Der amtierende Weltmeister und Copa-America-Sieger Argentinien trifft im WM-Final am Sonntagabend auf den amtierenden Europameister Spanien. Die Nummer 1 der Weltrangliste gegen die Nummer 2. Und natürlich ist es auch das Duell zwischen Lionel Messi und Lamine Yamal – aber nicht nur.
Spaniens Spielmacher Rodri warnte vor dem WM-Final nämlich genau davor, Argentinien auf Messi zu reduzieren. «Für mich ist er der beste Spieler aller Zeiten. Er hat seine Nationalmannschaft angeführt, aber Argentinien ist viel mehr als nur Messi», sagte der Mittelfeldspieler von Manchester City.
Selbstvertrauen ist gross
Das Selbstvertrauen der Spanier ist riesig. Vor allem der imponierende Auftritt im Halbfinal gegen Frankreich gibt Rückenwind. «Unser Ziel war es, genau da zu stehen, wo wir jetzt sind», sagte Rodri am Freitagabend bei einer Medienkonferenz in Manhattan vor Hunderten Journalisten: «Wir wollten die Weltmeisterschaft gewinnen, und wir wissen, dass wir es können. Wir haben gezeigt, dass wir grosse Rivalen schlagen können, und jetzt stehen wir vor dem bisher härtesten Gegner. Es wird der perfekte Test sein, um zu sehen, ob wir den WM-Pokal wirklich holen können. Wir müssen mehr Siegeswillen als Angst vor einer Niederlage haben.»
Gerade der Siegeswille ist auch ein gutes Stichwort, wenn man an die Argentinier denkt. In der K.o.-Phase hat in jedem Spiel das Out gedroht. Doch ob in den Verlängerungen gegen Kap Verde und die Schweiz oder den Schlussphasen gegen Ägypten und England, immer setzten sich die Argentinier doch noch durch.
Fans treiben Argentinien an
Getrieben werde der Titelverteidiger vor allem von den Fans aus der Heimat, erklärte Trainer Lionel Scaloni. «Du siehst die Leute, wie sie feiern, wie wir sie glücklich machen. Das berührt dich.» Sogar die Rivaliäten aus dem Klub-Fussball werden beiseitegelegt: «Die Fans von den Boca Juniors und River Plate umarmen sich und feiern zusammen – wie kann dich das nicht bewegen?»
Das argentinische Team sei in guter Form, bestätigte Scaloni. Doch er bremste auch etwas die Erwartungen: «Wir haben nicht viel Zeit zum trainieren. Wir sind spät hier angekommen und werden nun beschäftigt sein.» Weil die Südamerikaner den zweiten Halbfinal ausgetragen hatten, hatten die Spanier einen Tag mehr Pause.
Spanien hinten sicher
Spanien wird auch im Final wieder auf seine starke Defensive vertrauen. Erst ein Gegentor hat das Team von Luis de la Fuente im gesamten Turnier erhalten. Argentinien hingegen musste sieben Gegentreffer hinnehmen, hat dafür aber auch sechs Tore mehr erzielt als die Spanier (19 gegenüber 13).
Nach vorne machten die Iberer oft nicht mehr als nötig und vertrauten dabei auf ihr starkes Kollektiv. Mikel Oyarzabal, Mikel Merino oder zuletzt Pedro Porro konnten sich schon mehrfach auszeichnen. Dazu kommt noch immer der Faktor Lamine Yamal.
De la Fuente bestätigte, dass der zuletzt angeschlagene 19-Jährige im Final wird mittun können. «Wir helfen Lamine am meisten, wenn wir ihn er selbst sein lassen», lautet der einfache spanische Plan.