Alvaro Arbeloa vergrub seine Hände in den Hosentaschen und schlich mit gesenktem Kopf über den Rasen. Der Neustart für Real Madrid mit dem neuen Trainer nach dem Rauswurf von Xabi Alonso endete in einem sportlichen Debakel.
Beim Zweitligisten Albacete Balompie (17. in der Tabelle) flogen die «Königlichen» im Achtelfinal durch ein schmachvolles 2:3 aus der Copa del Rey. «Ein Real, das wirklich beschämend ist», urteilte die Sportzeitung Marca. Die As schrieb von einem «Desaster, das in die Geschichte eingehen wird».
Arbeloa lobt Vinicius
Neu-Trainer Arbeloa nahm die Schuld für die Blamage auf sich: «Wenn jemand verantwortlich ist, dann bin ich es. Ich habe die Entscheidung für die Aufstellung gemacht, wie wir spielen wollten, wie wir ausgewechselt haben.»
Zur Überraschung vieler hob der Coach bei der Medienkonferenz nach dem Spiel die Leistung von Vinicius positiv hervor: «Das ist der Vini, den ich will. Er hat alle Verantwortung übernommen und versucht, das Team zu tragen.»
Verblüffend war diese Aussage deswegen, weil der Brasilianer einen schwachen Abend erwischte, in dem er 20-mal den Ball verlor und eine resignierte Körpersprache an den Tag legte.
Training um 11 Uhr
Für elf Uhr bestellte Arbeloa die Spieler am Donnerstag wieder auf den Trainingsplatz. Viel Zeit, seine Ideen dem Team bis zum nächsten Spiel zu vermitteln, bleibt ihm nicht.
Bereits am Samstag steht für Real das Heimspiel in der spanischen Meisterschaft gegen Levante an. Das Hinspiel beim Aufsteiger hatten die derzeit hinter dem FC Barcelona zweitplatzierten Madrilenen in den ersten Wochen der Alonso-Ära 4:1 gewonnen.
«Heftige Proteste auf den Rängen»
Werden die Real-Akteure im heimischen Bernabeu normalerweise wie Götter behandelt, so dürfte diesmal nicht mit Pfiffen gegeizt werden. Oder wie El Mundo es prophezeit: «Der unerwartete Einbruch könnte am Samstag im Bernabeu zu heftigen Protesten auf den Rängen führen.»
So oder so ist die Marschrichtung klar: «Wir müssen daran arbeiten, am Samstag ein grossartiges Spiel zu machen», betonte Arbeloa – wohl wissend, was bei Real los ist, wenn das nicht gelingt.