Am späten Dienstagabend informierte der afrikanische Fussball-Verband CAF, dass Senegal der diesjährige Triumph am Afrika Cup aberkannt wird. Inzwischen reagierten verschiedene senegalesische Nationalspieler auf den umstrittenen Entscheid.
«Ihr könnt den Heulsusen ruhig noch drei Tore geben», schrieb Pathé Ciss vom spanischen Erstligisten Rayo Vallecano auf der Plattform X.
Fall geht vor das TAS
Der senegalesische Fussball-Verband kündigte an, nach der Aberkennung des Afrika-Cup-Titels vor den Internationalen Sportgerichtshof TAS zu ziehen. «Die senegalesische Fussballföderation verurteilt diese Entscheidung als ungerecht, beispiellos und inakzeptabel und sieht darin eine Diskreditierung des afrikanischen Fussballs», hiess es in einer Mitteilung.
Das Berufungsgericht des Kontinentalverbands CAF hatte zuvor nach dem skandalösen Endspiel im Januar, das 1:0 nach Verlängerung für die Senegalesen gegen Marokko endete, einem Einspruch der Nordafrikaner stattgegeben. Das Gericht wertete die infolge fragwürdiger Schiedsrichter-Entscheidungen völlig aus dem Ruder gelaufene Partie mit 3:0 für die Gastgeber des Endspiels in Rabat.
Nach einem umstrittenen Elfmeterpfiff zugunsten Marokkos in der Nachspielzeit hatte Senegals Mannschaft fast geschlossen den Platz verlassen. In der Verlängerung erzielte Pape Gueye das Siegtor für den Senegal, nachdem der umstrittene Elfmeter verschossen worden war.
Aufgabe durch Verlassen des Platzes
Die senegalesischen Nationalspieler wollen wie auch der nationale Verband die umstrittene Entscheidung nicht akzeptieren. «Diese Trophäe gewinnt man auf dem grünen Rechteck, aber nicht per E-Mail», schrieb Linksverteidiger El Hadji Malick Diouf vom Premier-League-Klub West Ham auf seinem Instagram-Kanal. Und Evertons Idrissa Gueye erklärte: «Wir wissen, was wir an jenem Abend in Rabat erlebt haben. Und das kann uns niemand nehmen.»
Das Berufungsgericht stellte sich gegen die Entscheidung des CAF, der zunächst zwar zahlreiche Geldstrafen gegen beide Teams ausgesprochen, das sportliche Ergebnis aber nicht infrage gestellt hatte.
In der Berufungsverhandlung wurde nun unter Verweis auf Artikel 82 des Regelwerks für den Afrika Cup befunden, das senegalesische Team habe durch das Verlassen des Platzes gegen Ende der regulären Spielzeit die Partie aufgegeben.