich in den ersten beiden Spielen, dass ein Rückstand – vor allem mit zwei und mehr Toren – nur enorm schwierig aufzuholen ist. Die Mannschaft, die führt, macht die mittlere Zone zu und lässt kaum schnelle Gegenstösse zu. Freiburg leidet zudem darunter, dass das Überzahlspiel überhaupt nicht funktioniert und es so die (zu) vielen Davoser Strafen nicht ausnützen kann.
Christoph Bertschy bleibt dennoch zuversichtlich. Der Freiburger Power-Flügel hat eine andere Serie im Sinn. «Wenn es mit den Auswärtssiegen weitergeht, ist das am Ende gut für uns», meint er lächelnd. Das Erstaunliche ist, dass es zwischen Davos und Gottéron in der Qualifikation lauter Heimsiege gab.