Dank Ella Touon steht die SGS Essen unter den letzten 4 des DFB-Pokals. Im Viertelfinal gegen Werder Bremen gelang der Schweizerin das einzige Tor des Spiels. Nun folgt für den abstiegsbedrohten Klub aus dem Ruhrpott quasi das Nonplusultra: Im Halbfinal wartet am Ostermontag mit Bayern der souveräne Leader der Bundesliga. Die Münchnerinnen sind auf dem Weg zum vierten Meistertitel in Folge und streben das Double an.
«Das war jetzt nicht unbedingt unser Lieblingslos, so ehrlich dürfen wir sein. Aber es ist ein K.o.-Spiel, da ist immer alles möglich», sagt Touon im Gespräch mit SRF. Im November verlor Essen das Duell in der Meisterschaft klar mit 1:4. Damals war Touon aber noch nicht dabei.
Durch Verletzung zurückgeworfen
Die 22-jährige Schwyzerin kehrte erst in der Winterpause auf Leihbasis zum Klub zurück, für den sie 2020 ihr Debüt in der Bundesliga gab. Im Sommer war sie von St. Pölten als zweifache österreichische Meisterin zum 1. FC Köln gewechselt. Dort konnte sie sich allerdings nicht durchsetzen. «Es lief denkbar schlecht für mich. Ich kam schon mit einer Verletzung an und hatte während der Vorbereitung weiter damit zu kämpfen», blickt sie zurück. Nur zweimal durfte sie in der Hinrunde ran.
Bei Essen lief es dann auf Anhieb. Gleich in ihrem ersten Einsatz traf sie beim 1:1 gegen Wolfsburg. Seither stand sie in allen Spielen über 90 Minuten auf dem Platz. Touon hat wieder Fuss gefasst, auch wenn sie mit Essen kleinere Brötchen backt. Ziel ist der Ligaerhalt. Drei Punkte ist man momentan vom ersten Nicht-Abstiegsplatz entfernt.
Seit 5 Jahren nicht mehr in der Nati
Längerfristig möchte sich die offensiv ausgerichtete Linksverteidigerin auch wieder in den Dunstkreis des Nationalteams spielen. Unter Nils Nielsen kam sie 2021 zu zwei Einsätzen im rot-weissen Dress. Inka Grings und Pia Sundhage berücksichtigten sie danach nicht mehr, und auch in Rafel Navarros Plänen spielt sie bisher keine Rolle. «Ohne Spielzeit gab es keinen Grund, mich aufzubieten. Ich versuche, durch Leistung wieder mehr in den Fokus zu kommen», zeigt sich Touon geduldig.
Vielleicht kann sie ja schon am Montag in München weiter Werbung in eigener Sache betreiben. Sollte den Essenerinnen ein Coup gelingen, käme Touon übrigens zu einem «Heimspiel»: Der Final des DFB-Pokals wird am 14. Mai in Köln ausgetragen, wo sie weiterhin wohnhaft ist.