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Presseschau zum Final «Ein Fest, ein Versprechen und eine Mahnung»

Nach dem verlorenen WM-Final gegen Finnland ist die Enttäuschung auch in der Medienlandschaft gross.

Mehrere Eishockeyspieler in roten Trikots stehen und sitzen an der Bande.
Legende: Komplette Leere Die Nati nach der Final-Niederlage am Sonntagabend in Zürich. KEYSTONE/Claudio Thoma
  • «Sie war ein Fest, ein Versprechen» (Tages-Anzeiger)

Beim Tages-Anzeiger war nach dem verlorenen Final Wundenlecken angesagt: «Diese goldene Schweizer Generation hätte nach vier Silbermedaillen den Weltmeistertitel verdient gehabt. Für all das Commitment, das die Spieler in den vergangenen Jahren fürs Nationalteam zeigten. Unter Patrick Fischer ist eine ganz spezielle Atmosphäre entstanden. War ein NHL-Crack im Playoff in Nordamerika ausgeschieden, packte er umgehend seine Koffer und schloss sich den Schweizern an. Jan Cadieux hat es gut verstanden, diese Atmosphäre zu bewahren.»

Das fortgeschrittene Alter von Roman Josi, Leonardo Genoni und Co. bereitet aber auch Sorgen: «So bleibt von dieser Heim-WM mehr als nur der Schmerz über ein verpasstes Happy End. Sie war ein Fest, ein Versprechen – und die Mahnung, dass selbst goldene Generationen nicht ewig glänzen.»

  • «Es war das letzte Hurra der goldenen Generation» (CHMedia)

Auch Kolumnist Klaus Zaugg hebt nach der herben Enttäuschung den Mahnfinger: «Für die Schweiz wird es weitere Weltmeisterschaften geben. Jedes Jahr eine. Weitere Medaillen vielleicht auch. Doch eine «Jahrhundert-Chance» wie an diesem 31. Mai 2026, vor eigenem Publikum, mit dieser Mannschaft – die gibt es so nicht noch einmal. Es war das letzte Hurra der «goldenen Generation» in einem der aufwühlendsten WM-Spiele unserer Geschichte.»

  • «Ein Ereignis für die Geschichtsbücher» (Blick)

«Diese Heim-Weltmeisterschaft war ein wunderbares Turnier. Sportlich nicht mit den Allerbesten der Besten, aber im Quervergleich viel leidenschaftlicher und emotionaler als das olympische Turnier [...].» Trotz Niederlage sieht man im Blick auch die Schweizer als Sieger: «Gewonnen haben für einmal alle, auch wenn der Sport keinen Sinn für «Win-win» übrig hat. Das war mehr als Sport. Das war ein Ereignis für die Geschichtsbücher.»

  • «Ein Muster ohne Wert, wenn es tatsächlich zählt» (NZZ)

«Der Final war einmal mehr der Beweis, dass die Galaauftritte in den Vorrundenspielen gegen überforderte Gegner ein Muster ohne Wert sind, wenn es tatsächlich zählt», analysiert die NZZ. Mit einem solchen Abnützungskampf wie im Final gegen Finnland sei die Schweiz zuvor nie konfrontiert worden.

«Der erste Titel der Schweizer Eishockey-Geschichte wäre der herbeigesehnte Schlusspunkt einer zauberhaften WM gewesen, ein Rührstück wie es sonst auf den Volksbühnen des Landes aufgeführt wird. Es kam anders, schon wieder.»

  • «Und das ist ein grosses Problem» (Le Matin)

In der Westschweiz war der Tenor ähnlich: «Das Timing hätte für diese goldene Generation nicht besser sein können. Schweden, der übliche Erzrivale, war mit der C- oder D-Mannschaft angereist. Kanada hatte zwar eine Starformation, aber sonst nicht viel zu bieten. Die USA setzten vor allem auf ihre jungen Spieler. Aber dann war da noch dieses verdammte Finnland», schrieb Le Matin.

Die Zukunft sieht man kritisch: «Die Schweiz ist das Eldorado des Eishockeys. Aber es ist auch ein Land, in dem es Zehntausende von Franken kostet, seinem Kind eine Eishockeykarriere zu ermöglichen. Schauen Sie sich die Nachnamen derjenigen an, die den Durchbruch schaffen, und Sie werden verstehen, dass es fast nur eine finanzielle Elite ist, die sich Ausrüstung und Eiszeit leisten kann. Und das ist ein grosses Problem.»

SRF zwei, sportlive, 31.05.2026, 19:00 Uhr ; 

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