Bis in die 89. Minute führte der FC Zürich im Klassiker in Basel. Ein Sieg im St. Jakob-Park wäre ein Befreiungsschlag für die Zürcher gewesen, die seit dem 6. Dezember ohne Dreier sind. Doch dann brach das Unheil über den FCZ herein: Erst glich Xherdan Shaqiri vom Punkt aus und in der Nachspielzeit traf Ibrahim Salah noch zum umjubelten Sieg für den FC Basel.
Wie schon vor zwei Wochen verlor der FCZ einen Klassiker in der Nachspielzeit, wie so oft in letzter Zeit gingen die Zürcher nicht als Sieger vom Platz – zum 7. Mal in Serie. So lange wartet kein anderes Super-League-Team auf einen Vollerfolg. Letztmals gewann das Team von Dennis Hediger in St. Gallen. Yanick Brecher hütete damals das Tor des FCZ, im Mittelfeld zog Steven Zuber die Fäden und auf der Tribüne beäugte Sportchef Milos Malenovic das Geschehen kritisch.
Neuer Sportchef, neuer Abwehrchef, neuer Torwart
Seither blieb bei den Zürchern kaum ein Stein auf dem anderen. Malenovic wurde noch vor dem letzten Spiel 2025 in Thun (2:4 nach 2:0) seines Amtes enthoben, ohne den Sportchef hielt Zuber nichts mehr beim FCZ. Auf der operativen Ebene stellten sich die Zürcher neu auf und wichtige Spieler wie Jahnoah Markelo und Abwehrchef Mariano Gomez verliessen den Klub. Mit Alexander Hack verpflichtete man einen neuen, erfahrenen Innenverteidiger, der aber gegen Basel noch nicht im Aufgebot stand.
Dann, nach 4 Gegentoren im 1. Duell mit Basel und vor dem Gastspiel bei YB, fällte Hediger eine mutige Personalentscheidung: Er setzte Captain und Stammgoalie Brecher auf die Bank und gab dem erst 20-jährigen Silas Huber den Vorzug. Den erwünschten Effekt hatte die Massnahme nicht, auch mit Huber fand der FCZ nicht aus der Abwärtsspirale heraus. Beim 0:3 in Bern enttäuschte die Mannschaft – nicht aber Huber. Dieser liess sich auch in Basel nichts zuschulden kommen, zwei Gegentore bekam er dennoch.
Es zieht sich durch unsere Spiele durch und ist ein Lernprozess bei dieser sehr jungen Mannschaft. Nach sieben Mal reicht es dann aber auch irgendwann mal.
Wohin führt die Reise des FCZ?
Nun heisst es aus FCZ-Sicht aber: Verlieren verboten. Nur noch 5 Punkte trennen die Zürcher vom Barrageplatz und als nächstes stehen im Letzigrund drei richtungsweisende Spiele an: Am Mittwoch gastiert Schlusslicht Winterthur beim FCZ, am kommenden Samstag der FC Luzern (10.) und eine weitere Woche später steht das Derby gegen die Grasshoppers (11.) an.
Auf die Frage, wie der FCZ hinsichtlich dieser kapitalen Spiele aus dieser Negativspirale ausbrechen könne, appellierte Hediger daran, dass die späten Rückschläge einfach irgendwann enden müssten: «Es zieht sich durch unsere Spiele durch und ist ein Lernprozess bei dieser sehr jungen Mannschaft. Nach sieben Mal reicht es dann aber auch irgendwann mal.»
Diese junge Mannschaft erlebte zusammen mit dem unerfahrenen Trainer in den vergangenen zwei Monaten turbulente Zeiten bei ausbleibendem sportlichem Erfolg. In den nächsten beiden Wochen kann sich der FCZ seiner Abstiegssorgen weitgehend entledigen oder es zieht ihn erst so richtig in den Abstiegsstrudel hinein – Wochen der Wahrheit eben.