Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

3 Projekte geplant Heim-WM soll nachhaltige Wirkung entfalten

Die Heim-WM ist ein voller Erfolg und soll über das Turnier hinaus Wirkung zeigen. Deshalb investiert der Schweizer Verband in drei Projekte.

2026 IIHF Eishockey-WM Schweiz Plakat, unscharfe Spieler im Hintergrund.
Legende: Der Schwung soll mitgenommen werden von der Heim-WM. Keystone/ALESSANDRO DELLA VALLE

Martin Baumann, der CEO der Swiss Ice Hockey Federation, kommt aus dem Schwärmen nicht mehr heraus bezüglich der Heim-WM. Seine Erwartungen wurden bei Weitem übertroffen.

«Wir hatten in der Fanzone nie so viele Leute erwartet», sagt Baumann, der seit November 2024 CEO des Verbandes ist, nachdem er zuvor mehrere Jahre in der gleichen Funktion bei der Champions Hockey League tätig war. Er habe auch nicht gedacht, dass die Ränge bei den Schweizer Partien fast vollständig rot sind. «Das ist schon extrem. Es ist gewaltig, was im Stadion abgeht.»

4,8 Millionen für Legacy-Massnahmen

So eine Erfolgsstory wie die Heim-WM soll nach ihrem Ende nicht nur eine schöne Erinnerung bleiben, sondern auch nachhaltige Wirkung entfalten. «An einem solchen Grossanlass können Bundesgelder beantragt werden – für jeden Franken, den du in Förderprojekte investierst, bekommst du einen weiteren Franken dazu», erklärt Baumann die Ausgangslage.

Weil der Verband 2,4 Millionen Franken aus der eigenen Kasse in die Hand nahm, stehen nun zusammen mit den Bundesgeldern insgesamt 4,8 Millionen Franken für Legacy-Massnahmen des Turniers zur Verfügung.

Förderung des Frauen-Eishockeys

Das Geld wird gleichmässig in drei Projekte investiert. Eines ist die weitere Entwicklung des Frauen-Eishockeys. So gibt es ein Girls’ Label, das bei den Vereinen einen Anreiz schaffen soll, in das Frauen-Eishockey zu investieren. Je mehr Punkte sie sammeln, desto mehr Geld erhalten sie vom Verband. Dann gibt es ab der nächsten Saison die Junior Women’s League U16, eine Meisterschaft für die Alterskategorien U13 bis U16.

Zudem soll mit der Durchführung einer Frauen-WM in der Schweiz das nächste Leuchtturmprojekt geschaffen und damit der Schub vom Gewinn der Olympiabronzemedaille weiter genutzt werden.

Zweijähriger bezahlter Trainer-Lehrgang

Ein zweites Projekt ist ein zweijähriges, spezifisches Entwicklungsprogramm für Trainerinnen und Trainer. Dabei werden in den kommenden drei Jahren bis zu 24 Coaches ausgebildet, in einem regionalen Klub integriert und vom Verband bezahlt.

Das Ziel ist, dass nicht die grossen, sondern die kleineren Vereine in der Provinz davon profitieren. «Aktuell sehen wir in der Qualität unserer Trainerinnen und Trainer eine Schere zwischen Gross- sowie Kleinklubs in den Regionen. Diese Lücke soll das Programm schliessen.»

So führen mehr top ausgebildete Coaches insbesondere in kleinen Vereinen zu einer grösseren Breite, die nötig ist, damit es mehr Spielerinnen und Spieler an die Spitze schaffen. Das ist dringend notwendig, der letztjährige Abstieg der U18-Nationalmannschaft ist mehr als ein Warnschuss.

Weitere Sponsoren nötig

Der dritte Teil der 4,8 Millionen geht ins Schiedsrichterwesen, um auch dort in professionelle Strukturen zu investieren. Klar ist für Baumann allerdings, dass es sich bei allen Projekten sozusagen um Anschubfinanzierungen handelt. Deshalb wird versucht, Sponsoren zu gewinnen, die gezielt fördern und nicht nur in Sichtbarkeit bei der Nationalmannschaft investieren.

Baumann betont: «All das ist intensiv, braucht viel Energie. Manchmal machst du drei Schritte nach vorne und dann wieder zwei nach hinten. Umso wichtiger sind diese WM-Momente, um hervorragende Werbung machen zu können. Darum haben wir ein bisschen Hühnerhaut, weil bisher alles so gut läuft.»

SRF zwei, sportlive, 26.05.2026, 20:00 Uhr ; 

Meistgelesene Artikel